350px Olivia Newton-John, im Bild mit John Travolta, ist 1982 auf dem Höhepunkt ihrer Popularität. Dies durch die anhaltende Wirkung ihres Albums Physical aus dem Jahr 1981 und der dazugehörenden Tournee. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1982.

Zu den erfolgreichsten Künstlern in Deutschland gehörte zur Blütezeit der Neuen Deutschen Welle die Spider Murphy Gang, die mit Dolce Vita nicht nur das meistverkaufte Album, sondern mit Skandal im Sperrbezirk auch die zweiterfolgreichste Single vorweisen konnte. International zählte Olivia Newton-John zu den erfolgreichen Künstlerinnen. Ihr im Vorjahr erschienener Song Physical verkaufte sich in den USA – zu Zeiten der Aerobic-Bewegung – am meisten.

Ereignisse Populäre Musik mini|Trio bringen Da Da Da heraus 15. Januar: Harry Wayne Casey, Sänger und Keyboarder von KC and the Sunshine Band, wird bei einem Autounfall in Miami schwer verletzt. 20. Januar: Ozzy Osbourne beißt während eines Auftritts in Des Moines den Kopf einer nach ihm geworfenen lebenden Fledermaus ab. Laut eigener Aussage hielt er das Tier für ein Gummi-Attrappe und merkte erst, dass es ein lebendes Tier war, als er hineinbiss. 21. Januar: B. B. King spendet seine persönliche Plattensammlung, die fast 7.000 seltene Blues-Schallplatten umfasst, an das Zentrum für Südstaatenkultur der University of Mississippi. 9. Februar: Mit Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha von Trio erscheint einer der bekanntesten Songs der Neuen Deutschen Welle. 13. Februar: Ein 136 kg schwerer Grabstein auf dem Grab des 1977 verstorbenen Lynyrd-Skynyrd-Sängers Ronnie Van Zant wird von einem Friedhof in Orange Park gestohlen. Die Polizei findet den Grabstein zwei Wochen später in einem ausgetrockneten Flussbett. 19. Februar: Ozzy Osbourne wird verhaftet, nachdem er auf das Alamo-Denkmal in San Antonio uriniert hat. 20. Februar: Pat Benatar heiratet ihren Gitarristen Neil Giraldo auf der hawaiianischen Insel Maui. 24. Februar: Die 24. Grammy Awards werden in Los Angeles verliehen. Moderator ist Quincy Jones (der insgesamt fünf Auszeichnungen gewinnt). John Lennons und Yoko Onos Album Double Fantasy (das letzte Album, das Lennon zu Lebzeiten veröffentlichte) gewinnt den Preis für das Album des Jahres, während Kim Carnes’ Lied Bette Davis Eyes sowohl die Auszeichnung für die Aufnahme des Jahres als auch für den Song des Jahres erhält. Sheena Easton gewinnt den Preis als beste neue Künstlerin. 3. März: The Mamas and the Papas starten ihre Reunion-Tour mit einem Auftritt im New Yorker Club The Other End. Mit dabei sind die Originalmitglieder John Phillips und Denny Doherty sowie Mackenzie Phillips und Spanky McFarlane, die Michelle Gilliam und Cass Elliot ersetzen. 4. März: Frank Zappas Kinder Dweezil und Moon Unit gründen die Band Fred Zeppelin. 5. März: Der Schauspieler, Komiker und Musiker John Belushi (Blues Brothers) wird tot im Nobelhotel Chateau Marmont in Los Angeles aufgefunden; die Todesursache ist offenbar eine Drogenüberdosis. 6. März: Das 19. Festival da Canção findet im Teatro Municipal Maria Matos in Lissabon statt. 10. März: Der britische Sänger und Pianist Elton John startet in Wellington seine Jump Up Tour. 14. März: In der Radio City Hall von Anaheim spielen Metallica ihr erstes Konzert. 18. März: Teddy Pendergrass wird bei einem Autounfall in Philadelphia schwer verletzt. Die Verletzungen führen bei ihm zu einer Querschnittlähmung von der Brust abwärts. 19. März: Randy Rhoads, Leadgitarrist in der Band von Ozzy Osbourne, kommt bei einem tragischen Unfall in Leesburg (Florida) ums Leben. Das Flugzeug, in dem er saß, streift beim Flugstart Osbournes Tourbus und stürzt ungebremst in ein Flughafen-Gebäude. Auch der Pilot und eine weibliche Passagierin sterben. 28. März: David Crosby wird in Los Angeles wegen Drogenbesitzes, Fahrens unter Kokaineinfluss und des Tragens einer verdeckten Waffe verhaftet. 