mini|hochkant=1.25|Rennwagen FIA F1 Austria 2023 Nr. 1 Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2023 war die 74. Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie umfasste in der ursprünglichen Planung 24 Große Preise und 6 Sprintrennen. Doch wurde der der Große Preis von China wegen der andauernden COVID-19-Pandemie noch vor der Saison letztlich ersatzlos abgesagt, und der Große Preis der Emilia-Romagna fiel kurzfristig wegen starker Regenfälle aus. Die Saison eröffnete mit dem Großen Preis von Bahrain am 5. März und schloss mit dem Großen Preis von Abu Dhabi am 26. November.
Max Verstappen gewann nach dem siebtletzten Rennen vorzeitig die Weltmeisterschaft und stellte damit den Rekord von Michael Schumacher aus der Saison 2002 ein. Die Konstrukteursweltmeisterschaft ging bereits ein Rennen früher an das Team Red Bull Racing, zum zweiten Mal in Folge und zum sechsten Mal insgesamt. Mit Vizeweltmeister Sergio Pérez errang Red Bull auch einen Doppelsieg in der Fahrerweltmeisterschaft und deutlich mehr als doppelt so viele Punkte wie das zweitplatzierte Team Mercedes AMG Petronas F1 Team.
Mit 19 Siegen und 21 Podestplätzen in 22 Rennen stellte Verstappen die Rekorde für die meisten Siege, die meisten Podestplätze und die höchste Siegquote in einer Formel-1-Saison auf. Außerdem war es das einzige Mal in der Formel-1-Geschichte, dass der Weltmeister mehr als doppelt so viele Punkte wie der Vizeweltmeister errang.
Änderungen 2023 Strecken Im Rahmen der Weltmeisterschaft 2023 war zunächst die Austragung von 24 Rennen vorgesehen. Der Große Preis von Las Vegas kehrte in den Rennkalender zurück, dieses Mal als Nachtrennen am Samstagabend auf einem Straßenkurs entlang des Las Vegas Strip. Der Große Preis von Las Vegas fand zuletzt 1982 statt.
Die Streckenführungen von zwei Rennen wurden geändert. In Saudi-Arabien gab es kleinere Änderungen, während in Singapur aufgrund von Arbeiten am Stadtbild mehrere Kurven entfernt wurden.
Auch der Große Preis von Katar kehrte nach einjähriger Pause in den Rennkalender zurück. Ursprünglich sollte der Grand Prix nicht mehr auf dem Losail International Circuit stattfinden, sondern auf einer aktuell noch geplanten neuen Rennstrecke, jedoch wurde im Rennkalender letztlich Losail bestätigt. Dafür entfiel der Große Preis von Frankreich, der von 2018 bis 2022 auf dem Circuit Paul Ricard ausgetragen wurde.
Der Große Preis von China war im ursprünglichen Rennkalender vorgesehen, wurde aber zum vierten Mal in Folge aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt, womit sich die Anzahl der geplanten Rennen auf 23 reduzierte. Der Große Preis der Emilia-Romagna wurde aufgrund von Überschwemmungen in der Region abgesagt, die Anzahl der Rennen reduzierte sich somit auf 22.
Formel-1-CEO Stefano Domenicali hatte Gespräche aufgenommen, um den Großen Preis von Südafrika auf dem Kyalami Grand Prix Circuit, der zuletzt 1993 stattfand, in den Kalender zurückzubringen. Es kam aber nicht zu einem Vertrag und im Rennkalender wurde dieser nicht berücksichtigt.
Sportliches Reglement Die Anzahl der 2021 eingeführten Sprint-Rennen wird ab der Saison 2023 von drei auf sechs erhöht. Die Sprints der Saison finden in Aserbaidschan, Österreich, Belgien, Katar, den USA und Brasilien statt.
Das Format der Sprint-Wochenenden ändert sich gegenüber der Vorsaison: So bestimmt das Qualifying am Freitag nun die Startaufstellung für den Grand Prix am Sonntag. Für den etwa 100 km langen Sprint am Samstag findet nun eine zusätzliche, als Sprint-Shootout bezeichnete Qualifikation statt, die – analog zum üblichen Qualifying – in drei Abschnitten, aber in verkürzter Form (zwölf, zehn bzw. acht Minuten) ausgetragen wird. Hierfür entfällt das freie Training am Samstag, womit es an Sprint-Wochenenden nur noch ein freies Training am Freitag gibt. Die Punktevergabe sieht wie folgt aus: 8-7-6-5-4-3-2-1 für die Top 8. Diese Punkte werden sowohl auf die Fahrerwertung als auch auf die Konstrukteurswertung angerechnet.
Auf den Strecken in Bahrain, Dschidda, Melbourne, Baku und Miami werden die DRS-Zonen geändert. Die Strecke in Montmeló wurde erstmals seit 2006 ohne Schikane im letzten Sektor befahren.
Weitere Änderungen
Die Teams mussten einige Änderungen an den Chassis vornehmen, die Auswirkungen auf die Sicherheit der Fahrer und auf die Aerodynamik haben. So wurden die Unterböden am Rand um 15, in der Mitte um 10 Millimeter angehoben. Damit sollen das Aufsetzen (Porpoising) und mögliche gesundheitliche Folgen für die Fahrer verhindert werden. Die Beweglichkeit des Unterbodens wurde verringert und es gab Änderungen an Front- und Heckflügel. Für bessere Sicht nach hinten wurden die Rückspiegel vergrößert. Der Überrollbügel hinter dem Fahrerkopf wurde verstärkt.
Reifen Diese Reifen stellt Pirelli an den Rennwochenenden zur Verfügung: Nr. Grand Prix C0 C1 C2 C3 C4 C51 Hard|20px Medium|20px Soft|20px2 Hard|20px Medium|20px Soft|20px3 Hard|20px Medium|20px Soft|20px4 Hard|20px Medium|20px Soft|20px5 Hard|20px Medium|20px Soft|20px6 Hard|20px Medium|20px Soft|20px7 Hard|20px Medium|20px Soft|20px8 Hard|20px Medium|20px Soft|20px9 Hard|20px Medium|20px Soft|20px10 Hard|20px Medium|20px Soft|20px11 Hard|20px Medium|20px Soft|20px12 Hard|20px Medium|20px Soft|20px 13 Hard|20px Medium|20px Soft|20px 14 Hard|20px Medium|20px Soft|20px15 Hard|20px Medium|20px Soft|20px16 Hard|20px Medium|20px Soft|20px17 Hard|20px Medium|20px Soft|20px18 Hard|20px Medium|20px Soft|20px19 Hard|20px Medium|20px Soft|20px20 Hard|20px Medium|20px Soft|20px21 Hard|20px Medium|20px Soft|20px22 Hard|20px Medium|20px Soft|20px23 Hard|20px Medium|20px Soft|20px Hard|20px = Hard, Medium|20px = Medium, Soft|20px = Soft
In dieser Saison beliefert Pirelli als Einheitslieferant weiterhin die Formel mit den 305 mm breiten Vorderreifen (und mit 405 mm breiten Hinterreifen), die auf 18-Zoll-Felgen montiert sind. Sie stellen neben den P-Zero-Slick-Reifen auch Cinturato Intermediates (Vorderreifen: 305/675-13, Hinterreifen: 405/675-13) und Full-Wets (Vorderreifen: 305/680-13, Hinterreifen: 405/680-13) für Nässe zur Verfügung. Für jedes Rennwochenende stellt Pirelli auf die Rennstrecke angepasste Reifenmischungen bereit und gibt Empfehlungen für die optimale Nutzungsdauer. Für die Saison 2023 wurden die Reifen mit Hilfe der Erkenntnisse aus den Reifentests in der vergangenen Saison 2022 in Abu Dhabi und im Winter überarbeitet. Im Rennen von Silverstone kamen dank Ausnahmegenehmigung der FIA nach Tests in Barcelona neue Reifen zum Einsatz.
Die Anzahl der zur Verfügung gestellten Reifen ist dabei vom Reglement vorgeschrieben. Ausnahmen bilden Rennen, die als Regenrennen deklariert sind. Seit 2023 gibt es sechs verschiedene Slicks (im Vergleich fünf im Jahr 2022) mit den Bezeichnungen C0 bis C5, wobei C0 die härteste und C5 die weichste Mischung (englisch compound, daher das C) darstellt. An der Farbmarkierung an der Außenwand des Reifens, sind die Reifentypen zu erkennen: Hard (weiß), Medium (gelb), Soft (rot). Die für die Saison 2023 von Pirelli überarbeiteten Regenreifen werden in zwei Kategorien Wet (blau) und Intermediate (grün) nach deren Wasserverdrängung pro Minute bei 300 km/h unterschieden. Intermediate verdrängt ca. 30 l/s und der Wet erreicht 85 l/s. Die Anzahl der zur Verfügung gestellten Reifen pro Auto ist begrenzt auf 13 Sätze Slicks und bei Bedarf sieben Sätze Regenreifen bei den meisten Rennen. Hard: 2 Sätze Medium: 3 Sätze Soft: 8 Sätze Intermediate: 4 Sätze Wet: 3 Sätze Nach jeder Trainingssession müssen die Teams pro Fahrer zwei Reifen mit der höchsten Rundenzahl abgeben, sodass zum Qualifying maximal sieben Reifensätze übrig bleiben. Erreicht ein Fahrer die dritte Qualifyingsession (Q3), muss hierfür ein Soft-Reifen reserviert werden, der danach ebenfalls abgegeben werden muss. In Rennen (außer Regenrennen) müssen mindestens zwei Reifenmischungen verwendet werden. Die retournierten Reifen werden untersucht und lösen gegebenenfalls Maßnahmen aus, die die Rundenzahl begrenzen. In Katar waren dadurch drei Reifenwechsel pro Auto vorgeschrieben.https://www.speedweek.com/formel1/news/214597/Reifen-Wirbel-in-Katar-FIA-verfuegt-3-Pflichtstopps.html
An den Wochenenden mit Sprints (sechs in diesem Jahr) gibt es zwölf Sätze Reifen: Hard: 2 Sätze Medium: 4 Sätze Soft: 6 Sätze Intermediate: 4 Sätze Wet: 3 Sätze Am Freitag muss nach dem Training und am Abend jeweils ein Reifensatz abgegeben werden. Zudem dürfen im Qualifying nur Softs eingesetzt werden, es muss ein Satz für Q3 reserviert werden. Je ein weiterer Reifensatz mit der höchsten Rundenzahl muss nach dem zweiten Training und dem Sprintrennen abgegeben werden.
