Bones and All ist ein romantisches Horror-Drama von Luca Guadagnino, das im September 2022 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Premiere feierte, am 23. November 2022 in die US-Kinos und am darauffolgenden Tag in die deutschen Kinos kam. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Jugendbuch von Camille DeAngelis. Im Film begibt sich eine junge Frau namens Maren Yearly auf eine Reise quer durch die USA, um ihre Mutter zu suchen, die sie nie kennengelernt hat. Sie will verstehen, warum sie das Bedürfnis verspürt, alle Menschen zu töten und zu essen, die sie liebt.

Handlung Die am Anfang 17-jährige Maren Yearly zieht gemeinsam mit ihrem Vater Frank in den 1980er Jahren von US-Bundesstaat zu US-Bundesstaat. Der Vater versucht Maren weitestgehend von der Öffentlichkeit fernzuhalten und spricht mit seiner Tochter auch nicht über ihre Mutter, an die Maren kaum Erinnerungen hat, da sie die Familie Jahre zuvor verlassen hat. Eines Nachts in Virginia schleicht Maren aus dem Haus, um auf Einladung einer Schulfreundin dort zu übernachten. Als die beiden Mädchen sich in der Unterhaltung näherkommen, beißt Maren ihrer Freundin spontan das Fleisch von einem Finger und rennt nach Hause; ihr Vater fährt mit ihr davon, bevor die Polizei eintrifft.

Sie fliehen zunächst nach Maryland, wo Frank seine Tochter kurz nach ihrem 18. Geburtstag für immer verlässt. Er hinterlässt ihr etwas Bargeld, ihre Geburtsurkunde und eine Audiokassette, auf der er von ihren ersten Kannibalismus-Vorfällen erzählt. Demnach ist Maren seit ihrer frühesten Kindheit ein „Eater“, wobei sie immer wieder andere Menschen verletzt oder sogar tötet; erstmals hat sie im Alter von drei Jahren Hals und Gesicht ihrer Babysitterin verspeist. Da auf der Geburtsurkunde die Geburtsstadt ihrer Mutter Janelle vermerkt ist, entschließt sich Maren, quer durch die Vereinigten Staaten nach Minnesota zu reisen und sie kennenzulernen.

Auf einem Zwischenstopp in Ohio trifft Maren auf den schrulligen Eater Sully, der sie in ein Haus einlädt, in dem eine alte Frau im Sterben liegt. Er versichert Maren, dass er niemals andere Eater esse, sie aber auf weite Entfernungen riechen könne, und zeigt ihr ein aus Zöpfen seiner Opfer geflochtenes Erinnerungsseil. Obwohl Maren dem Exzentriker nicht vertraut, nimmt sie seine Einladung zur Verspeisung der Frau an, nachdem diese schließlich gestorben ist. Doch als Sully ihr am darauffolgenden Morgen ein gemeinsames Leben vorschlägt, steigt Maren in den nächsten Bus und verlässt die Stadt.

In Indiana trifft Maren auf den jungen Eater Lee, der ihr eine Mitfahrgelegenheit anbietet. Lee ist auf dem Weg nach Kentucky, um seiner Schwester Kayla Fahrstunden zu geben. Unterwegs treffen sie auf den Eater Jake und seinen Freund Brad, die ihnen von „bones and all“ erzählen, einer extremen Form des Kannibalismus, bei der das Opfer vollständig verspeist wird, selbst die Knochen. Als Maren erfährt, dass Brad kein eigentlicher Eater ist und Menschen nur zum Spaß verspeist, nicht aus einem ambivalenten Verlangen heraus, fährt sie mit Lee davon. Auf der Fahrt freunden sie sich an; nach einem kurzen Treffen mit Kayla in Kentucky bietet Lee Maren an, sie weiter nach Minnesota zu fahren.

Als beide unterwegs das Verlangen nach Menschenfleisch verspüren, verführt Lee den schwulen Betreiber einer Jahrmarktsbude und schneidet ihm beim Sex die Kehle durch. Nach der Mahlzeit nehmen sie dessen Pickup für die Weiterreise. Als sich herausstellt, dass der Mann Frau und Kind hatte, ist Maren entsetzt über ihre Tat.

In Minnesota erfährt Maren von ihrer Großmutter Barbara, dass Janelle sich wegen ihrer kannibalischen Gelüste zum Schutz ihrer Familie selbst in eine psychiatrische Klinik in Fergus Falls eingewiesen hat. Beim Besuch dort versucht die schwer verwirrte Janelle, die bereits ihre eigenen Arme bis auf zwei Stümpfe abgenagt hat, ihre eigene Tochter umzubringen, um weitere Morde zu verhindern. Nach dieser Erfahrung entschließt sich Maren dazu, nicht länger ein Eater sein zu wollen, und trennt sich von Lee, worauf sie erneut in Kontakt mit Sully kommt, der sie seit Wochen verfolgt hat. Da sie eine Partnerschaft mit ihm entschieden ablehnt, zieht er gekränkt davon.

Mehrere Monate später kann Maren Lee über dessen Schwester Kayla wieder ausfindig machen. Beide versöhnen sich und beschließen, fortan ein gemeinsames, weitgehend bürgerliches Leben zu führen. Doch eines Abends wird Maren erneut von Sully überrascht und bedroht. Lee kommt hinzu, gemeinsam überwältigen und töten sie Sully, wobei Lee jedoch einen tödlichen Messerstich in die Brust bekommt. In Sullys Erinnerungsseil findet sich nun auch Kaylas Zopf. Da sie niemanden in die blutverschmierte Wohnung lassen können, gibt es für Lee keine Hilfe. Er bittet Maren darum, im Sterben von ihr verspeist zu werden, „bones and all“. Nach anfänglicher Weigerung erfüllt Maren ihm den letzten Wunsch; die Szene wirkt, als hätten sie leidenschaftlichen Sex. In der letzten Einstellung sitzen sie gemeinsam in einer weiten Landschaft.

Literarische Vorlage

Deutsch:

Der Film basiert auf dem Roman Bones & All von Camille DeAngelis aus dem Jahr 2015.Damon Wise: Venice Review: Timothée Chalamet & Taylor Russell In Luca Guadagnino’s ‘Bones And All’. In: deadline.com, 2. September 2022. Die 1980 geborene DeAngelis arbeitete als Redaktionsassistentin für Sachbücher und als Reiseautorin, bevor sie sich dem Schreiben von Belletristik zuwandte. Sie lebt in New Jersey.Bones & All. In: lehmanns.de. Abgerufen am 6. April 2022. Für Bones & All wurde sie mit dem Alex Award ausgezeichnet. Der Titel bezieht sich auf die „höchste Stufe des Kannibalismus“, bei der alles gegessen wird, einschließlich der Knochen.Owen Gleiberman: ‘Bones and All’ Review: Timothée Chalamet and Taylor Russell Pair Up in Luca Guadagnino’s Meandering YA Cannibal Road Movie. In: Variety, 2. September 2022.

Produktion Filmstab, Besetzung und Synchronisation Regie führte Luca Guadagnino, während David Kajganich das Buch von DeAngelis adaptierte. Beide arbeiteten bereits für den 2018 erschienenen Film Suspiria zusammen. Anders als im Buch lebt Maren im Film bei ihrem Vater und begibt sich auf die Suche nach ihrer Mutter.David Rooney: ‘Bones and All’ Review: Taylor Russell and Timothée Chalamet in Luca Guadagnino’s Tender Cannibal Romance. In: The Hollywood Reporter, 2. September 2022.

