Grusdewo (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich drei Kilometer östlich von Paporotnoje (Plonszöwen/Waldhufen und Sturmen).
Geschichte mini|Die Gemeinde Weschkallen (Weszkallen) auf zwei Messtischblättern von 1927 und 1936
Der Ort entstand um 1556 als Weschkalwe durch Abzweigung aus der älteren Streusiedlung Jathia, die 1517 im Gebiet der mittleren Szeszuppe aktenkundig war. Die Siedlung hieß 1580 Weßkallnen. Der Ortsname leitete sich vom Personennamen Weszkalnis ab.Weszkallen bei wiki.genealogy.net
Im 18. Jahrhundert war der mit Weschkallnen bezeichnete Ort ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 180. Auf der Schrötterkarte von 1802 wurde der Ort mit Weszkallen bezeichnet.
1874 wurde die Landgemeinde Weszkallen namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Forsthusen 1929 kamen die beiden Förstereien Darguszen und Neu Weszkallen aus dem Gutsbezirk Weszkallen, Forst zur Landgemeinde Weszkallen. 1936 wurde die Schreibweise des Ortes in Weschkallen geändert. 1938 wurde der Ort in Forsthusen umbenannt. Die Förstereien hießen nun Siebeneichen und Schnepfengrund.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt er den russischen Namen Grusdewo und wurde gleichzeitig dem neu gebildeten Dorfsowjet Mitschurinski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) 1959, falls dann noch existent, gelangte er in den Pobedinski selski Sowet. Der Ort wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht er nicht mehr auf. Dass der neue russische Name vor Ort überhaupt ankam, erscheint allerdings als nicht ganz sicher. Auf einer russischen Karte von Anfang der 1970er Jahre wurde die Gemarkung (litauisch) mit „Weschkalnjai“ bezeichnet.s. http://www.etomesto.ru/map-kaliningrad_gugk/
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 20 1871 23 Zusätzlich in der Försterei Neu Weszkallen 15 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 26 Zusätzlich in der Försterei Neu Weszkallen 9 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 11 Davon sechs litauischsprachige. Zusätzlich in der Försterei Darguszen 7, in der Försterei Neu Weszkallen 6 1910 40 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, 4. Auflage, 1939 60 Einschließlich der Förstereien Darguszen und Neu Weszkallen 1939 56
Amtsbezirk Weszkallen (Forsthusen) 1874–1945 Der Amtsbezirk Weszkallen wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Er bestand zunächst aus sechs Landgemeinden (LG) und einem Gutsbezirk (GB).
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Groß Darguszen (LG) Tanneck (Bolschoje) Sredneretschje 1936 bis 1938: Groß Darguschen Kallnischken (LG) 1931 zur LG Schillenöhlen im Amtsbezirk Jucknaten Klein Darguszen (LG) Grenzheide (Maloje) Sredneretschje 1936 bis 1938: Klein Darguschen Plonszöwen (LG) Waldhufen (1936) Paporotnoje Sturmen (LG) (Paporotnoje) Weszkallen (LG) Forsthusen Grusdewo 1936 bis 1938: Weschkallen Weszkalken, Forst (GB) Waldlinden, Forst (1930) Zu dem Gutsbezirk gehörten die Oberförsterei Weszkallen, die Förstereien Augstutschen, Darguszen (seit etwa 1900), Neu Weszkallen, Siemoken, Sturmen sowie die Kolonie Augstutschen (seit etwa 1900). 1929 wurden ausgegliedert die Oberförsterei Weszkallen als Bestandteil der neu gebildeten LG Waldlinden im Amtsbezirk Alxnupönen, die Försterei und die Kolonie Augstutschen in die LG Rammonischken im Amtsbezirk Alxnupönen, die Förstereien Darguszen und Neu Weszkallen in die LG Weszkallen, die Försterei Siemoken in die LG Siemoken im Amtsbezirk Wisborienen und die Försterei Sturmen in die LG Plonszöwen.
1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1936 wurde die Schreibweise des Amtsbezirks in Weschkallen geändert. 1938 oder 1939 wurde der Amtsbezirk in Forsthusen umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Forsthusen noch die fünf Gemeinden Forsthusen, Grenzheide, Sturmen, Tanneck und Waldhufen und den Gutsbezirk Waldlinden, Forst.
Kirche Weszkallen/Forsthusen gehörte zum evangelischen Kirchspiel Lasdehnen. Es gab dort auch einige Katholiken, deren Kirche sich in Bilderweitschen befand.
Weblinks Weszkallen bei wiki.genealogy.net Erwin Spehr: Weszkallen, Aus den Prästationstabellen der Domänenämter Grumbkowkaiten und Löbegallen sowie des Landkreises Pillkallen auf wiki.genealogy.net
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk