Kramhof ist ein Ortsteil der Stadt Waldmünchen im Landkreis Cham des Regierungsbezirks Oberpfalz im Freistaat Bayern.
Geografie Kramhof befindet sich auf einer Hochfläche zwischen dem 623 Meter hohen Höller Berg im Norden und dem 615 Meter hohen Kapellenberg im Süden. Die Ortschaft liegt 1,7 Kilometer südlich der tschechische Grenze und 3,7 Kilometer nordwestlich von Waldmünchen.
Geschichte Der Name Kramhof kann auf eine ursprünglich slawische Besiedlung hindeuten. „Kram“ könnte sich vom slawischen Wort „grab“ (polnisch, kroatisch: grab; slowakisch: hrab; russisch, serbisch: граб) = „Hainbuche“ ableiten. Kramhof wäre dann als Hainbuchenhof zu interpretieren. Es wird angenommen, dass seit dem 8. Jahrhundert im Osten der Oberpfalz einzelne slawische Ansiedelungen entstanden, die im friedlichen Nebeneinander existierten mit der zunächst spärlichen germanischen Bevölkerung, gekennzeichnet durch die echten Ing-Orte. Mit der im 11. und 12. Jahrhundert einsetzenden Landnahme wurden die Slawen mehr und mehr verdrängt.
1622 wird ein Hof in Kramhof (auch: Krahmhoff, Kromhof) erwähnt. 1808 gab es in Kramhof 1 Anwesen.
1808 wurde die Verordnung über das allgemeine Steuerprovisorium erlassen. Mit ihr wurde das Steuerwesen in Bayern neu geordnet und es wurden Steuerdistrikte gebildet. Dabei kam Kramhof zum Steuerdistrikt Untergrafenried. Der Steuerdistrikt Untergrafenried bestand aus den Dörfern Untergrafenried und Höll, den Weilern Arnstein, Kramberg und Wagenhof und den Einöden Eben und Kramhof.
1820 wurden im Landgericht Waldmünchen Ruralgemeinden gebildet. Dabei kam Kramhof zur Ruralgemeinde Untergrafenried. Zur Ruralgemeinde Untergrafenried gehörte neben Untergrafenried mit 40 Familien die Einöde Kramhof mit 2 Familien. Später (nach 1808) kam noch die Einöde Ringberg hinzu.
1978 wurde die Gemeinde Untergrafenried in die Stadt Waldmünchen eingemeindet.
Kramhof gehört zur Pfarrei Ast. 1997 hatte Kramhof 9 Katholiken.
Einwohnerentwicklung ab 1820 + 1820–1913 Jahr Einwohner Gebäude 1820 2 Familien k. A. 1838 7 1 1861 6 3 1871 10 4 1885 12 1 1900 7 1 1913 11 1
+ 1925–2011 Jahr Einwohner Gebäude 1925 10 1 1950 10 2 1961 12 2 1970 11 k. A. 1987 9 2 2011 9 k. A.
Literatur Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3
Einzelnachweise Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 7 Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 60 Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 126 Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 173 Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 124 Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 125 Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 193 Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 196 Emma Mages: Waldmünchen: Die Pflegämter Waldmünchen und Rötz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1, Heft 56, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1991, ISBN 3-7696-9917-3, S. 204 Dietrich-Jürgen Manske: Zur Frage der Höhensiedlungen im südöstlichen Oberpfälzer Wald. Wiederbesiedlung, Neurodung, Wüstfallen, in: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in München 53, 1968, S. 318
Zensus 2011 bei atlas.zensus2011.de. Abgerufen am 11. März 2022. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 54 Kramhof bei Bayernatlas. Abgerufen am 29. März 2022. Kramhof bei bavarikon.de. Abgerufen am 29. März 2022.
Kategorie:Geographie (Waldmünchen) Kategorie:Ort im Landkreis Cham Kategorie:Ersterwähnung 1622