Ute Lindner (* 1968 in Arnsberg) ist eine deutsche Künstlerin, Fotografin und Kuratorin.
Wirken Ute Lindner studierte Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Urs Lüthi und Floris Michael Neusüss sowie Visuelle Kommunikation, Kunstwissenschaft und Philosophie in Kassel und London.
Lindner arbeitet als Künstlerin im Bereich der experimentellen Fotografie wie auch der Installationskunst. Sie ist eine Vertreterin der zeitgenössischen Cyanotypie und erweitert Fotografie und Cyanotypie zu installativen Raum-Inszenierungen.
Ihre künstlerische Arbeit wurde vielfach mit Preisen und Förderungen ausgezeichnet. Sie erhielt 1996 ein Stipendium und 2004/06 den Studiogrant der Cité Internationale des Arts Paris, wurde 1996 mit dem Kasseler Kunstpreis ausgezeichnet, erhielt 2008/09 den Projectgrant der Stiftung Kunstfonds Bonn, wurde 2016 mit dem Preis der Hypo-Kulturstiftung ausgezeichnet, war 2017 Finalistin des Gabriele Münter Preis und erhielt 2017 ein Shanghai-Stipendium des STA-Artist-in-Residence-Programm. 2021 gewann sie den Auftrag einer neuen Kunst-am Bau-Realisierung, «Fibonacci-Tube», in Berlin.
Seit den 1990er-Jahren werden ihre Werke international ausgestellt und sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter die Berlinische Galerie, das National Museum of Art Osaka, das Norton Museum of Art Palm Beach, die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, die Kunsthalle Bremen, die Collection Jeanne von Oppenheim und die Deutsche Botschaft Peking.
Mehrfach erhielt sie Aufträge für Kunst am Bau. Ihre 2007 realisierte Arbeit Through the Looking Glass am Berliner Savignyplatz zeigt als Hinterglasmalerei eine Personengruppe, die in einen imaginären Raum blickt und bei Dunkelheit als menschlicher Schatten vor blau beleuchteter Wand erscheint. Analog zu Lewis Carrolls gleichnamigem Roman reflektiert ihre Arbeit Phänomene der Spiegelung und des Changierens künstlerisch erschaffener Realitäts-Räume und macht den Anteil des Rezipienten an der Wahrnehmungs-Konstruktion sinnlich erfahrbar.
Die Berliner Stiftung Starke schrieb 2018 anlässlich von Lindners Ausstellung Pentimenti revisited, einer monumentalen fotografischen Arbeit mit auf Stoff gedruckten Cyanotypien, bei der sie vorab die Fensterfassade des Ausstellungsraums 1:1 abfotografiert und „an die Stelle des Blicks nach außen eine eigene Bildwelt von sich immer weiter verschachtelnden Räumen gesetzt“ hatte: „Fotografie begreift Ute Lindner nicht als Instrument zur Wiedergabe von Wirklichkeit, vielmehr als Material zu deren Gestaltung und Veränderung. Eine Vielzahl fotografischer Aufnahmen montiert die Künstlerin zu einer autonomen Realität, die außerbildliche Bezüge von Raum und Zeit in sich aufhebt und durch deren Verschränkung eine Entgrenzung erwirkt.“
Ute Lindner leitet mit Patrick Huber seit 1999 den gemeinsam gegründeten interdisziplinären Projektraum Copyrightberlin, eine „interdisziplinäre Plattform für künstlerische Strategien“, der 2018 mit dem Projektraumpreis des Berliner Senats ausgezeichnet wurde. Sie war zudem Mit-Gründerin und Kuratorin der 2yk Galerie und der Kunstfabrik am Flutgraben e. V. Seit 2013 ist sie Teil der künstlerischen Leitung des Kunstsymposiums Tabakfabrik Vierraden, kunstbauwerk e. V.
Sie ist seit 2011 Dozentin für Fotografie und Digitale Medien an der Europäischen Kunstakademie Trier und seit 2014 Gastdozentin an der Berliner Neuen Schule für Fotografie.