An zwei Renn-Wochenenden (Ungarn und Italien) wird ein neues Qualifying-Format namens „Alternative Tyre Allocation“ (dt. alternative Reifenzuweisung) getestet, an denen für Q1 Hard-, Q2 Medium- und Q3 Soft-Reifen vorgegeben werden. Hier stehen dann folgende Reifen zur Verfügung: Hard: 3 Sätze Medium: 4 Sätze Soft: 4 Sätze Diese Regelung wird allerdings bei nassen Bedingungen aufgehoben.
Was können Intermediates:
Profil und Eigenschaften: Intermediate-Reifen haben eine profilierte Lauffläche, die dazu dient, Wasser von der Strecke zu leiten und den Kontakt zwischen den Reifen und der Fahrbahn zu verbessern. Sie sind eine Kompromisslösung zwischen Slick-Reifen (für trockene Bedingungen) und Vollwets (für starken Regen). Die Profilierung ermöglicht eine bessere Haftung auf nassen Strecken, ohne jedoch so tief wie bei Fullwets zu sein. Verwendung bei gemischten Bedingungen: Intermediate-Reifen werden typischerweise eingesetzt, wenn die Strecke nass oder leicht feucht ist, aber nicht so nass, dass Fullwets erforderlich wären. Sie bieten den Fahrern mehr Haftung und Kontrolle als Slick-Reifen auf nassen Strecken. Regelwerk: In der Formel 1 gibt es Regeln und Vorschriften, die den Einsatz von Intermediate-Reifen regeln. Fahrer und Teams müssen die Bedingungen auf der Strecke genau beobachten und entscheiden, wann der Wechsel zu Intermediates sinnvoll ist. Aktivierung des DRS: Der Einsatz von Intermediate-Reifen kann sich auf die Aktivierung des Drag Reduction Systems (DRS) auswirken. Wenn die Strecke zu nass ist, kann das DRS möglicherweise nicht aktiviert werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Kommunikation zwischen Team und Fahrer: Die Entscheidung, auf Intermediate-Reifen zu wechseln oder von ihnen wegzugehen, erfolgt oft in enger Abstimmung zwischen dem Fahrer und dem Renningenieur des Teams, basierend auf den aktuellen Wetterbedingungen und dem Streckenzustand.
Intermediate-Reifen spielen eine wichtige Rolle in der Strategie der Formel-1-Teams, insbesondere wenn das Wetter unvorhersehbar ist und sich während eines Rennens ändern kann. Sie bieten den Fahrern die Flexibilität, auf wechselnde Bedingungen angemessen zu reagieren und die optimale Performance zu erreichen.
Fahrer Sebastian Vettel gab im Juli 2022 seinen Rücktritt aus der Formel-1-Weltmeisterschaft zum Saisonende bekannt. Sein Cockpit bei Aston Martin übernahm Fernando Alonso, der Alpine nach zwei Jahren verließ.
Alpine nominierte zunächst Test- und Ersatzfahrer Oscar Piastri als Nachfolger, doch Piastri dementierte diese Ankündigung und betonte, er werde 2023 nicht für Alpine fahren. Piastri wechselte stattdessen zu McLaren, wo er Daniel Ricciardo ersetzte, obwohl dieser einen gültigen Vertrag für 2023 besaß. Der Vertrag wurde im Vorfeld einvernehmlich aufgelöst. Ricciardo kehrte als Test- und Ersatzfahrer zurück zu Red Bull Racing.
Das freie Cockpit bei Alpine ging an Pierre Gasly, dessen Platz bei AlphaTauri wiederum Nyck de Vries einnahm, der beim Großen Preis von Italien 2022 für Williams in der Formel-1-Weltmeisterschaft debütiert hatte. Am 11. Juli wurde bekannt gegeben, dass de Vries ab dem Großen Preis von Ungarn 2023 das Team verlässt, Daniel Ricciardo übernahm sein Cockpit.