mini|Facehugger aus Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt mini|Xenomorph aus dem Film Alien: Romulus
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Originaltitel Alien) ist ein amerikanisch-britischer Science-Fiction-Horrorfilm unter Regie von Ridley Scott und begründete 1979 die gleichnamige Filmreihe. Er zählt zu den angesehensten Werken der Filmgeschichte und wurde stilprägend für sein Genre.
Handlung Der Raumschlepper Nostromo befindet sich auf dem Rückweg zur Erde, als er ein Funksignal von einem weitab vom Heimatkurs liegenden, scheinbar unbewohnten Himmelskörper bei Zeta2 Reticuli auffängt. Mutter, der Zentralcomputer des Raumschiffs, ändert eigenständig den Kurs des Schiffes und weckt die siebenköpfige Besatzung, die sich bis dahin im Kälteschlaf befunden hat, auf. Laut Vertrag mit dem Schiffseigner ist man verpflichtet, dem Signal, das zunächst als Notruf interpretiert wird, nachzugehen.
Die Crew landet auf einem unwirtlichen Mond und Captain Dallas, Lambert und Kane machen sich zu Fuß auf den Weg, um die Quelle des Signals zu finden. Sie entdecken das Wrack eines außerirdischen Raumschiffs und in dessen Inneren das versteinerte Skelett des anscheinend einzigen Besatzungsmitgliedes. Der Brustkorb scheint von innen aufgebrochen worden zu sein. In einem weiteren Gewölbe findet Kane eine Ansammlung großer, eiförmiger Gebilde. Unterdessen kommt der dritte Offizier, Ellen Ripley, die an Bord des Landefahrzeugs das aufgefangene Signal analysiert, zu dem Schluss, es handle sich dabei eher um ein Warn- als um ein Notsignal. Jedoch geht der Wissenschaftsoffizier Ash nicht auf ihre Bedenken ein.
Neugierig nähert sich Kane einem der Gebilde, in dessen Inneren sich etwas bewegt. Das „Ei“ öffnet sich, ein spinnenartiges Wesen schießt heraus, durchbricht Kanes Helmvisier und klammert sich an seinem Gesicht fest. Dallas und Lambert bringen den bewusstlosen Kane zur Nostromo zurück. Ripley verweigert ihnen unter Berufung auf die Quarantänevorschriften den Zugang, doch Ash öffnet eigenmächtig die Zugangsschleuse und lässt sie herein. Auf der Krankenstation gelingt es nicht, den Fremdorganismus gewaltsam zu entfernen, da sich dabei der um Kanes Hals gewickelte Schwanz zusammenzieht und ihn zu ersticken droht. Ash stellt fest, dass der Organismus Kane mit Sauerstoff versorgt und ihn am Leben erhält. Als er das Wesen auf Dallas Befehl hin entfernen soll, spritzt extrem ätzendes, säureartiges Blut hervor. Eine chirurgische Entfernung des Parasiten ist damit unmöglich. Nach einer gewissen Zeit sehen Dallas, Ash und Ripley, dass der Fremdorganismus von Kane abgefallen und gestorben ist.
Die Crew macht sich auf den Rückweg zur Erde. Kane erwacht und scheint sich erholt zu haben. Während des Essens beginnt er plötzlich anfallartig zu husten und sich zu verkrampfen. Ein augenloses und wurmartiges Wesen mit spitzen Zähnen bricht von innen aus seinem Brustkorb hervor und verschwindet in den labyrinthartigen Gängen des Schiffes. Kane stirbt dabei. Die schockierte Crew entschließt sich, das Wesen zu jagen. Wie sich herausstellt, hat es sich gehäutet, ist schnell gewachsen und hat eine andere Form angenommen.
Auf der Suche nach dem Wesen wird zuerst Brett von ihm getötet. Parker vermutet, dass es sich in den Luftschächten fortbewegt. Dallas steigt in das verzweigte System ein und versucht, das Wesen mit einem Flammenwerfer zur Luftschleuse zu treiben, von wo es ins All geschleudert werden soll. Auf einem Monitor sehen Lambert und Parker, dass es sich auf Dallas zubewegt und fordern ihn auf, den Schacht sofort zu verlassen. Da ihm dies nicht rechtzeitig gelingt, wird er angegriffen und verschwindet spurlos.
Ripley nutzt ihre neue Position als ranghöchster Offizier dazu, den Hauptcomputer Mutter zur vermeintlichen Unfähigkeit des Wissenschaftsoffiziers Ash zu befragen. Sie erfährt, dass der Abstecher zu dem Mond von Anfang an geplant war, und dass die Gesellschaft, bei der die Crew angestellt ist, Ash angewiesen habe, das extraterrestrische Wesen („Alien“) mitzunehmen. Die ahnungslose Crew hingegen sei entbehrlich. Als Ash versucht, Ripley gewaltsam zum Schweigen zu bringen, zeigt sich, dass er ein Android ist. Während eines Kampfes mit Parker wird ihm der Kopf abgetrennt. Er wird kurzzeitig reaktiviert, bestätigt den Plan und bringt seine Bewunderung für die tödliche Perfektion der fremden Spezies zum Ausdruck. Ripley, Parker und Lambert beschließen, das Schiff aufzugeben und mit der Rettungskapsel zu fliehen. Bei der Vorbereitung tötet das Alien Parker und Lambert, so dass Ripley nun die einzige Überlebende an Bord der Nostromo ist.
Um die anscheinend unbesiegbare Kreatur zu töten, aktiviert Ripley den Selbstzerstörungsmechanismus des Raumschleppers. Während der Countdown läuft, muss sie wieder umkehren, weil das Alien ihr den Weg zur Rettungskapsel versperrt. Ihr Versuch, den Selbstzerstörungsmechanismus außer Kraft zu setzen, scheitert zwar, doch sie kann schließlich mit der Rettungskapsel Narcissus entkommen. Aus der Ferne sieht sie, wie die Nostromo durch die Explosion zerstört wird. Die Erleichterung ist nur von kurzer Dauer, da das Wesen nicht vernichtet worden ist, sondern in einer Nische der Rettungskapsel kauert. Am Ende gelingt es Ripley, die sich einen Raumanzug angezogen hat, das Alien durch Öffnen der Ausstiegsluke und die dadurch entstehende Dekompression, sowie durch Abfeuern eines harpunenartigen Enterhakens aus der Rettungskapsel zu schleudern. Da das Kabel des Hakens durch die sich schließende Luke festgeklemmt wird, bleibt auch das Alien zunächst an das Schiff gebunden und kriecht in die Antriebsturbine, die Ripley nun aktiviert, wodurch das Wesen endgültig in den Weltraum hinausgestoßen wird (im Film Alien: Romulus wird gezeigt, dass das Alien dies überlebt). In der Hoffnung auf eine spätere Rettung begibt sie sich zusammen mit der Schiffscrewkatze Jones, Spitzname Jonsy, in die Kälteschlafkapsel.
Veröffentlichungen und deutsche Fassung Ellen Louise RipleyDas Bonusmaterial der Alien Anthology (Blu-ray) enthält die Nostromo-Akten mit den vollständigen Namen der Besatzungsmitglieder. Im Film werden nur die Nachnamen verwendet. Sigourney Weaver Helgard Bruckhaus Cpt. Arthur Dallas Coblenz Tom Skerritt Sigmar Solbach Ash Ian Holm Mogens von Gadow Samuel Elias Brett Harry Dean Stanton Friedrich Georg Beckhaus Gilbert Ward Kane John Hurt Frank Glaubrecht Joan Marie Lambert Veronica Cartwright Alexandra Lange Dennis Monroe Parker Yaphet Kotto Helmut Krauss Alien Bolaji Badejo „Mutter“ (Stimme) Helen Horton Dagmar Altrichter
Der Film startete am 25. Mai 1979 in den US-Kinos sowie am 25. Oktober 1979 in Deutschland und war ein kommerzieller Erfolg. Gegenüber einem geschätzten Budget von 11 Mio. US-Dollar spielte er weltweit rund 109 Mio. US-Dollar ein. Inflationsbereinigt entspricht dies inzwischen Gesamteinnahmen von etwa Mio. US-Dollar.
Die deutsche Synchronisation wurde von der Berliner Synchron Wenzel Lüdecke erstellt. Joachim Kunzendorf war verantwortlich für das Dialogbuch und die Dialogregie.
Im Jahr 2004 kam zum 25-jährigen Jubiläum Alien – Director’s Cut (DC) mit einigen zuvor entfallenen Szenen und digital überarbeitetem Bild und Ton in die Kinos. Zugleich wurden bekannte Szenen gekürzt oder herausgeschnitten, so dass der DC eine kürzere Laufzeit als die Originalversion aufweist. Die Bezeichnung „Director’s Cut“ (Wunschversion des Regisseurs) ist in diesem Fall jedoch nicht korrekt, sie wurde nur zu Marketing-Zwecken verwendet. Ridley Scott sagte ausdrücklich, dass die Originalversion absolut seinen Vorstellungen entsprach und somit der eigentliche „Director’s Cut“ sei. Die jetzt als DC vermarktete Version sieht Scott eher als Alternativversion, die ein wenig an moderne Sehgewohnheiten angepasst sei. Eine zuvor entfallene Szene, die in der Director’s-Cut-Version eingebaut wurde, zeigt Captain Dallas, der nicht tot ist, sondern vom Alien eingesponnen wurde und Ripley darum bittet, ihn mit dem Flammenwerfer zu töten.
Entstehung Im Rohschnitt war der Film 192 Minuten lang. In einer gelöschten Szene ist zu sehen, dass das Alien die Körper der Crew benutzt, um neue Eier zu produzieren. Die Konflikte innerhalb der Besatzung kamen in der ursprünglichen Drehbuchfassung deutlicher zum Ausdruck, da sie dort auf eigene Rechnung unterwegs waren und es mehr um den Profit aus der eventuellen Bergungsaktion ging. Im ersten Drehbuchentwurf hießen die Kreatur wie auch der Film noch . Als alternatives Ende des Films wurde erwogen, dass Ripley im Rettungsshuttle-Duell mit dem Alien getötet würde und das Alien anschließend mit der Stimme von Captain Dallas einen Funkspruch an die Erde schickt; die Idee wurde aber schließlich verworfen. Die Namen „Nostromo“ und „Narcissus“ sind Anspielungen auf die Werke Nostromo und Der Nigger von der Narcissus von Joseph Conrad. Das Alien wurde von HR Giger entworfen, dem diese Arbeit einen Oscar einbrachte. Für den Facehugger, ein spinnenartiges Wesen, das sich auf dem Gesicht des Opfers festsetzt und einen Embryo in dessen Körper pflanzt, ließ er sich von den Fingern einer menschlichen Hand inspirieren. Für die bei der Obduktion des toten Facehuggers sichtbaren inneren Organe wurden Muscheln, darunter Austern, und eine Schafsleber verwendet. Die Entwicklungsstadien der Kreatur sowie die Kulissen des Films zeigen den Einfluss des US-amerikanischen Schriftstellers H. P. Lovecraft.Sunand Tryambak Joshi: H. P. Lovecraft – Leben und Werk. Band 2, Deutsch von Andreas Fliedner, Golkonda-Verlag, München 2020, S. 606. Dan O’Bannon lernte Moebius, HR Giger und Chris Foss bei Alejandro Jodorowskys nicht fertiggestellter Verfilmung von Dune kennen und engagierte sie dann für Alien. Moebius erstellte das Design der Raumanzüge, wohingegen Foss’ Designs für Raumschiffe und Architekturen bei Alien nicht verwendet wurden. Stattdessen kamen die Entwürfe von Ron Cobb (1937–2020) zum Einsatz. Für die Konstruktion des Alien-Kopfes mit seinem komplexen Kiefermechanismus wurde der italienische Modellbauer Carlo Rambaldi engagiert, der auch die aufwendigen Puppenbauten von E.T. – Der Außerirdische, den Gildennavigator aus David Lynchs 1984 gedrehtem Der Wüstenplanet und den King Kong im ersten Remake von 1976 baute. Der Vorspann des Films wurde von Richard Greenberg und Stephen Frankfurt gestaltet. Das Musikstück, das Captain Dallas im Raumgleiter hört, ist Eine kleine Nachtmusik von Mozart. Für den Abspann wurde ein Stück aus der Symphony No. 2 (‚Romantic‘) des Komponisten Howard Hanson verwendet. Viele Szenen mit dem als Alien kostümierten Schauspieler, dem 2,08 Meter großen Bolaji Badejo, wurden, laut Audiokommentar von Ridley Scott auf der DVD, im fertigen Film nicht verwendet, weil es „lächerlich aussah“. Die Idee, das Monster wenig zu zeigen, wurde auch für die Verfilmung Der weiße Hai verwendet. Um einige Szenen realistischer wirken zu lassen, wurden sie zwar den Darstellern grob erklärt, aber Details offengelassen. So wurden sie zum Beispiel völlig unerwartet mit Theaterblut bespritzt, als das Alien während des Essens aus Kanes Brustkorb herausplatzt. Die Episode „Ungeheuer an Bord“ (Discord in Scarlet) aus dem Buch Die Expedition der Space Beagle von A. E. van Vogt lieferte offensichtlich die Vorlage für das Drehbuch. Nach einem Rechtsstreit wurden Vogt 50.000 US-Dollar zugesprochen.