8. April: Mike Oldfield startet in Roslyn seine Five Miles Out World Tour. 9. April: Die britische Rockband Queen startet in Göteborg ihre Hot Space Tour. 13. April: David Crosby wird zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen wegen Drogenbesitzes verhaftet, als ihn die örtliche Polizei in Dallas hinter der Bühne vor einem Konzert beim Kokainmissbrauch erwischt. 15. April: Billy Joel wird bei einem Motorradunfall auf Long Island im US-Bundesstaat New York, schwer verletzt. Joel verbringt über einen Monat im Krankenhaus und unterzieht sich einer Physiotherapie für seine verletzte Hand. 17. April: Johnny Cash moderiert die US-Fernsehshow Saturday Night Live. Als musikalischer Gast tritt neben Cash auch Elton John mit seiner Band auf. 24. April: Nicole gewinnt in Harrogate mit dem Lied Ein bißchen Frieden für Deutschland die 27. Auflage des Eurovision Song Contest. Bis 2010 ist es der einzige deutsche und der zweite deutschsprachige Titel, der einen Grand Prix gewinnt. 26. April: Rod Stewart wird in Los Angeles Opfer eines Autodiebstahls. Der Dieb stiehlt ihm seinen 50.000 Dollar teuren Porsche, Stewart selbst bleibt jedoch unverletzt. Das Auto wird einige Tage später wiedergefunden. 26. April: Joe Strummer taucht für einige Zeit unter und ist zunächst unauffindbar, was The Clash dazu zwingt, ihre Tournee durch Großbritannien zu verschieben. 10. Mai: Wenige Tage vor der Veröffentlichung ihres Albums Combat Rock feuern The Clash ihren Schlagzeuger Topper Headon aufgrund seiner anhaltenden Heroinsucht. Er wird durch den ursprünglichen Clash-Schlagzeuger Terry Chimes ersetzt. 14. Mai: Das erste Benefizkonzert des Prince’s Trust findet im National Exhibition Centre in Birmingham statt. Unter den Augen von Prinz Charles und Prinzessin Diana spielen Status Quo als erste zeitgenössische Band vor Mitgliedern des britischen Königshauses. 18. Mai: Drei Wochen nach ihrem Verschwinden werden Joe Strummer und seine Freundin in Paris aufgefunden, zwei Tage nachdem sie inkognito am Paris-Marathon teilgenommen haben. 21. Mai: Queen veröffentlichen ihr zehntes Studioalbum Hot Space, das bei Musikkritikern auf heftige Ablehnung stößt. Die Entscheidung, inmitten der amerikanischen Gegenreaktion auf Disco ein Dance-Pop-Album mit deutlichen Disco-Einflüssen zu produzieren, macht die Band in den Vereinigten Staaten zu Außenseitern, und die Abkehr vom traditionellen Rock entfremdet sie teilweise ihren Fans in Großbritannien. Queen erholten sich in Großbritannien erst nach ihrem Auftritt beim Benefizkonzert Live Aid im Jahr 1985 von den Folgen der Kritik, während sie in den USA bis nach Freddie Mercurys Tod im Jahr 1991 unbeliebt blieben. 23. Mai: Pink Floyd – The Wall, eine Verfilmung des 1979 erschienenen Albums The Wall von Pink Floyd mit Bob Geldof in der Hauptrolle des Pink, feiert Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes; der offizielle Kinostart erfolgt später am 15. Juli 1982. 26. Mai: Die britische Rockband The Rolling Stones startet in Aberdeen ihre European Tour 1982. 16. Juni: The-Pretenders-Gitarrist James Honeyman-Scott stirbt im Alter von 25 Jahren an Herzversagen infolge einer Kokainunverträglichkeit. 19. Juni: Amy Grant heiratet den Singer-Songwriter Gary Chapman. 4. Juli: Ozzy Osbourne heiratet seine Managerin Sharon Arden auf Maui. 21. Juli: Das zweite Benefizkonzert des Prince’s Trust findet im Dominion Theatre in London statt. Zu den teilnehmenden Künstlern gehören Pete Townshend, Robert Plant, Midge Ure, Madness, Phil Collins, Joan Armatrading und Kate Bush. 1. August: Die britische Progressive-Rock-Band Genesis startet in Peoria ihre Three Sides Live Encore Tour. 17. August: In Langenhagen bei Hannover beginnt die erste Massenproduktion der Compact Disc. Das erste auf CD veröffentlichte Musikalbum ist das im Jahr zuvor veröffentlichte The Visitors von ABBA. 28. August: Nach einem Auftritt in Köln im Rahmen der WDR-Musiksendung Rockpalast wird Eric Burdon wegen Besitzes von Kokain verhaftet. 