Liwny (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich fünf Kilometer nördlich von Pobedino (Schillehnen/Schillfelde) unmittelbar an der Szeszuppe, die hier die Grenze zu Litauen bildet. Am gegenüberliegenden Ufer befindet sich der litauische Ort Slavikai.

Geschichte mini|Die Landgemeinde Wisborienen auf einem Messtischblatt von 1927 Der recht große Ort wurde 1564 als Wißbarienen erwähnt. Er war ein Kristallisationspunkt der vorherigen Streusiedlung Dewentyn.vgl. Erwin Spehr: Aus der Geschichte des Kreises Schloßberg (Pillkallen), auf wiki.genealogy.net Im 18. Jahrhundert war Wisborienen ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 184.

1874 wurde die Landgemeinde Wisborienen namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Grenzhöhe Es gab dort einen Grenzübergang nach Litauen mit einem Zollhaus und einer Wagenfähre über die Szeszuppe. 1938 wurde Wisborienen in Grenzhöhe umbenannt.

1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt er den russischen Namen Liwny und wurde gleichzeitig dem neu gebildeten Dorfsowjet Pobedinski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Der Ort wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht er nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 484 1871 441 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 419 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 419 Davon 114 litauischsprachige 1910 392 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 351 1939 330

Amtsbezirk Wisborienen (Grenzhöhe) 1874–1945 Der Amtsbezirk Wisborienen wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Er bestand zunächst aus 14 Landgemeinden (LG) und drei Gutsbezirken (GB).

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Albrecht-Naujehnen (LG) Albrechtswalde Chalturino (?) Bardszen (LG) Barschen Nachimowo 1936 bis 1938: Bardschen Bartkowen (GB) 1928 zur LG Hochfeld (ex Eydgimmischken) Brödszen (LG) Lugeck 1936 bis 1938: Brödschen Cziunken (GB) 1928 Zusammenschluss mit dem GB Tannenwalde zur LG Tannenwalde Dickiauten (LG) Waldried Eydgimmischken (LG) Hochfeld (1928) Kowpakowo seit 1940 Hochfeld (Ostpr.) Grablaugken (LG) Grabfelde Guttpettern (LG) Gutpetern Klischen (LG) Nathalwethen (LG) Brämerwalde Die LG wurde um 1900 an den GB Nowischken aus dem Amtsbezirk Doristhal angeschlossen, gehörte als Vorwerk aber weiterhin zum Amtsbezirk Wisborienen. 1928 wurde der Hauptteil des GB Nowischken mit dem Vorwerk Nathalwethen in die LG Brämerhusen umgewandelt, die zum Amtsbezirk Doristhal gehörte. Serbenten (LG) Siemoken (LG) Hintertannen zunächst Simoken geschrieben Stumbern (LG) Auertal Tannenwalde (GB) 1928 Zusammenschluss mit dem GB Cziunken zur LG Tannenwalde Uszdrawen (LG) Beutnerwalde 1936 bis 1938: Uschdrawen Wisborienen (LG) Grenzhöhe Liwny

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1938 oder 1939 wurde der Amtsbezirk in Grenzhöhe umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Grenzhöhe noch die 14 Gemeinden Albrechtswalde, Auertal, Barschen, Beutnerwalde, Grabfelde, Grenzhöhe, Gutpetern, Hintertannen, Hochfeld (Ostpr.), Klischen, Lugeck, Serbenten, Tannenwalde und Waldried. Die ehemaligen Gemeinden sind alle verlassen.

Kirche Wisborienen/Grenzhöhe gehörte zum evangelischen Kirchspiel Schillehnen. Es gab dort auch einige Katholiken, die bis 1930 in Bilderweitschen und dann in Schillehnen eingepfarrt waren.

Weblinks Wisborienen bei wiki.genealogy.net Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Grenzhöhe

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk