Sextus Iulius Maior Antoninus Pythodorus († nach 163 n. Chr.) war ein griechischsprachiger SenatorPausanias 2, 27, 6. und Bauherr im Römischen Reich, der im 2. Jahrhundert n. Chr. lebte.
Abstammung und Familie
Pythodorus entstammte der kleinasiatischen Stadt Nysa. Seine Familie lässt sich bis Chairemon von Nysa zurückführen, der von Mithridates VI. im Ersten Mithridatischen Krieg wegen seiner Romtreue geächtet wurde und bei der Blutnacht von Ephesos ums Leben kam. Dessen Sohn, Pythodoros, entkam nach Rhodos. Seine Tochter, Pythodoris, heiratete später den König Polemon von Pontos. Da Pythodoris wiederum ihre Tochter, Antonia Tryphaina, mit Kotys VIII., dem König von Thrakien, vermählten konnte, besaß das Geschlecht verwandtschaftliche Beziehungen zu mehreren Herrscherdynastien um das Schwarze Meer.
Pythodorus selbst gehörte der mobilen, griechischsprachigen Elite der römischen Kaiserzeit an. Sein Vater Sextus Iulius Maior war im Jahr 126 SuffektkonsulWerner Eck, Peter Weiß: Hadrianische Konsuln. Neue Zeugnisse aus Militärdiplomen. In: Chiron. Band 32, 2002, S. 483. und Legat in verschiedenen Provinzen des Imperium Romanum. Seine Mutter war Iulia Antonia Eurydice. Ein Sohn, Pythodorus, ist uns aus den Hieroi Logoi des Aelius Aristides überliefert.Aelius Aristides, Hieroi Logoi 47,35.
Leben
Pythodorus selbst hat den cursus honorum wohl nur bis zur Prätur durchlaufen.Christian Habicht: Iulius Maior aus Nysa, Eponym in Kyzikos. In: Hyperboreus. Band 11, Nr. 1, 2005, S. 115. In Kyzikos wurde ihm die eponyme Hipparchie verliehen.Adolf Wilhelm: Griechische Königsbriefe (= Klio-Beihefte. Band 48). Leipzig 1943, S. 22. Bekannt ist er jedoch vor allem durch seine Bautätigkeit. In Nysa ließ er das Gerontikon mit Statuen der Kaiserfamilie und seiner eigenen schmücken.Musa Kadıoğlu: Das Gerontikon von Nysa am Mäander (= Forschungen in Nysa am Mäander. Band 3). Darmstadt 2014. In Epidauros errichtete er unter anderem eine Therme mit Bibliothek, ein Geburts- und Sterbehaus, eine Zisterne und ein Brunnenhaus am Heiligtum des Apollon Maleatas, das sogenannte Epidotion sowie Tempel für Hygieia und die ägyptischen Instanzen von Apollon und Asklepios.Pausanias 2, 27, 6–7. Darüber hinaus ließ er die Stoa des Kotys wiedererrichten. Vielleicht stiftete er auch eine wertvolle Statue des Asklepios.Friedrich Freiherr Hiller von Gaertringen: Antoninus? In: Hermes. Band 64, 1929, S. 63–68. Zum Dank für seine rege Bautätigkeit im Heiligtum erhielt er von den Epidauriern den Titel „Wohltäter“ (εὐεργέτης).IG IV² 684
Literatur
Christian Habicht: Altertümer von Pergamon VIII 3: Die Inschriften des Asklepieions. Berlin 1969, S. 63–66. Christian Habicht: Iulius Maior aus Nysa, Eponym in Kyzikos. In: Hyperboreus. Band 11, Nr. 1, 2005, S. 114–120. Friedrich Freiherr Hiller von Gaertringen: Inscriptiones Graecae IV². Inscriptiones Epidauriae. Berlin 1929, S. XXXV–XXXVII. Louis Robert: Iulius Antoninus de Nyse. In: Revue Numismatique 1936, S. 293–294.
Einzelnachweise
Kategorie:Römer Kategorie:Römischer Senator Kategorie:Geboren im 1. oder 2. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 2. Jahrhundert Kategorie:Mann