mini|Die Knappenhalde ist die Abraumhalde der Zeche Oberhausen.

Die Zeche Oberhausen war ein Steinkohlenbergwerk in Oberhausen und das älteste Bergwerk im Grubenfeld Oberhausen. Das Bergwerk wurde von Franz Haniel gegründet und war die erste Hüttenzeche des Ruhrreviers, diese gehörte zum Bergrevier Oberhausen. Der Name der Zeche wurde abgeleitet von der Stadt Oberhausen, in der sich das Bergwerk befand. Bei der Aufschließung der Grubenfelder und beim Ausbau der Zeche haben sich der Bergwerksdirektor Kocks und der Grubenverwalter Stiepel besonders verdient gemacht. Das Bergwerk war ununterbrochen über 70 Jahre in Betrieb.

Grubenfeld und Geologie Das konsolidierte Feld Oberhausen umfasst eine Fläche von 83,8 km2 und besteht aus den Feldern Oberhausen und Neu-Oberhausen. Das Feld Oberhausen befindet sich im Gebiet der Ortschaften Bottrop, Borbeck, Buschhausen, Hiesfeld, Holten, Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade und hat eine Fläche von 38,334 km2. Die Lagerstätte befindet sich im Bereich der Emschermulde und der Lippemulde. Das Karbon ist hier überlagert durch Mergelschichten, die sich mit einem Einfallen von zwei bis drei Prozent nach Nordwesten absenken. Auf der südlichen Seite des Feldes beträgt die Mächtigkeit der Mergelschichten 134 Meter, im nördlichen Feldesteil liegt sie bei 330 Metern. Das Streichen der Flöze verläuft von Nordosten nach Südwesten. Im südlichen Feldesteil treten lokale Faltungen in der Lagerstätte auf. Die Feld wird von vier Hauptverwerfungen, die von Südosten nach Nordwesten verlaufen, durchsetzt.

Die Mächtigkeit der bauwürdigen Flöze liegt zwischen 0,6 und 2,2 Metern. In der Lagerstätte sind die Steinkohlenarten Magerkohle, Gas- und Gasflammkohle und Fettkohle vorhanden. Die gesamte Mächtigkeit der bauwürdigen Flöze liegt bei 33,4 Metern. Davon entfallen auf die Magerkohlengruppe 6,9 Meter, auf die Fettkohlengruppe 12,5 Meter, auf die Gaskohlengruppe 7,5 Meter und auf die untere Gasflammkohlengruppe 6,5 Meter. Es sind sowohl Flöze mit Bergemitteln als auch Flöze ohne Bergemittel vorhanden. Die Mächtigkeit der Bergemittel liegt, je nach Flöz, zwischen 0,1 und 1,0 Meter. Das Verhältnis der bauwürdigen Kohlenmächtigkeit zur Mächtigkeit des Nebengesteins liegt bei der Magerkohlengruppe bei 1:90, bei der Fettkohlengruppe bei 1:40,6, bei der Gaskohlengruppe bei 1:30,3 und bei der Gasflammkohlengruppe bei 1:20,7.

Geschichte Planung Im Jahr 1847 legte ein Konsortium, an deren Spitze die Gutsbesitzer Heinrich Dickmann aus Oberhausen und Daniel Morian aus Duisburg-Hamborn standen, eine Mutung auf ein Grubenfeld am Lipperheiderbaum unter dem Namen Königsberg ein. Die Lagerstätte lag in einer Teufe von 150 Metern. Für die Entblößung der Lagerstätte fehlte den meisten Gewerken das Geld. Aus diesem Grund erwarb Morian im Laufe der Jahre alle Kuxe der Gewerkschaft und bot sie Franz Haniel zum Kauf an. Im Jahr 1853 erwarb Franz Haniel diese Grubenfeldbesitzungen im Bereich der damals selbständigen Gemeinden Osterfeld und Sterkrade. Haniel erwarb das Grubenfeld für die Gewerkschaft Jacobi, Haniel & Huissen (Vorgängergesellschaft der Gutehoffnungshütte). Da die Hütten im Ruhrgebiet in den 1850er Jahren einen Boom erlebten, plante die Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huissen, ihr Grubenfeld Königsberg auszubeuten. Das neu zu errichtende Bergwerk sollte der Eigenversorgung mit Steinkohle und Koks dienen. Die Tagesanlagen des Bergwerks sollten auf einem firmeneigenen Gelände erstellt werden, als geeigneter Platz wurde dazu ein Grundstück östlich der Hütte Neu Essen ausgewählt. Dieses Grundstück lag verkehrsgünstig an der Bahnstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn und an der Straße in Richtung Essen. Geplant wurde das Bergwerk, obwohl dies zu der Zeit noch sehr selten war, als Doppelschachtanlage. Die beiden Schächte sollten jeweils mit einem Schachtdurchmesser von sechs Metern geteuft werden. Beide Schächte sollten mit einem Malakoffturm ausgestattet werden. Das Bergwerk sollte unter dem Namen Zeche Königsberg geführt werden. Die beiden Schächte sollten, entsprechend dem Grubenfeldnamen, als Schacht Königsberg 1 und Schacht Königsberg 2 benannt werden. Des Weiteren waren eine Kaue, ein Kesselhaus mit zwölf Flammrohrkesseln und mehrere Maschinenhäuser geplant.

