Heinrich Schlögl (* 1. November 1888 in Reichenberg; † 26. Oktober 1972 in Regensburg) war ein deutscher Jurist und ein sudetendeutscher Regierungsbeamter und Landrat.

Leben und Wirken Der Sohn von Antonie und Carl Schlögl (1834–1904, Statthaltereirat in Reichenberg, später in Leitmeritz) besuchte das Gymnasium in Leitmeritz und nach dem Tod seines Vaters in Aussig. Ab 1907 studierte Schlögl Rechtswissenschaften an der deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag. 1912 wurde er promovierte. Während seines Studiums war er auch Mitarbeiter des Philosophen Christian von Ehrenfels. Seit 1915 arbeitete er als habsburgischer Staatsbeamter bei der Bezirkshauptmannschaft in Braunau in Böhmen, nach 1918 als tschechoslowakischer Staatsbeamter in Braunau, wo er das Musik- und Theaterleben förderte und später Regisseur des Laientheaters wurde.

Nach der im Oktober 1938 erfolgten Besetzung der Grenzgebiete der Tschechoslowakei durch das Deutsche Reich und der Bildung des Reichsgaus Sudetenland wurde Schlögl am 1. Oktober 1939 zum Oberregierungsrat im Regierungsbezirk Eger mit Sitz in Karlsbad ernannt. Dann wurde er als stellvertretender Landrat in den Landkreises Bischofteinitz abgeordnet.Warnack (Hrsg.): Taschenbuch für Verwaltungsbeamte. 60. Jahrgang. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1943, S. 464. Als solcher vollzog er am 6. Mai 1945 gemeinsam mit Bürgermeister Eduard Hönl die kampflose Übergabe an die einrückende US-Armee, von der er zunächst im Amt belassen wurde.Heimatkreis Bischofteinitz e. V.: Flucht und Vertreibung

1952 wurde er als Landesschulinspektor in Ruhe in Regensburg bezeichnet.

Heinrich Schlögl war verheiratet mit Aenne Schlögl, geborener Treitschke, und hatte drei Söhne, darunter die Physiker Friedrich Christian Schlögl (* 1917 in Erfurt)Schlögl, Friedrich Christian. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1082. und Reinhard Schlögl (1919–2007, geboren in Braunau, Tschechoslowakei).

Literatur Ralf Gebel: Heim ins Reich! Konrad Henlein und der Reichsgau Sudetenland (1938–1945). Oldenbourg, München 1999, S. 218. Braunauer Rundbrief 1968, Nr. 5, S. 12 f.

Weblinks Landkreis Bischofteinitz Verwaltungsgeschichte und die Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke, Herdecke)

Einzelnachweise

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