mini|Luftaufnahme des Werks in Wendelstein Die Aichinger-Gruppe mit der 1904 gegründeten Aichinger GmbH als Kerngesellschaft ist ein Ladenbau-Unternehmen mit Sitz in Wendelstein bei Nürnberg.

Geschichte

Johann Aichinger gründete 1904 in Nürnberg eine Tischlerei für Geschäftseinrichtungen. Zu den Kunden gehörten vor allem Bäckereien, Konditoreien, Cafés und Apotheken.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernahm der Sohn des Unternehmensgründers den Wiederaufbau des Betriebes, der im Krieg zerstört worden war. 1959 erweiterte das Unternehmen sein Angebot um Alufenster und -fassaden, drei Jahre später wurde die Metallfertigung nach Wendelstein verlegt, 1978 dann die Holzfertigung. 1989 erwarb der Betrieb das Frankfurter Ladenbau-Unternehmen Nax,Firmennotizen. In: Handelsblatt, 30. Mai 1989. ein Jahr später Orschler Ladenbau,Aichinger expandiert weiter. Unternehmen übernahm Orschler Ladenbau. In: Nürnberger Nachrichten, 9. Januar 1990. einen Mitbewerber aus Stockstadt am Main. 1992 verfügte das Unternehmen über Töchter im europäischen Ausland; es produzierte in Wendelstein, Frankfurt und Stockstadt. Die Integration der erworbenen Unternehmen sorgte allerdings für erhebliche ProblemeNeustarter mit teuren Hobbys. In: Handelsblatt, 10. September 2009. und führte 1995 zur Insolvenz.Verena Litz: Aichinger hat Konkursantrag gestellt. In: Nürnberger Nachrichten, 1. August 1995. Das Unternehmen zählte damals 450 Arbeitsplätze.Verkaufskonzepte für neue Fachgeschäfte. In: afz - Allgemeine Fleischer Zeitung, 14. Juli 2004.

Günther Hertel, zuvor Gesellschafter und Geschäftsführer des Werkzeugmaschinenbauers Hertel (Fürth),Ein Unternehmer mit Liebe zum klaren Wort. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2021-09-05. übernahm im Oktober 1995 den Unternehmensbereich Ladenbau mit 170 Stellen.Wolfgang Mayer: Günther Hertel erhält durch Einstieg im Bereich Ladenbau der Firma Aichinger 170 Stellen. In: Nürnberger Nachrichten, 4. Oktober 1995. Das Geschäftsfeld Fassadenbau war bereits zuvor in die neu gegründete Aichinger Fassaden und Fenster GmbH ausgegliedert worden.Aichinger mit neuer Struktur. In: Handelsblatt, 13. Juni 1995. Der handwerklich orientierte Ladenbau-Betrieb wandelte sich in der Nachfolge in ein industriell geprägtes Unternehmen.Verena Litz: „Wir haben es geschafft“. In: Nürnberger Nachrichten, 3. August 2001. Auch Zukäufe von Spezialunternehmen für den Bau von Bordküchen in ICE-Zügen (Kiesel in Schwaig), für die Beleuchtung von Verkaufsräumen und -theken (we-shoplight, Hagen) und weitere AkquisitionenVerena Litz: Zwei Firmen übernommen – „Wir stellen Leute ein“. In: Nürnberger Nachrichten, 18. März 2006. trugen zur Ertragskraft der sanierten Unternehmensgruppe bei.Gabi Wald-Hauf: Comeback mit frischen Ideen. In: Nürnberger Zeitung, 21. Mai 2010. 2010 beschäftigte sie 310 Personen, rund 15 Prozent der Erlöse wurden im Ausland erzielt. 2016 hatte das Unternehmen mehr als 20 Standorte. Die Mehrzahl befand sich in Deutschland, drei in Österreich, einer in der Schweiz. Bei einer Bilanzsumme von 43,4 Mio. Euro belief sich der Umsatz damals auf 92,26 Mio. Euro, die Zahl der Mitarbeiter lag bei 529.Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016 der Aichinger GmbH (Wendelstein). Bundesanzeiger, 14. Februar 2018. Zum Jahresanfang 2021 übernahm das Unternehmen HoGaKa Profi GmbH (Ulm) die Aichinger Service GmbH und den Geschäftsbereich Aichinger Profiküchen. Im Sommer 2021 wechselte Günther Hertel in den Beirat der Aichinger-Gruppe.Jörg Konrad: Amtsübergabe bei Aichinger. In: Lebensmittel Zeitung, 11. Juni 2021.

Leistungsspektrum und Kunden Die Gruppe entwickelt, konzipiert, produziert und vertreibt Spezialeinrichtungen für die Ladengestaltung in der Lebensmittelbranche. Dazu gehören beispielsweise Kühl-, Wärme- und Heißtheken, Präsentations- und Edelstahlmöbel. Ein Unternehmen der Gruppe ist außerdem auf Lichtkonzepte und ihre Umsetzung spezialisiert.Reiner Mihr: Aichinger: Allianz für Gastronomie im Handel. In: Lebensmittel Praxis, 2021, Heft 4 (26. Februar 2021).

Die Kunden sind überwiegend Fachgeschäfte des Lebensmitteleinzelhandels, Gastronomiebetriebe, Bäckereien und Metzgereien sowie Hotels.

Organisation und Zahlen Die Unternehmenszentrale befindet sich in Wendelstein. Dort ist auch das Entwicklungszentrum angesiedelt.Sybille Roemer: Je früher, desto sicherer. In: afz - Allgemeine Fleischer Zeitung, 16. September 2020. Die Gruppe mit zusammen 370 Mitarbeitern unterhält darüber hinaus vier Kompetenzzentren in Deutschland, drei in der Österreich und eins in der Schweiz (Stand: Juli 2027). Oliver Blank (seit 2018)Positionen. In: gv praxis, 10. April 2018. und Kolja Kuntzag (seit 2025)Short Cuts. In: Food-service, 11. März 2021. leiten die Unternehmensgruppe. Der Gruppenumsatz lag 2024 bei 74,40 Mio. nach zuvor 71,57 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2023.

Sponsoring Das Unternehmen zählt zu den Sponsoren des Handball-Bundesligisten HC Erlangen.

Auszeichnungen 2015: Zukunftspreis der Internorga 2015 und 2021: FT Fleischer-Handwerk Award der Fachzeitschriften Fleischerei Technik und Fleischer-Handwerk

Weblinks Website des Unternehmens

Einzelnachweise

Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Roth) Kategorie:Wendelstein (Mittelfranken) Kategorie:Unternehmensgründung 1904