mini|281x281px|Mōri Motonari Mōri Motonari (毛利 元就, 16. April 1497 – 6. Juli 1571) war ein bekannter Daimyō in der Region Chūgoku im Westen Japans während der Sengoku-Zeit des 16. Jahrhunderts. Er war als großer Stratege bekannt, der als kleiner lokaler Kriegsherr kleine Teile der Provinz Aki kontrollierte und die Macht seines Klans durch Krieg, Heiratspolitik und Intrigen auf fast die gesamte Region Chūgoku ausdehnte. Damit wurde er zu einem Paradebeispiel des Gekokujō, grob übersetzt Die Überwaltigung der Oberen durch die Unteren, in der Sengoku-Zeit.
Der Mōri-Klan führte seine Ursprünge auf Ōe no Hiromoto, einen Berater des ersten Shoguns von Japan, Minamoto no Yoritomo, zurück. Eingebettet zwischen den mächtigen Amago- und Ōuchi-Klans führte Motonari seinen Klan, indem er Krieg und Diplomatie sorgfältig ausbalancierte. Schließlich gelang es Motonari, beide zu besiegen. In seinen späteren Jahren übernahm er zudem die Provinz Bungo vom Ōtomo-Klan. Motonari regierte von der Burg Yoshida-Kōriyama, der Hauptbastion des Klans seit dem frühen 14. Jahrhundert.
Frühes Leben und Kindheit Mōri Motonari wurde am 16. April 1497 unter dem Namen Shōjumaru als zweiter Sohn seines Vaters Mōri Hiromoto in der Provinz Aki geboren, über seine Mutter ist lediglich bekannt, dass sie aus einer Familie des Fukubara-Klans kam. Seine Kindheit verbrachte er auf der Burg Suzuo.
Es gab Spannungen mit dem lokalen Zweig des Takeda-Clans und den Amago. 1499 fand sich Mōri Hiromoto dann vor einer drohenden Invasion des Amago-Klans aus Izumo wieder und verbündete sich daraufhin mit den Ōuchi. Zu der Zeit beteiligte sich der Kopf dieses Klans, Ōuchi Yoshioki, an der Kanonenbootpolitik von Kyoto und während seiner Abwesenheit konnten die Amago ihren Einfluss ausdehnen. Im Jahr 1500 war Motonaris Vater in einen weiteren Machtstreit verwickelt und beschloss seine Position als Kopf der Familie an Motonaris erst achtjährigen, älteren Bruder Mōri Okimoto zu übergeben, nachdem das Ashikaga-Shogunat Druck auf ihn ausgeübt hatte.
Okimoto übernahm dann die Burg Yoshida-Kōriyama, die wichtigste Festung des Klans. Motonari begleitete daraufhin seinen Vater zur Burg Surukake, da es üblich war, dass der Hauptsitz eines Klans nur vom entsprechenden Daimyō und seinen engsten Gefolgsleuten besetzt war.
In den Jahren 1501 und 1506 starben zuerst Motonaris Mutter und dann sein Vater an einer Alkoholvergiftung, als er gerade neun Jahre alt war. 1511 erreichte Motonari mit seinem Genpuku offiziell das Erwachsenenalter und erhielt damit seinen richtigen Namen: Mōri Motonari. Schließlich starb 1516 auch sein älterer Bruder mit 24 Jahren. Dessen Nachfolge wurde von seinem Sohn Komatsumaru angetreten, der jedoch noch ein Kleinkind war, weswegen Motonari ab da als Regent fungierte.
Regentschaft mini|325x325px|Japan um 1490, die Mōri sind so unbedeutend, dass sie nicht eingezeichnet sind. In Violett die Ōuchi und in Rot die Takeda. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters und seines Bruders war der Mōri-Klan schwach und verwundbar. Der mächtigste Daimyō der Region, Takeda Motoshige nutzte die Situation aus, sammelte eine Armee von 5.000 Mann und rückte im Oktober 1517 in das Gebiet des Kikkawa-Klans, Verbündete der Mōri, rund um die Burg Arita vor. Auch der Amago-Klan begann seine Truppen zu mobilisieren. Ein paar Wochen später plünderte Motoshige direkt auf dem Territorium des Mōri-Clans. Daraufhin übernahm Motonari das Kommando über eine Entsatzarmee, um die Burg Arita von den vorrückenden Takeda-Streitkräften zu befreien.
Schlacht von Arita-Nakaide Hauptartikel: Schlacht von Arita-Nakaide
Da die meisten Streitkräfte des Ōuchi-Clans in Kyoto bei Ōuchi Yoshioki waren, konnten die Mōri sie nicht um Hilfe bitten und Motonari mobilisierte stattdessen nur seinen eigenen Klan. Insgesamt umfasste die Mōri Streitkraft zusammen mit dem Kikkawa-Klan etwa 1.000 Mann.
Auf dem Marsch nach Arita trafen die Mōri auf die Vorhut der Takeda, welche schon bald von deren Hauptstreitkraft unter Takeda Motoshige selbst verstärkt wurde. Die von den Mōri angeführten Streitkräfte waren zahlenmäßig stark unterlegen, gerieten ins Wanken und fielen auf ein nahegelegenes Flussufer zurück. Einer der feindlichen Kommandeure, Kumagai Motonao war in den vordersten Reihen und ermutigte seine Männer, als er von einem Pfeil getroffen und getötet wurde. Dies resultierte in Panik, wodurch die Takeda stark aufgerieben wurde. Motoshige selbst rückte zu Pferd über den Fluss vor, wurde aber ebenfalls von einem Pfeil getroffen und getötet, was den Wendepunkt der Schlacht markierte, die Takeda flohen und erlitten schwere Verluste.
Die Schlacht war der Beginn des Niedergangs des Takeda-Klans in Aki, welcher führerlos in einen Bürgerkrieg verfiel und damit die militärische Expansion der Mōri ermöglichte, welche nach und nach die Hälfte des Takeda Territoriums eroberten.
Vasallisierung durch die Amago Trotz des Sieges über die Takeda blieb der Amago-Klan eine große Bedrohung und die Mōri blieben eine weitgehend unbedeutende regionale Macht. Ab 1518 unternahm der Daimyō der Amago, Amago Tsunehisa eine Reihe von Überfällen auf das Land des schwächelnden Ōuchi-Klans was die Rückkehr von Ōuchi Yoshioki aus Kyōto zur Folge hatte. 1521 wurde ein formeller Friedensvertrag zwischen den beiden Clans unterzeichnet, der jedoch nur ein Jahr anhielt.
Um 1522 heiratete Motonari die Tochter von Kikkawa Kunitsune, diese Verbindung sicherte nicht nur das Bündnis mit dem Kikkawa-Klan, sondern brachte Motonari drei Söhne und damit einen Erben ein. Diese Bündnis konnte jedoch nicht bestehen als im darauffolgenden Jahr Tsunehisa in Aki einfiel, welches für die Ōuchi bisher ein willkommener Puffer zwischen ihnen und den Amago gewesen war. Um das Überleben seines Klans, der im größeren Konflikt der Ōuchi mit den Amago gefangen war, zu sichern unterwarf sich Motonari den Amago.
Motonari wurde sofort gegen die Burg Kagamiyama des lokalen Fusanobu-Klans, einem Verbündeten von Ōuchi Yoshioki, entsandt, während Tsunehisa selbst gegen die Burg Kanayama marschierte. Tsunehisa machte keine Fortschritte, aber Motonari war schließlich 1523 erfolgreich. Es kann sein, dass Tsunehisa auf Motonaris Talent und Expertise aufmerksam wurde und ihm misstrauisch gegenüberstand, denn von da an würde eine Kluft zwischen Tsunehisa und Motonari erwachsen.
Aufstieg mini|530x530px|Motonari mit seinen Gefolgsleuten. Im Juli 1523 starb Motonaris Neffe Komatsumaru, das nominelle Oberhaupt des Clans, unter mysteriösen Umständen im Alter von neun Jahren. Es gilt als wahrscheinlich, dass Motonari dessen Ermordung veranlasst hatte. Die hochrangigen Mōri-Vasallen trafen sich und beschlossen, Motonari die Führung anzubieten, welche er am 10. August annahm.
Bürgerkrieg im Mōri-Klan Einige der Vasallen waren jedoch anderer Meinung und als Motonari 1524 von seinem Lehensmann Katsura Hirozumi verraten wurde, war er gezwungen, ihn in einer offenen Feldschlacht nicht weit von der Burg Yoshida-Kōriyama zu besiegen. Ebenfalls 1524 erfuhr Motonari von einer Verschwörung, die von einem weiteren seiner Untergebenen, Sakagami Sosuke, angeführt wurde, um ihn zu ermorden und seinen Halbbruder Aiō Mototsuna als neuen Daimyō einzusetzen. Die Verschwörer wurden jedoch im April auf der Burg Funayama besiegt.
Bruch mit den Amago Zusammen mit den Familienproblemen um die Nachfolge wurden die Beziehungen zwischen Motonari und Amago Tsunehisa allmählich feindseliger. Im März 1525 beschlossen Motonari und mehrere andere lokale Daimyōs, die Seiten zu wechseln und zu den Ōuchi überzulaufen. Im Juni marschierte Ōuchi Yoshioki mit seinen neuen Verbündeten auf die Burg Kagamiyama des Amago-Klans und stürmte sie.
1529 starb Yoshioki und wurde von seinem Sohn Ōuchi Yoshitaka abgelöst. Amago Tsunehisa begann Verhandlungen mit Takahashi Okimitsu, einem Verwandten mütterlicherseits des verstorbenen Mōri Kōmatsumaru, der zuvor an der Verschwörung teilhatte Motonaris Halbbruder Aiō Mototsuna als Oberhaupt des Mōri-Clans einzusetzen. Motonari handelte schnell und zerschmetterte den Takahashi-Clan, was ihm ein weiteres großes Territorium in der Provinz Aki brachte. Motonaris älteste Tochter war jedoch eine politische Geisel des Takahashi-Clans und wurde deswegen hingerichtet.