Die Errichtung des Bergwerks Im Jahr 1854 wurde begonnen, den ersten der beiden Schächte (genannt Schacht Königsberg 1) abzuteufen. Im September des Jahres 1855 wurde mit den Abteufarbeiten für Schacht Königsberg 2 begonnen. Im Jahr 1856 erreicht Schacht 1 bei einer Teufe von 141 Metern das Karbon. Im darauffolgenden Jahr wurden bei einer Teufe von 180 Metern (- 135 m NN) der Wetterquerschlag nach Süden und bei einer Teufe von 199 Metern (- 154 m NN) die 1. Sohle angesetzt. Noch im selben Jahr begann man auf der 1. Sohle mit der Streckenauffahrung im Flöz. Am Ende des Jahres 1857 erreichte die Teufmannschaft im Schacht 1 das Niveau der 2. Sohle. Bei einer Teufe von 241 Metern (- 196 m NN) wurde die 2. Sohle angesetzt. Anschließend wurde im Schacht 2 bis zur 2. Sohle mit der Förderung begonnen. Die Anlage erhielt pro Schacht einen Malakow-Turm mit dazwischenliegendem Maschinen- und Kesselhaus. Für die Wasserhaltung wurde am Schacht 1 über Tage eine Gestängewasserhaltung installiert. Bei der Maschine handelte es sich um eine sogenannte Woolfsche Balanzier-Wasserhaltungsmaschine. Mit dieser Maschine konnten pro Minute zwei Kubikmeter Grubenwasser zu Tage gepumpt werden. Auch auf der 2. Sohle wurden kurz danach die ersten Strecken aufgefahren. 1858 wurde das Bergwerk in Zeche „Oberhausen“ umbenannt, behielt aber bis zum Jahr 1871 auch den Namen Zeche Königsberg.

