Die Baskenland-Rundfahrt 2023 war die 62. Austragung des spanischen Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 3. bis zum 8. April im Rahmen von sechs Etappen statt und war Teil der UCI WorldTour 2023.
Den Gesamtsieg sicherte sich Jonas Vingegaard (Jumbo-Visma), der auch die Punktewertung und drei Etappen gewann. Mit einem Rückstand von einer Minute und zwölf Sekunden belegte Mikel Landa (Bahrain Victorious) den zweiten Gesamtrang. Ion Izagirre (Cofidis) wurde dritter und wies einen Rückstand von einer Minute und 29 Sekunden auf. Die Bergwertung ging an Jon Barrenetxea (Caja Rural-Seguros RGA), während sich Brandon McNulty (UAE Team Emirates) die Nachwuchswertung sicherte. Das Team Soudal Quick-Step gewann die Mannschaftswertung.
Streckenführung Insgesamt legten die Fahrer in den sechs Etappen 992,5 Kilometer zurück. Es standen sechs hüglige Etappen auf dem Programm, die keine Bergankunft beinhalten. Die Rundfahrt begann in der baskischen Hauptstadt Vitoria-Gasteiz und verlief auf den ersten Etappen im Landesinneren, wobei die zweite Etappe in Viana begann, das in der Provinz Navarra liegt. Der dritte Abschnitt wurde im hügligen Umland von San Sebastián ausgetragen und endete mit einer kurzen Schlusssteigung in Villabona. Die beiden nachfolgenden Etappen wurden in unterschiedlichen Schleifen um Bilbao ausgetragen. Die abschließende sechste Etappe startete und endete in Eibar und beinhaltet sechs Bergwertungen, wobei die letzte rund zehn Kilometer vor dem Ziel passiert wurde. Der höchste Punkt der Rundfahrt war die kleine Ortschaft Opakua mit einer Höhe von 1020 Metern. EtappeDatumStreckeTypkm1Mo, 3. April 2023Vitoria-Gasteiz – LabastidaMittelgebirgsetappe165,42Di, 4. April 2023Viana – LeitzaMittelgebirgsetappe193,83Mi, 5. April 2023Errenteria – VillabonaMittelgebirgsetappe153,94Do, 6. April 2023Santurtzi – SanturtziMittelgebirgsetappe175,75Fr, 7. April 2023Amorebieta-Etxano – Amorebieta-EtxanoMittelgebirgsetappe165,96Sa, 8. April 2023Eibar – EibarMittelgebirgsetappe137,8Gesamtdistanz:992,5
Reglement Im Rahmen der 62. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (gelb), Punktewertung (grün), Bergwertung (rot mit weißen Punkten) und Nachwuchswertung (blau) vergeben. Zusätzlich gab es eine Teamwertung und eine Auszeichnung des aktivsten Fahrers.
Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Während der Etappen gab es die Möglichkeit, Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die Vergabe der Sekunden sowie der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt. 1.2.3.4.5.6.7.8.9.10.11.12.13.14.15.PlatzPunktewertungZielankunft252016141210987654321PunkteZwischensprint1064Bergwertung1. Kategorie10864212. Kategorie64213. Kategorie321BonussekunundenZielankunft1064SekundenZwischensprint321
Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams starteten auch 5 UCI ProTeams bei der Rundfahrt. Für jedes Team waren sieben Fahrer startberechtigt, wobei Jaakko Hänninen (AG2R Citroën) das Rennen nicht in Angriff nahm.
Mit Jonas Vingegaard (Jumbo-Visma), David Gaudu (Groupama-FDJ), Enric Mas (Movistar), Simon Yates (Jayco AlUla), Mikel Landa, Pello Bilbao (beide Bahrain Victorious), Egan Bernal, Daniel Felipe Martínez (beide Ineos Grenadiers), Richard Carapaz, Rigoberto Urán, Esteban Chaves (alle EF Education-EasyPost), Brandon McNulty, Marc Soler (beide UAE Team Emirates), Sergio Higuita, Emanuel Buchmann (beide Bora-hansgrohe), Bauke Mollema, Mattias Skjelmose Jensen (beide Trek-Segafredo), Rui Costa (Intermarché-Circus-Wanty) und Ion Izagirre (Cofidis) starteten mehrere Rundfahrt-Spezialisten bei der 62. Austragung.
In Abwesenheit der Top-Sprinter galten Ethan Hayter (Ineos Grenadiers), Andrea Vendrame (AG2R Citroën), Quinten Hermans (Alpecin-Deceuninck), Ide Schelling (Bora-hansgrohe), Dion Smith (Intermarché-Circus-Wanty), Jon Aberasturi (Trek-Segafredo) zu den endschnellsten Fahrer. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsACTGFCDSMBBHADCIGDJAYCJRASTICWTFSEKPTBVTJVUADEUSBOHMOVTENCOFSOQEFEARK
Rennverlauf und Ergebnisse
Die erste Etappe ging in einem Massensprint zu Ende in dem sich Ethan Hayter (Ineos Grenadiers) vor Mauro Schmid (Soudal Quick-Step) und Jon Aberasturi (Trek-Segafredo) durchsetzte. Beim zweiten Zwischensprint sicherten sich die Gesamtklassement-Fahrer Daniel Felipe Martínez (Ineos Grenadiers), Jonas Vingegaard (Jumbo-Visma) und Marc Soler (UAE Team Emirates) drei, zwei bzw. eine Bonussekunde, wodurch sie nun in der Gesamtwertung auf den Plätzen vier bis sechs lagen.
Die zweite Etappe endete in einem Sprint unmittelbar nach einer Abfahrt, was für viel Kritik von Seiten der Fahrer sorgte. Den Etappensieg sicherte sich Ide Schelling (Bora-hansgrohe), der zugleich das gelbe Führungstrikot übernahm. Hinter Matteo Sobrero (Jayco AlUla) belegte David Gaudu (Groupama-FDJ) den dritten Platz und sicherte sich so vier Bonussekunden. Mit Enric Mas (Movistar), Esteban Chaves (EF Education-EasyPost), Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe) und Bauke Mollema (Trek-Segafredo) erreichten mehrere Gesamtklassement-Fahrer das Ziel in einer abgehängten Gruppe und verloren 11 Sekunden auf den Etappensieger. Eine noch größere Lücke wies der Vorjahressieger Daniel Felipe Martínez auf, der das Ziel als 74. mit einem Rückstand von einer halben Minute erreichte. Marc Soler, kam in der Schlussabfahrt zu Sturz und musste das Rennen aufgeben. Mikel Landa (Bahrain Victorious) griff rund 40 Kilometer vor dem Ziel an und sicherte sich drei Bonussekunden beim zweiten Zwischensprint, ehe er in der Schlusssteigung eingeholt wurde und die Etappe mit der ersten Gruppe beendete. Als Gesamtvierter war er nun von den Rundfahrt-Spezialisten am besten positioniert.
Die dritte Etappe endete mit einer kurzen steilen Rampe, die Steigungsprozente von über 20 % aufwies. Im bergauf Sprint setzte sich Jonas Vingegaard mit einem Vorsprung von zwei Sekunden vor Mikel Landa und Enric Mas durch und übernahm zugleich die Gesamtwertung. Die meisten Gesamtklassement-Fahrer verloren rund 20 Sekunden, wobei der Titelverteidiger Daniel Felipe Martínez mit 26 den größten Rückstand aufwies. In den steilsten Rampen des Schlussanstiegs kam es zu einer Berührung zwischen Juan Pedro López (Trek-Segafredo) und Sergio Higuita (Bora-hansgrohe), wodurch der Kolumbianer das Gleichgewicht verlor und zum Stillstand kam. Weitere Fahrer wie Richard Carapaz (EF Education Easy-Post) wurden durch den Zwischenfall gebremst und konnten nicht in den Kampf um den Tagessieg eingreifen. In der Gesamtwertung lag Jonas Vingegaard nun fünf Sekunden vor Mikel Landa und 16 Sekunden vor David Gaudu.
Auf der vierten Etappe setzten sich Jonas Vingegaard und Mikel Landa im Schlussanstieg rund 20 Kilometer vor dem Ziel von den anderen Favoriten ab. Dahinter bildete sich eine rund 20 Fahrer umfassende Verfolgergruppe, in der mit Ausnahme von Daniel Felipe Martínez und Richard Carapaz alle Titelanwärter vertreten waren. Im Sprint setzte sich Jonas Vingegaard gegenüber Mikel Landa durch und baute seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus, während Mauro Schmid die Verfolgergruppe mit einem Rückstand von nur zwei Sekunden über die Ziellinie führte. Jonas Vingegaard führte die Gesamtwertung nun mit 12 Sekunden an, da er beim zweiten Zwischensprint weitere drei Sekunden an Bonussekunden holte. David Gaudu wies als dritter bereits einen Rückstand von 31 Sekunden auf. Die fünfte Etappe endete in einem Sprint aus einer kleinen Gruppe, in dem sich Sergio Higuita (Bora-hansgrohe) vor Andrea Bagioli (Soudal Quick-Step) und Mattias Skjelmose Jensen (Trek-Segafredo) durchsetzte. Jonas Vingegaard sicherte sich beim ersten Zwischensprint eine Bonussekunde und lag vor dem letzten Etappentag 12 Sekunden vor Mikel Landa.