1. September: Die britisch-US-amerikanische Rockband Fleetwood Mac startet in Greensboro ihre Mirage Tour. Die Mini-Konzerttournee endet nach 33 Konzerten am 31. Oktober in Austin. 3.–5. September: Das erste US Festival im Rahmen des Labor-Day-Wochenendes findet in San Bernardino (Kalifornien) statt. Zu den auftretenden Bands gehören The Police, Tom Petty & the Heartbreakers, Fleetwood Mac, Grateful Dead, Talking Heads und The B-52s. 11. September: Beim Bochumer Konzert Künstler für den Frieden treten zur Unterstützung der Friedensbewegung über 200 deutsche und internationale Künstler vor rund 200.000 Menschen auf. 22. September: The Who beginnen in Washington, D.C. ihre vorläufige Abschiedstournee und lösen sich im Anschluss offiziell auf. Abgesehen von vereinzelten Reunion-Auftritten in den 1980er- und 1990er-Jahren (darunter 1985 bei Live Aid) kommt die Band 1996 wieder dauerhaft zusammen. 1. Oktober: In Japan erscheinen die ersten Compact Discs in Musikgeschäften. 2. Oktober: Unter dem Namen „Six of the Best“ geben Genesis in der Milton Keynes Bowl bei strömenden Regen ein umjubeltes Reunion-Konzert mit ihrem ehemaligen, 1975 ausgestiegenen Frontmann Peter Gabriel. Der Erlös dieses Auftritts soll den Schuldenberg abtragen, den sich Gabriel durch die Veranstaltung seines ersten WOMAD-Festivals am 16. und 17. Juli 1982 in Shepton Mallet angehäuft hatte. Am Ende kommt zusätzlich der frühere Genesis-Gitarrist Steve Hackett auf die Bühne, um seine ehemaligen Mitmusiker bei den Zugaben zu begleiten. Im Vorprogramm dieses Konzertes treten John Martyn, The Blues Band und Talk Talk auf. 6. Oktober: Mit Everybody erscheint die Debüt-Single von Madonna. Da sie zu diesem Zeitpunkt noch keinen Plattenvertrag hat, bewirbt sie die in Eigenregie gepresste Single selbst, indem sie Nachtclubs besucht und DJs davon überzeugte, es zu spielen, während sie live zum Playback singt und tanzt. Die Nachfrage von Diskotheken-Gängern und DJs in und um New York nach dem Lied ist so groß, dass sich die Single ungefähr 250.000 mal verkaufen kann und Madonna einen Plattenvertrag mit dem Warner-Sublabel Sire Records sichert. 24. Oktober: Der US-amerikanische Singer-Songwriter Billy Joel startet in Salt Lake City seine The Nylon Curtain Tour. 30. Oktober: Paul Weller schockiert Fans und Bandkollegen mit der Ankündigung, dass sich The Jam zum Jahresende auflösen werden. 1. November: Blondie geben ihre offizielle Auflösung bekannt. Die Band kommt 1998 wieder zusammen. 16. November: Die schwedische Popgruppe ABBA dreht zu ihrer Single Under Attack ihr letztes Musikvideo vor ihrer langjährigen Bandpause. 21. November: Phil Collins geht erstmals als Solo-Künstler auf Tournee und startet in Den Haag seine The Hello, I Must Be Going Tour. 21. November: Joni Mitchell heiratet den Produzenten und Bassisten Larry Klein in Malibu (Kalifornien). 25.–27. November: Das Jamaica World Music Festival in Montego Bay auf Jamaika statt. Zu den auftretenden Künstlern auf dem dreitägigen Festival gehören Peter Tosh, Rick James, The Clash, Grateful Dead, Aretha Franklin und Squeeze. Letztere Band gibt dort ihr letztes Konzert vor ihrer Trennung. 29. November: Michael Jackson veröffentlicht sein sechstes Soloalbum Thriller, das mit 67 Millionen verkauften Exemplaren (manche Quellen nennen sogar Verkäufe von bis zu 110 Millionen Exemplaren) zum weltweit meistverkauften Musikalbum aller Zeiten avanciert. 30. November: Die britische Rockband Dire Straits startet in Guildford ihre Love over Gold Tour. 1. Dezember: Die irische Rockband U2 startet in Glasgow ihre War Tour. 11. Dezember: Die schwedische Band ABBA hat ihren letzten gemeinsamen Fernsehauftritt. Die Gruppe trennt sich für viele Jahre, wobei von einer „Pause“ gesprochen wird. Die ehemaligen Bandmitglieder kündigen an, künftig eigene Projekte zu verfolgen. 11. Dezember: Im Brighton Centre geben The Jam ihr letztes Konzert vor ihrer Trennung.

Klassische Musik und Musiktheater