Die ersten Betriebsjahre Im Jahr 1859 nahm die Zeche Oberhausen die regelmäßige Förderung auf. Die abgebauten Kohlen stammten aus den in dem Grubenfeld vorhandenen Fettkohleflözen. Bei den Kohlen handelte es sich um Fettkohlen von guter Qualität. Die Flöze waren hier stark geneigt und wurden manuell mit der Keilhaue in Verhieb genommen. Wo erforderlich, wurden auch Sprengarbeiten durchgeführt. Die hereingewonnenen Kohlen wurden in Wagen geladen und durch Schlepper von den Gewinnungsbetrieben zum Füllort transportiert. Um ihre Arbeitsplätze unter Tage zu erreichen, mussten die Bergleute über Fahrten in die Grube einfahren. Für die Personenbeförderung wurde 1859 auf Schacht 2 eine Fahrkunst eingerichtet, außerdem wurde im selben Jahr eine Kokerei in Betrieb genommen. Aufgrund der günstigen Entwicklung bei der Stahlproduktion der GHH und der damit verbundenen erhöhten Produktion an Koks war die Werksleitung gezwungen, den Abbau in größere Teufen zu verlagern. Für die Streckenförderung wurden ab dem Jahr 1861 Grubenpferde eingesetzt. Dadurch war es möglich, bis zu sechs Förderwagen auf einmal zum Schacht zu transportieren. Im Jahr 1862 wurde im Schacht 2 bei einer Teufe von 293 Metern (- 248 m NN) die 3. Sohle angesetzt. Im Jahr 1867 wurde begonnen, den Schacht 1 tiefer zu teufen. Alle Teufarbeiten wurden bei laufendem Förderbetrieb durchgeführt. Im Schacht 2 wurde die Fahrkunst bis zur 3. Sohle verlängert. Im selben Jahr kam es im Schacht 1 zu einem Unglück bei der Seilfahrt, bei dem drei Bergleute ums Leben kamen. Im Jahr 1871 wurde im Schacht 2 die 4. Sohle angesetzt. Im Jahr 1873 wurde begonnen, einen dritten Schacht abzuteufen. Am 16. April des Jahres 1874 kam es in diesem Schacht zu einem Schwimmsandeinbruch. Als Folge davon musste der Schacht aufgegeben werden. Noch im selben Jahr wurde 56 Meter nordwestlich des aufgegebenen Schachtes ein neuer Schacht angesetzt. Im Jahr 1877 erreichte der neue Schacht, Schacht 3 genannt, bei einer Teufe von 238 Metern das Karbon. Im darauffolgenden Jahr wurde im Schacht 3 bei einer Teufe von 276 Metern (- 228 m NN) die 1. Sohle angesetzt. Noch im selben Jahr wurde bei einer Teufe von 377 Metern (- 329 m NN) die 2. Sohle angesetzt. Schacht 3 wurde zunächst Schacht Kattendahl genannt. Im Jahr 1879 wurde der Schacht umbenannt in Schacht Osterfeld 1 und wurde zum Schacht der neu gegründeten und eigenständigen Zeche Osterfeld. Im Jahr 1881 wurde begonnen, den Schacht 2 erneut tiefer zu teufen. Im Jahr 1883 wurde im Schacht 2 bei einer Teufe von 429 Metern (- 385 m NN) die 5. Sohle angesetzt. Noch im selben Jahr wurde die Fahrkunst bis zur 5. Sohle verlängert. Im Jahr 1894 wurde auch Schacht 1 bis zur 5. Sohle tiefer geteuft.

Da die Abbaubetriebe im Laufe der Jahre immer weiter von den beiden Schächten entfernt angesetzt wurden und zusätzlich noch über mehrere Sohlen verteilt waren, kam es immer häufiger zu Problemen mit der Bewetterung. Aufgrund des Betriebszuschnittes wurde in der söhligen Ebene die Trennung der Frischwetter von den Abwettern immer schwieriger. Dies führte dazu, dass die Zusammensetzung der Wetter sich immer mehr verschlechterte. Da es nicht gelang, trotz der drei Grubenlüfter die Grubenbaue mit ausreichend Frischwettern zu versorgen und die Wetter aufzufrischen, führte dieser Missstand dazu, dass es immer öfter zu gefährlichen Ansammlungen von Grubengas kam. Im Jahr 1885 wurde ein Durchschlag mit der Nachbarzeche Osterfeld erstellt. Am 4. Dezember desselben Jahres kam es auf der Zeche Oberhausen zu einer Schlagwetterexplosion. Bei diesem Grubenunglück verloren zwölf Bergleute ihr Leben. Um die Probleme der Bewetterung zu beseitigen, wurde ein neuer Frischwetterschacht geplant, dieser Schacht sollte am Rand des Grubenfeldes in der Nähe der Burg Vondern angesetzt werden. Im Jahr 1889 wurde der Schacht 2 tiefer geteuft und bei einer Teufe von 508 Metern (- 464 m NN) wurde die 6. Sohle angesetzt. Am 14. April des Jahres 1891 kam es auf dem Bergwerk zu einer weiteren Schlagwetterexplosion, bei diesem Unglück kamen zehn Bergleute ums Leben. Im Jahr 1892 wurde Schacht 1 bis zur 6. Sohle durchschlägig. Am 24. Dezember desselben Jahres kam es erneut zu einer Schlagwetterexplosion, hierbei wurden fünf Bergleute getötet. Im Jahr 1895 wurde im Westen des Grubenfeldes mit den Teufarbeiten für Schacht Sterkrade begonnen. Der Schacht wurde kurz darauf umbenannt in Schacht Hugo und zur neu gegründeten Zeche Hugo ausgegliedert. Im Jahr 1897 wurde mit den Teufarbeiten für Schacht Sterkrade 1 begonnen.

Ausbau der Schachtanlage