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen (Auswahl) 1996: Belichtungszeiten, Kasseler Kunstverein/Maximilian Krips Galerie / Fuhrwerkswaage, Cologne 1996: Temps de Pose, Cité Internationale des Arts, Paris 1998: Pentimenti, Milch Gallery, London 1999: Mirage, Galerie Zellberg, Berlin 2001: Exposures, Staatliche Museen Kassel, Neue Galerie, Kassel 2003/2005: All that we see or seem is but a dream within a dream, Galerie Robert Drees, Hanover 2006: Point de vue, Immanence, Paris 2008/2009: There’s no reason to define the outside environment as alien, Galerie der Stadt Remscheid 2012: Pentimenti, ABC Gallery, Posen 2015/2016: Bin ich noch in meinem Haus, Galeria Okno, Slubice / Galeria Wozownia, Torun/Polen 2018: Through the Looking Glass, PHOTOWERK, Berlin 2018: All that we see or seem is but a dream within a dream, Kronenboden Berlin 2020: Point of View, Kunstverein Viernheim
Gruppenausstellungen (Auswahl) 1993/94: German Art with Photography. The 90ies, Architekturmuseum Frankfurt / Rheinisches Landesmuseum, Bonn 1994: ad libitum, Kasseler Kunstverein, Kassel 1996: Letzte Bilder, Kunsthalle Bremen 2000: Unsquare Dance, Galerie EIGEN+ART, Leipzig 2001: Museum as Subjects, National Museum of Art, Osaka 2005: Values, 11th International Biennale of Contemporary Art, Pancevo, Serbien 2006: Photo-Trafic, Centre de la Photographie, Genf 2007: Borderline, International Festival of Contemporary Art, Varna 2008: Re-Reading the Future, International Triennale of Contemporary Art, Prag 2010: Transfer, Berlinische Galerie, Berlin 2011/12: Tobacco Road, kunstbauwerk e.V., Tabakfabrik Vierraden/Berlin 2013: SilesiaTopia, Rondo Sztuki, Katowice 2015: I look at the window, PHOTOWERK, Berlin 2016: Manipulation, AnalogueNow, Berlin 2017: Gabriele Münter Preis, Akademie der Künste, Berlin / Frauenmuseum, Bonn 2018: The Myriad Forms of Visual Art: 196 Works with 19 Themes, National Museum of Art, Osaka 2018: CO/LAB III, Torrance Art Museum, Los Angeles 2019: Kind of Copy – Cyanotypes, Museum für Fotokopie / M.F.F., Mülheim an der Ruhr 2020: Nicht hinauslehnen, Museum of Contemporary Art, Novi Sad/Serbien (catalogue) 2021: ANALOG TOTAL. Fotografie heute, Grassi Museum, Leipzig
Auszeichnungen und Stipendien 1996 Paris grant, Deutsch-Französisches Jugendwerk 1996 Studio grant Cité Internationale des Arts, Paris 1996: Kasseler Kunstpreis 1996: Förderkoje Art Cologne, Maximilian Krips Galerie, Köln 2004/06: Studiogrant Cité Internationale des Arts, Paris 2008/09: Projectgrant Kunstfonds e.V. Bonn für Here, there and anywhere..., Akademie der Künste 2010: 2. Award Airport Berlin Brandenburg International 2010/2011: Projectgrant Walter-Heilwagen-Stiftung, Kasseler Kunstverein 2017: Preis der Hypo-Kulturstiftung 2017: Shanghai-Stipendium, STA-Artist-in-Residence-Program 2017: Finalistin Gabriele Münter Preis 2018: Projektraumpreis des Berliner Senats für COPYRIGHTberlin 2021: Kunst-am-Bau-Realisierung Neubau OSZ Elektromobilität, Berlin-Charlottenburg
Werke in Sammlungen und Museen National Museum of Art/Osaka Norton Museum of Art/Palm Beach/Florida Sammlung der Bundesrepublik Deutschland (Collection of the Federal Republic of Germany) Kunsthalle Bremen Berlinische Galerie Neues Museum Kassel Deutsche Botschaft, Peking (German Embassy, Bejing) Collection Alison and Peter W. Klein Collection Jeanne von Oppenheim Collection Rijn van der Lugt
Weblinks Homepage von Ute Lindner Ute Lindner bei artfacts Projektraum Copyright Berlin Ute Lindner bei Photography now Ute Lindner bei Photowerk Einzelnachweise
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