350px Michael Jackson (1984) Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1983.
Zu den erfolgreichsten Künstlern gehörte Michael Jackson. Sein Album Thriller, zugleich das erfolgreichste Album der Popgeschichte mit bis zu 110 Millionen verkauften Einheiten, steht 37 Wochen auf Platz eins der amerikanischen Albumcharts. Die erfolgreichste Single in Deutschland war Flashdance … What a Feeling der US-amerikanischen Sängerin Irene Cara aus dem gleichnamigen Film, die es auch in der Schweiz auf Platz eins der Jahrescharts brachte.
Ereignisse Populäre Musik mini|Die Band Nena veröffentlichte ihr gleichnamiges Debüt. 1. Januar: Der Musikproduzent Trevor Horn, die Geschäftsfrau Jill Sinclair und der NME-Musikjournalist Paul Morley gründen das Plattenlabel ZTT Records. Auf ihm werden in Zukunft etliche von Trevor Horn produzierte Singles und Alben von u. a. The Art of Noise, Frankie Goes to Hollywood, Propaganda, Grace Jones und Seal erscheinen. 8. Januar: Die britischen Single-Charts werden ab dieser Woche von der Gallup Organization erstellt. Dies hat auch zur Folge, dass ab 1984 in ausgewählten Plattenläden in Großbritannien elektronische Terminals zur Erfassung der Verkaufszahlen eingesetzt werden und die bisherige Methode der Verkaufsaufzeichnungen in den nächsten Jahren schrittweise abgeschafft wird. 9. Januar: Phil Collins landet mit seiner Supremes-Coverversion You Can’t Hurry Love erstmals in seiner Solokarriere einen Nummer-eins-Hit in seiner Heimat Großbritannien. Etwas pikiert darüber, dass ihm dies erst mit einer Coverversion gelungen ist, beschließt er, nie wieder ein Motown-Cover zu produzieren und hält diesen Schwur 27 Jahre lang bis zur Veröffentlichung seines Motown-Tribute-Albums Going Back im Jahr 2010. 14. Januar: Das selbstbetitelte Debüt von Nena erscheint. Die daraus im gleichen Monat veröffentlichte Single 99 Luftballons wird zum internationalen Hit und einem der erfolgreichsten Popsongs in deutscher Sprache. 4. Februar: Karen Carpenter, Sängerin und Schlagzeugerin der Carpenters, stirbt im Alter von 32 Jahren an Herzversagen, verursacht durch die Folgen ihrer langjährigen Erkrankung an Anorexia nervosa, eine Krankheit, die damals außerhalb von Prominentenkreisen kaum bekannt ist. Carpenters Tod lenkt die weltweite Aufmerksamkeit auf Essstörungen und Körperdysmorphie und führt zu verstärkten Forschungen in diesen Bereichen. 11. Februar: Der unter der Regie von Hal Ashby entstandene Konzertfilm Let’s Spend the Night Together der Rolling Stones feiert in New York Premiere. 13. Februar: Vor Beginn des NBA All-Star Games im Forum in Inglewood bei Los Angeles singt Marvin Gaye die US-amerikanische Nationalhymne The Star-Spangled Banner. 23. Februar: Die 25. Grammy Awards werden in Los Angeles verliehen und von John Denver moderiert. Toto gewinnen sowohl den Preis für das Album des Jahres (Toto IV) als auch für die Aufnahme des Jahres (Rosanna), während Willie Nelsons Coverversion von Always on My Mind als Song des Jahres ausgezeichnet wird. Men at Work gewinnen den Preis als beste neue Künstler. 26. Februar: Michael Jacksons Album Thriller erreicht Platz 1 der US-amerikanischen Billboard 200; es ist der Beginn von 37 (nicht aufeinanderfolgenden) Wochen, die es an der Spitze verbringen wird. 2. März: In Europa und Nordamerika kommen erstmals Compact Discs in den Handel. 4. März: Neil Young sagt den Rest seiner laufenden Tournee ab, nachdem er in Louisville (Kentucky) nach einem Auftritt im Backstage-Bereich zusammengebrochen ist. 7. März: Mit Blue Monday von New Order erscheint ein wegweisender Song sowohl für New Wave und Synthiepop als auch für die Elektronische Tanzmusik insgesamt. Das Lied erscheint ausschließlich als 12″-Maxi-Single mit einer Spieldauer von 7:29 min und ist bis heute die meistverkaufte ihrer Art. 17. März: Die britische Band Tears for Fears startet in Norwich ihre The Hurting Tour. 5. April: Die erste Folge der alsbald sehr populären Musiksendung Formel Eins, moderiert von Peter Illmann, wird im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. 5. April: Der US-amerikanische Innenminister James G. Watt sorgt für Kontroversen, als er die Beach Boys faktisch von einem erneuten Auftritt bei den Feierlichkeiten zum US-amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli in Washington, D.C. ausschließt und stattdessen Wayne Newton als Ersatz ankündigt. Watt behauptet, Rockbands zögen „das falsche Publikum“ an. In derselben Woche überreicht US-Präsident Ronald Reagan, selbst ein bekennender Beach-Boys-Fan, Watt einen Gipsfuß mit einem Loch. 11. April: Kurz vor Beginn der Studioaufnahmen zu ihrem Debütalbum Kill ’Em All feuern Metallica ihren Gitarristen Dave Mustaine und ersetzen ihn durch Kirk Hammett. 14. April: David Bowie veröffentlicht Let’s Dance, sein erstes Album nach der Trennung von RCA Records und sein insgesamt fünfzehntes Studioalbum. Mit seiner bewussten Hinwendung zu Mainstream und von Disco beeinflusster Rockmusik wird das von Nile Rodgers (Chic) produzierte Album mit 11 Millionen verkauften Exemplaren weltweit zu Bowies größtem kommerziellen Erfolg. In späteren Interviews distanziert sich Bowie von seinem kommerziellen Image in den 1980er-Jahren und bezeichnet diese Phase scherzhaft als seine „Phil-Collins-Jahre“. 30. April: Prince erzielt mit Little Red Corvette zum ersten Mal in seiner Karriere einen Top-Ten-Single-Hit in den USA. 30. April: Michael Jackson klettert mit seiner Single Beat It auf Platz 1 der US-amerikanischen Billboard Hot 100 und dies nur eine Woche, nachdem seine vorherige Single Billie Jean die Chartspitze nach sieben Wochen verlassen musste (verdrängt durch Come On Eileen von Dexys Midnight Runners.) Dies ist in der US-amerikanischen Chartsgeschichte die bis dato kürzeste Lücke eines Solokünstlers zwischen zwei Nummer-eins-Hits. 16. Mai: Das Musik-Fernsehspecial Motown 25: Yesterday, Today, Forever zum 25-jährigen Jubiläum des Detroiter Plattenlabels Motown wird auf NBC ausgestrahlt und erreicht beste Zuschauerquoten. Im Rahmen dieses Specials tritt Michael Jackson mit seinem Hit Billie Jean auf und präsentiert dabei erstmals den berühmten Moonwalk, der im weiteren Verlauf seiner Karriere zu einem seiner Markenzeichen wird. 18. Mai: Der britische Singer-Songwriter David Bowie startet in Brüssel seine Serious Moonlight Tour. 26. Mai: Mike Oldfield startet in Straßburg seine Crises Tour. 30. Mai: Elton John veröffentlicht sein 17. Studioalbum Too Low for Zero. Das Album, das Hits wie I’m Still Standing oder I Guess That’s Why They Call It the Blues enthält, markiert den Beginn des Comebacks Johns in den 1980er Jahren, nachdem mehrere seiner vorherigen Alben dem Aufkommen von Punk und New Wave geschuldete, enttäuschende Verkaufszahlen verzeichnet hatten. 1. Juni: Die britische Rockband Supertramp startet in Stockholm ihre Famous Last Words Tour. 3. Juni: Jim Gordon, der ehemalige Schlagzeuger von Derek and the Dominos, greift seine 71-jährige Mutter mit einem Hammer an und ersticht sie anschließend mit einem Küchenmesser. Erst nach seiner Verhaftung wegen Mordes wird bei Gordon Schizophrenie diagnostiziert. Vor Gericht gibt Gordon auch an, dass ihm eine Stimme diesen Mord befohlen habe. Im Prozess erkennt das Gericht den Befund der Schizophrenie zwar an, verweigert Gordon jedoch aufgrund von Änderungen im kalifornischen Recht infolge des Bundesgesetzes zur Reform der Unzurechnungsfähigkeitsverteidigung („Insanity Defense Reform Act“) die Berufung auf Unzurechnungsfähigkeit. 6. Juli: Als Protest gegen Musikpiraterie in Form von Heimaufnahmen veröffentlicht Jean-Michel Jarre nur eine einzige Pressung seines Albums Music for Supermarkets. Diese wird für 69.000 Francs (umgerechnet ca. 8.960 US-Dollar) an einen französischen Immobilienmakler versteigert. Diese Auktion wird live vom Radiosender Radio Luxemburg übertragen, der das Album dort auch zum ersten und einzigen Mal in voller Länge spielt. 21. Juli: Diana Ross gibt ein Konzert im New Yorker Central Park bei starkem Regen; schließlich zwingt sie ein Gewitter mit heftigen Sturmböen dazu, das Konzerts abzubrechen und auf den nächsten Tag zu verschieben. 22. Juli: Mit einem Konzert in der Londoner Wembley Arena begeht Mike Oldfield das 10-jährige Jubiläum seines wegweisenden Debütalbums Tubular Bells. 23. Juli: Die britische New-Wave-Band The Police startet in Chicago ihre Synchronicity Tour. 25. Juli: Kill ’Em All, das Debütalbum von Metallica erscheint. 27. Juli: Die US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin Madonna veröffentlicht in den USA ihr gleichnamiges Debütalbum, mit den Titeln Holiday und Lucky Star. 6. August: Der in der Popszene tätige deutsche Countertenor Klaus Nomi stirbt im Sloan Kettering Hospital Center in New York City an den Folgen von AIDS. Er ist einer der ersten bekannten Künstler, die an dieser Krankheit sterben. 16. August: Johnny Ramone erleidet bei einer Schlägerei um ein Mädchen vor seinem Apartment im East Village eine beinahe tödliche Kopfverletzung. 16. August: Paul Simon heiratet die Schauspielerin Carrie Fisher. 20. August: Die Rolling Stones unterzeichnen einen neuen Plattenvertrag über 28 Millionen Dollar mit CBS Records, den bis dahin lukrativsten Vertrag für eine britische Rockband in der Geschichte. 1. September: Sänger Joe Strummer und Bassist Paul Simonon von The Clash geben in einer Pressemitteilung bekannt, dass ihr Gitarrist Mick Jones aus der Band gefeuert wurde. 4. September: In Nürnberg geben Thin Lizzy ihr letztes Konzert mit ihrem Frontmann Phil Lynott. 7. September: Die britische Synthie-Pop-/Synth-Rock-Band Depeche Mode startet in Hitchin ihre Construction Time Again Tour. Die Tournee endet nach 48 Konzerten am 2. Juni 1984 in Ludwigshafen. 18. September: Erstmals sind die Bandmitglieder von Kiss im Zuge der Promotion für ihr fünf Tage später erscheinendes Album Lick It Up auf MTV ungeschminkt zu sehen. 25. September: In Irvine (Kalifornien) geben Supertramp ihr letztes Konzert mit ihren Sänger, Gitarristen und Keyboarder Roger Hodgson, der die Band im Anschluss daran verlässt, um sich vermehrt seiner Solokarriere und vor allem seiner Familie zu widmen. Die Band setzt ihre Karriere unter der musikalischen Führung ihres zweiten Leadsängers und Pianisten Rick Davies fort. 29. September: Die kanadische Rockband Saga startet in Suhl ihre Heads or Tales Tour. 7. Oktober: Der britische Sänger und Pianist Elton John startet in Bophutatswana seine Too Low for Zero Tour. 9. Oktober: Das britische Pop-Duo Wham! startet in Aberdeen seine Club Fantastic Tour. 25. Oktober: Udo Lindenberg hat im Rahmen eines „Friedenskonzertes“ seinen – wie sich später zeigen sollte – einzigen Auftritt in der DDR im Berliner Palast der Republik. Dieser war durch seinen Hit Sonderzug nach Pankow ausgelöst worden, in dem der Sänger ironisch an Staatschef Erich Honecker appelliert. 7. November: Die britische Progressive-Rock-Band Genesis startet in Normal ihre Mama Tour. 26. November: Das Album Metal Health von Quiet Riot klettert auf Platz 1 der US-amerikanischen Billboard 200 und ist damit das erste Heavy-Metal-Album, das in den Vereinigten Staaten die Chartspitze erreichen kann. 2. Dezember: Das 14-minütige Musikvideo zu Michael Jacksons Single Thriller feiert Premiere auf MTV. Der von Filmregisseur John Landis inszenierte Musik- und Horror-Kurzfilm ist mit Produktionskosten von bis zu 500.000 US-Dollar das bis dato teuerste Musikvideo aller Zeiten. 3. Dezember: Slayer bringen ihr Debüt Show No Mercy heraus. 25. Dezember: Marvin Gaye schenkt seinem Vater zu Weihnachten eine nicht registrierte Smith & Wesson-Pistole mit beigefügten .38 Special-Schusspatronen, damit er sich gegen Eindringlinge verteidigen kann. Es ist die Schusswaffe, mit der Gaye drei Monate später von seinem Vater erschossen wird.