Reinhart Kudlich, auch Reinhard Kudlich (* 28. September 1902 in Troppau; † 25. Juli 1943 bei Bjelgorod, UdSSR), war ein sudetendeutscher Rechtsanwalt und Kommunalpolitiker (SdP, NSDAP).

Leben und Wirken Kudlich war der Sohn des Juristen Walther Kudlich (1857–1930), von 1908 bis 1919 Bürgermeister von Troppau, und seiner Frau Sofia, der Tochter eines Notars. Sein jüngerer Bruder Werner Kudlich (1903–1945) war Kunsthistoriker und Direktor des Schlesischen Landesmuseums in Troppau.

Er wurde Rechtsanwalt, Mitglied der Sudetendeutschen Partei (SdP) und nach deren Auflösung rückwirkend zum 1. November 1938 der NSDAP. Er trat auch der Waffen-SS bei.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen und der Besetzung der deutschbesiedelten Grenzregionen der Tschechoslowakei, der die Bildung des deutschen Reichsgaus Sudetenland folgte, wurde er im Oktober 1938 zum Oberbürgermeister von Troppau ernannt. Troppau bildete damals gleichzeitig einen Stadtkreis im Regierungsbezirk Troppau.Warnack (Hrsg.): Taschenbuch für Verwaltungsbeamte. 60. Jahrgang, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1964, S. 367.

Im Jahre 1942 wurde ihm das Eisernen Kreuz II. Klasse verliehen.Kriessauszeichnungen. In: Hans Frank: Deutsches Recht Sammlung: 1940 bis 1943. 12. Jahrgang, Heft 52, Deutscher Rechtsverlag, Berlin 26. Dezember 1942, S. 1775, links Spalte (archive.org).

Literatur Volker Zimmermann: Die Sudetendeutschen im NS-Staat. Politik und Stimmung der Bevölkerung im Reichsgau Sudetenland (1938–1945). Klartext, 1999.

Weblinks

Stadtkreis Troppau, Reichsgau Sudetenland Verwaltungsgeschichte und die Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke, Herdecke)

Einzelnachweise

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