Konsolidierung und wachsende Bedrohung durch die Amago Im Jahr 1533 war die Position der Mōri in Aki gesichert. Durch Diplomatie hatte Motonari mehrere lokale Daimyōs wie die Shishido, Kumagai und Amano unter seinem Banner versammelt. 1534 besiegte Motonari die lokalen Klans der Miya und Tagayama. Motonari knüpfte auch Verbindungen zu seinen ehemaligen Feinden, dem Takeda-Klan und schuf ein starkes Machtnetzwerk.
Schließlich begannen die Ōuchi und Amago, die Mōri erneut mit Misstrauen zu sehen. Die Amago hatten eindeutig kein Vertrauen in Motonari, da er sie verraten und ihre Verbündeten besiegt hatte. Die Ōuchi wurden auch misstrauisch gegenüber der wachsenden Macht der Mōri, so dass 1537 Motonaris ältester Sohn Mōri Takamoto als politische Geisel an den Ōuchi-Clan übergeben wurde.
1539 kämpfte Ōuchi Yoshitaka gegen den Ōtomo-Klan und den Shōni-Klan im Norden von Kyūshū, um die Kontrolle über das Gebiet zu erlangen. Im selben Jahr fiel die Burg Sato-Kanayama, die letzte Bastion des Takeda-Klans, nunmehr ein Vasall der Amago. Das Familienoberhaupt Takeda Nobuzane floh nach Wakasa, wo die Takeda eine Zweigfamilie hatten.
Amago Tsunehisa hatte sich 1540 nominell zurückgezogen und die Führung des Klans an seinen Enkel Haruhisa, auch bekannt als Akihisa, übergeben. Amago Haruhisa plante den Mōri-Klan und andere Ōuchi Vasallen zu zerstören und wollte Provinz Aki wieder vollständig unter die Herrschaft der Amago bringen.
Belagerung von Yoshida-Kōriyama Eine Streitkraft unter Amago Hisayuki erhielt die Aufgabe einen Mōri Verbündeten, den Shishido-Klan in Aki, zu beschäftigen und abzulenken, während Amago Haruhisa mit 30.000 Mann die Hauptbasis von Motonari, die Burg Yoshida-Kōriyama, angriff, die von 8.000 Mann verteidigt wurde.
Die Anfangsphase des Feldzugs begann im Juni 1540. Amago Hisayuki, sein Sohn Amago Masahisa und sein Neffe Kunihisa führten ihre Truppen an, um das Gebiet von Motonaris Verbündetem, dem Shishido-Klan, anzugreifen. Im August versammelte Amago Haruhisa seine Streitmacht in der Provinz Izumo, marschierte auf die Burg Yoshida-Kōriyama und errichtete in der Nähe ein Hauptquartier. Zu diesem Zeitpunkt waren dringende Hilfsersuchen an die Ōuchi in der Provinz Suō gesandt worden. Zwei Tage nach ihrer Ankunft starteten die Amago einen Angriff auf die Burg.
Die Entsatzarmee der Ōuchi, bestehend aus 10.000 Mann unter der Führung von Sue Takafusa verließ die Provinz Suō schließlich im November und hielt auf Miyajima an, um am Itsukushima-Schrein für einen Sieg zu beten, bevor sie in Aki landete und zur Burg marschierte. Sie kamen im Dezember 1540, vier Monate nach Beginn der Belagerung, vor der Festung an. Im folgenden Monat kam es zu einer Reihe von ergebnislosen Gefechten und Scharmützeln zwischen den gegnerischen Armeen. Motonari verteidigte seine Burg unterdessen erfolgreich gegen die Sturmversuche der Amago.
In der Zwischenzeit traf die andere Amago-Truppe unter Amago Hisayuki ein, die die Shishido besiegt hatte. Das Lager der Amago wurde daraufhin in einem koordinierten Ausfall von den Mōri und Ōuchi angegriffen. In dem darauffolgenden Kampf wurde Amago Hisayuki von einem Pfeil getötet und die Amago erlitten schwere Verluste. Nach diesem Kampf entschieden sich die Amago, deren Versorgungslinien von der Entsatzarmee blockiert waren und da sie unter schlechter Moral litten, für den Rückzug. Die Mōri und Ōuchi verfolgten sie, wurden aber durch Schneefall behindert.
Als Folge der gescheiterten Belagerung übernahm Yoshitaka die Initiative und plante eine Feldzug in das Gebiet der Amago, welcher die Eroberung der Burg Toda zum Ziel hatte.
Marsch auf Toda mini|233x233px|Alte Karte der Burg Toda.