Als Love Bombing (Kompositum aus englisch love und bombing, deutsch: „Liebesbombardement“, in diesem Zusammenhang aber auch im Deutschen Love Bombing genannt) wird eine Methode bezeichnet, die oft beim Dating angewandt wird, häufig mit psychischer Manipulation einhergeht und zu emotionalem Missbrauch führen kann. Der sogenannte Love Bomber überschüttet seine Partnerin bzw. seinen Partner oft schon kurze Zeit nach dem ersten Kennenlernen mit Liebesbekundungen oder Geschenken, mit dem Ziel, die andere Person an sich zu binden sowie Kontrolle und Macht über die Person zu bekommen. Zu Beginn der Beziehung glauben die betroffenen Personen oft, in einer besonders intensiven, besonderen Beziehung zu sein, und merken nicht, dass sie manipuliert werden. Die sogenannten Love Bomber haben häufig narzisstische Wesenszüge und weisen ein geringes Selbstwertgefühl auf, weshalb sie andere für ihre Zwecke gezielt auf- bzw. abwerten, um die andere Person erst an sich zu binden und im weiteren Verlauf der Beziehung zu verunsichern und zu kontrollieren.
Ursprung und Definition Der Begriff wurde ursprünglich in den 1970er-Jahren im Zusammenhang mit Sekten genutzt, denn das Phänomen tritt nicht nur in Paarbeziehungen auf, sondern kann auch innerhalb von familiären Beziehungen, Freundschaften oder Sekten zu Manipulationszwecken dienen. Mitglieder der Vereinigungskirche in den Vereinigten Staaten verwendeten Love Bombing zuerst, und es wurde auch von Mitgliedern der Gruppe Children of God (heute: Die Familie) verwendet. Die Psychologieprofessorin Margaret Singer berichtete über das Konzept. In ihrem 1996 erschienenen Buch Cults in Our Midst schreibt sie:
Positive Erscheinungsformen Übermäßige Aufmerksamkeit und Zuneigung stellen kein Love Bombing dar, wenn keine Absicht oder kein Muster für weiteren Missbrauch besteht. Der Psychologe Dale Archer erklärt:
Der britische Autor und Psychologe Oliver James empfahl Love Bombing als eine Technik, mit der Eltern ihren problembelasteten Kindern helfen können. Er beschrieb sie als „Zeit, die man seinem Kind widmet, um es zu verwöhnen und mit Liebe zu überhäufen, und in angemessenem Rahmen auf jeden seiner Wünsche einzugehen“. 2011 probierte Heidi Scrimgeour, eine Reporterin des Daily Express, die Technik mit ihrem Sohn aus und berichtete:
Siehe auch Children of God; Beispiel negativer Anwendungen
Einzelnachweise
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