Ursula Zoege von Manteuffel (verheiratete Ursula von Trebra-Lindenau; * in Poll, Gouvernement Estland, Russisches Kaiserreich; † 30. August 1910 in Blasewitz, Königreich Sachsen) war eine deutsche Schriftstellerin.
Leben Ursula entstammte baltischen und französischen Adelsgeschlechtern. Ihr Vater war Leo Baron Zoege von Manteuffel (1823–1908), ihre Mutter Alwine, geborene de la Trobe (1827–1860).Ursula Zoege gen. von Manteuffel Family Angaben Ihre Geschwister hießen Hans und Anna. Der Vater zog mit den Kindern und seiner neuen Ehefrau Sidonie von Trebra-Lindenau (1844–1888) bald nach Schlesien (Wandriß?) und später in der Steiermark, wo sie in abgelegenen Gütern lebten.Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten. 1913, S. 211, dort wurde das Jahr 1862 angegeben, die Mutter starb 1860, die Halbschwester Felicie Zoege von Manteuffel wurde aber bereits 1857 in Wandriß in Niederschlesien geboren; möglicherweise hatten sich die Eltern bereits um 1856 getrennt und der Vater hatte danach neu geheiratet (oder uneheliches Kind); der Vater Leo Graf Zoege von Manteuffel starb 1908 in Hohenegg in der Steiermark.
1885 heiratete Ursula den Major Hans Felix Ewald von Trebra-Lindenau (1847–1909), den jüngeren Bruder ihrer Stiefmutter und Sohn des Generals Hans Felix Eduard von Trebra-Lindenau.; wahrscheinlich nach standesamtlichem Heiratseintrag; Brümmer, S. 211, hatte dagegen 1878 (wahrscheinlich nach ihren Angaben) angegeben, was heißt, dass sie das Hochzeitsdatum um 7 Jahre zu früh angegeben hatte! Sie zog mit nach Blasewitz in die Naumannstraße 4, (Bismarck-Villa), jetzt Kulturdenkmal, wo sie ihr weiteres Leben verbrachte.
Schriftstellerisches Schaffen „In einem äußerst stillen, ungetrübten, aber an äußeren Ereignissen armen Familienleben in ländlicher Einsamkeit hatte sie Zeit genug, die vielen Gebilde ihrer Phantasie, die ganz ohne ihr Zutun sich entwickelten, niederzuschreiben, und so entstanden im Wetteifer mit ihrer Schwester, die der gleichen Neigung huldigte, eine ganze Reihe von Romanen, die als sauber geschriebene und solid gebundene Manuskripte allmählich einen kleinen Bücherschrank füllten. Verwandte, denen sie ihren Roman ‚Seraphine‘ geliehen hatte, beschlossen 1880 denselben einem Buchhändler zu übergeben und die Verfasserin mit dem Druck zu überraschen. Der Erfolg dieses Werkes ermutigte dann die Dichterin, nun auch ihre weiteren Arbeiten der Öffentlichkeit zu übergeben (...)“Brümmer, S. 211, mit diesem Zitat, das wahrscheinlich von ihr selber verfasst wurde (wie es damals bei Personenlexika allgemein üblich war)
Ursula Zöge von Manteuffel veröffentlichte insgesamt 17 Romane und Novellen, einige davon in der Deutschen Roman-Zeitung., mit vollständiger Bibliographie, vgl. auch Brümmer, S. 211 , mit einigen Digitalisaten; siehe auch WorldCat, DNB, und Börsenblatt digital Einige erschienen in mehreren Bänden und Auflagen, Lora (1885) wurde in das Französische übersetzt. Zur linken Hand gehörte um 1900 zu den meistgelesenen Büchern in einigen Bibliotheken.Das litterarische Echo, 1900/1901, Sp. 505–509, Die meistgelesenen Bücher; zitiert in Alberto Martino, Die deutsche Leihbibliothek, 1990, S. 454, siehe auch weitere Seiten des Buches
Ein Strauß unverwelklicher Blüten am Lebenswege gepflückt, München 1877Gotzmann, S. 1324; nicht bei Brümmer, S. 211 Seraphine, Georg Böhme, Leipzig, 1881, 2. Auflage 1886 Il Romano, Böhme, Leipzig, 1882 Mark Albrecht, Böhme, Leipzig, 1883 Das Majorat, Otto Janke, Berlin, 1884 Graf Lorenz, Janke, Berlin, 1884 Violette Fouquet, Janke, Berlin, 1885 Désirées Geheimnis, Böhme, Leipzig, 1885 Lora, Böhme, Leipzig, 1885 Digitalisat; französische Übersetzung 1891 Auf dem hohen Fels. Eine Geschichte aus alter Zeit, Janke, Berlin, 1890 Am langen See , Janke, Berlin, 1898 Jone. Eine Herzensgeschichte, Janke, Berlin, 1900 Zur linken Hand, E. Pierson’s, Dresden, 1900, 3. Auflage 1922Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vom 15. November 1922, S. 12737, Verlagsanzeige; suche auch in Volltextsuche nach weiteren Buchtiteln (Manteuffel + Buchtitel) Helmuth von Loysen, Pierson’s, Dresden, 1904 Sybold von Eck, Pierson’s, Dresden, 1906 Erneste, Pierson’s, Dresden, 1908 Liebesopfer, Janke, Berlin, 1909
Literatur Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prodaisten. 6. Auflage. Band 7. S. 211 (Ursula von Trebra-Lindenau), mit ausführlichsten biographischen Angaben , mit einigen Angaben
Weblinks Literatur von Ursula Zoege von Manteuffel WorldCat
, mit einigen Digitalisaten
Einzelnachweise
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