Auf der sechsten und letzten Etappe fixierte Jonas Vingegaard seinen Sieg in der Gesamtwertung, nachdem er sich rund 28 Kilometer vor dem Ziel im vorletzten Anstieg absetzte und als Solist mit einem Vorsprung von 47 Sekunden im Ziel ankam. Im Kampf um Platz zwei setzte sich James Knox (Soudal Quick-Step) durch, nachdem er sich kurz vor dem Ziel aus einer kleinen Gruppe gelöst hatte. Ion Izagirre (Cofidis) belegte im Sprint den dritten Platz und schob sich aufgrund der drei Bonussekunden auf das Podium der Gesamtwertung, wo er David Gaudu vom dritten Gesamtrang verdrängte. Schlussendlich gewann Jonas Vingegaard die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von einer Minute und zwölf Sekunden vor Mikel Landa.
Etappe 1: Vitoria-Gasteiz – Labastida (165,4 km)
Die erste Etappe führte von Vitoria-Gasteiz nach Labastida. Nach 25 flachen Kilometern die Richtung Osten führten, wird mit dem Anstieg nach Opakua (1020 m) der höchste Punkt der Rundfahrt in Angriff genommen. Dieser war als Bergwertung der 2. Kategorie klassifiziert und wies auf seiner Länge von 7,1 Kilometern eine durchschnittliche Steigung von 5,8 % auf. Nach einem kurzen Plateau folgte die Abfahrt nach Maestu, ehe es durch den Parque Natural de Izki bis kurz vor Zambrana ging. Wenig später wurde nach 110,4 gefahrenen Kilometern der Zielort Labastida erreicht, wo der erste Zwischensprint ausgefahren wurde. Im Anschluss führte die Strecke weiter in Richtung Osten wo in Laguardia rund 20 Kilometer vor dem Ziel der zweite Zwischensprint erfolgte. Die letzten Kilometer führten zurück nach Labastida, wo sich das Ziel am Ende einer kurzen Steigung befand. Ergebnis 1. Etappe Platz Fahrer Nation Team Zeit1.Ethan HayterIneos Grenadiers4:01:24 h (41,11 km/h)2.Mauro SchmidSoudal Quick-Step"3.Jon AberasturiTrek-Segafredo"4.Alex AranburuMovistar Team"5.Orluis AularCaja Rural-Seguros RGA"6.Richard CarapazEF Education-EasyPost"7.Quinten HermansAlpecin-Deceuninck"8.Gonzalo SerranoMovistar Team"9.Mattias Skjelmose JensenTrek-Segafredo"10.Christian ScaroniAstana Qazaqstan Team"Gesamtwertung nach der 1. Etappe PlatzFahrerNationTeamZeit1.Ethan HayterIneos Grenadiers4:01:14 h2.Mauro SchmidSoudal Quick-Step + 0:04 min3.Jon AberasturiTrek-Segafredo + 0:06 min4.Daniel Felipe MartínezIneos Grenadiers + 0:07 min5.Jonas VingegaardJumbo-Visma + 0:08 min6.Marc SolerUAE Team Emirates + 0:09 min7.Cristián RodríguezTeam Arkéa-Samsic"8.Alex AranburuMovistar Team + 0:10 min9.Orluis AularCaja Rural-Seguros RGA"10.Richard CarapazEF Education-EasyPost"
Etappe 2: Viana – Leitza (193,8 km)
Die zweite und längste Etappe führte von Viana nach Leitza und fand großteils in der Provinz Navarra statt. Auf den ersten 60 Kilometern führte die Strecke über wellige Straßen in Richtung Westen, ehe mit dem Alto de Etxauri (684 m) die erste Bergwertung des Tages abgenommen wurde. Sie wies auf ihren 11 Kilometern nur flache Steigungsprozente auf und war als Anstieg der 2. Kategorie klassifiziert. Im Anschluss folgte eine lange Abfahrt, ehe es in Richtung Norden nach Irurtzun ging. Bei Uitzi (808 m) wurde nach 123,4 gefahrenen Kilometern eine Bergwertung der 3. Kategorie abgenommen und es folgte wenig später die erste Zieldurchfahrt in Leitza, bei der ein Zwischensprint ausgefahren wurde. Nun drehte die Fahrtrichtung gen Osten und die Fahrer nahmen den Anstieg nach Arkiskil (695 m) in Angriff, der als Bergwertung der 3. Kategorie klassifiziert war. Nach der anschließenden Abfahrt folgte mit dem Anstieg nach Saldías (566 m) die größte Schwierigkeit des Tages. Dieser war zwar nur 2,3 Kilometer lang, wies jedoch eine Durchschnittsteigung von 9,2 % auf. Die Kuppe des Anstiegs der 2. Kategorie wurde 46 Kilometer vor dem Ziel überquert und es folgte eine längere Abfahrt, die die Fahrer nach Doneztebe zum zweiten Zwischensprint führte. Dieser wurde rund 28 Kilometer vor dem Ziel ausgefahren, ehe die Fahrtrichtung gen Westen drehte und die Fahrer den 11 Kilometer langen Schlussanstieg nach Arkiskil in Angriff nahmen. Die Kuppe des Anstiegs der 2. Kategorie wurde fünf Kilometer vor dem Ziel erreicht, ehe es bergab zum Zielort Leitza ging. Ergebnis 2. Etappe