Die Kanadierin Taylor Russell spielt in der Hauptrolle Maren Yearly. Zuletzt war sie in größeren Rollen in Waves, Escape Room und Falling Skies zu sehen. Mark Rylance spielt Sully, den ersten anderen Kannibalen, dem sie begegnet. Timothée Chalamet übernahm die Rolle von Lee. André Holland spielt Marens Vater. Er ist am Anfang des Films und in Rückblenden zu sehen und auf der Tonbandaufnahme, die er seiner Tochter hinterlassen hat, immer wieder zu hören.Leila Latif: ‘Bones & All’ Review: Chalamet Seduces, but a New Star Is Born in Cannibal Romance. In: indiewire.com, 2. September 2022. Jessica Harper spielt Marens Großmutter. Sie war bereits in Guadagninos Suspiria zu sehen. Anna Cobb spielt Lees jüngere Schwester, die in Kentucky lebt. Chloë Sevigny spielt Marens geisteskranke Mutter.Zhuo-Ning Su: Venice Dispatch – Bones and All. In: awardsdaily.com, 2. September 2022. Der Regisseur David Gordon Green hat im Film einen Cameo-Auftritt und spielt Brad.

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Tobias Neumann und der Dialogregie von Tobias Meister im Auftrag der RC Production Kunze & Wunder GmbH & Co. KG in Berlin.

Maren Yearly Taylor Russell Marie Hinze Lee Timothée Chalamet Marco Eßer Sully Mark Rylance Frank Röth Frank Yearly André Holland Torben Liebrecht Jake Michael Stuhlbarg Axel Malzacher Brad David Gordon Green Rainer Fritzsche Barbara Kerns Jessica Harper Kerstin Sanders-Dornseif Janelle Kerns Chloë Sevigny Svantje Wascher Kayla, Lees Schwester Anna Cobb Yamuna Kemmerling Lance Jake Horowitz Timo Weisschnur Sherry Kendle Coffey Laura Oettel Barry Cook Sean Bridgers Martin Kautz

Kostüme und Styling Russell trägt in der Rolle von Maren die meiste Zeit geblümte Sommerkleider. Chalamet trägt in der Rolle von Lee im Stil der 1980er Jahre einen Vokuhila mit kupferorangen Strähnen, einen Fedora mit Krempe, eine weiße Halskette, Jeans mit Löchern an den Knien und gemusterte Hemden, die er aufgeknöpft trägt.

Dreharbeiten und Filmmusik Die Dreharbeiten wurden Ende Mai 2021 begonnen.John Kiesewetter: Filming Starts In Tri-State On „Bones and All“. In: wvxu.org, 28. Mai 2021. Nach anfänglichen Aufnahmen im Juni 2021 in Cincinnati in Ohio, drehte man später in der Gegend um Chillicothe.Jeremy Newman: Movie Filming in Chillicothe Has Town Buzzing. In: sciotopost.com. Als Kameramann fungierte Arseni Khachaturan, der zuletzt mit Arie und Chuko Esiri für Eyimofe zusammenarbeitete.

Die Musik komponierten die Filmkomponisten Trent Reznor und Atticus Ross. Der Soundtrack des Films wurde größtenteils aus Songs der 1980er Jahre zusammengestellt, unter anderem mit Liedern von Duran Duran und Kiss. Das Soundtrack-Album mit insgesamt 24 Musikstücken, darunter der Song (You Made It Feel Like) Home, in dem sie gemeinsam mit Mariqueen Maandig Reznor auch singen, wurde am 18. November 2022 von The Null Corporation als Download veröffentlicht.‘Bones and All’ Soundtrack Album Details. In: filmmusicreporter.com, 17. November 2022. (You Made It Feel Like) Home hat sich für eine Nominierung in der Kategorie Bester Song im Rahmen der Oscarverleihung 2023 qualifiziert.Jon Burlingame: Billie Eilish, Taylor Swift Film Tunes Among 82 Deemed Eligible for Oscars’ Original Song Race. In: Variety, 12. Dezember 2022.

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