Bałcyny () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Ostróda (Landgemeinde Osterode in Ostpreußen) im Powiat Ostródzki (Kreis Osterode in Ostpreußen).

Geographische Lage Bałcyny liegt im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 14 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Ostróda (). mini|Willkommensschild der Gmina Ostróda an der Straßeneinfahrt Bałcyny Geschichte Das Gutsdorf BaltzeDietrich Lange: Balzen, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) – nach 1785 Baltz genannt – wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von dem Ordensritter von der Baltz gegründet.Michael Thelen: Bałcyny - Balzen bei: ostpreussen.net Das Gut war im 16. Jahrhundert im Eigentum der Familie Kalckstein und wohl im 17. Jahrhundert der Familie Finck von Finckenstein. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte es der Familie Rakow, von der es 1896 Max Kramer, Gutsbesitzer des Nachbarortes Hasenberg (polnisch Zajączki), übernahm. Sein Sohn führte den Betrieb bis 1945.

1874 wurde der Gutsbezirk Balzen in den neu errichteten Amtsbezirk Leip (polnisch Lipowo) im Kreis Osterode in Ostpreußen integriert.Rolf Jehke: Amtsbezirk Leip In jener Zeit entstand das Gutshaus. Der Besitz umfasste seinerzeit 420 Hektar.

Der Gutsbezirk Balzen zählte im Jahre 1910 insgesamt 184 Einwohner. Am 30. September 1928 gab Balzen seine Eigenständigkeit auf und ließ sich zusammen mit dem Gutsbezirk Leip in die Landgemeinde Leip (polnisch Lipowo) eingliedern.

Im Jahre 1945 wurde das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten. Davon war auch Balzen betroffen. Es erhielt die polnische Namensform „Bałcyny“ und ist heute mit dem Sitz eines SchulzenamtsUrząd Gminy Ostróda: (polnisch, abgerufen am 23. März 2022) (polnisch Sołectwo) eine Ortschaft innerhalb der Landgemeinde Ostróda (Osterode i. Ostpr.) im Powiat Ostródzki (Kreis Osterode in Ostpreußen), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren mit Sitz in Olsztyn (Allenstein) zugehörig. mini|links|150px|Schweinezucht in Bałcyny wie schon in Balzen Der heutige Zustand des ehemaligen Guts ist sehr gut, die Gebäude und das ganze Areal befinden sich in einem ordentlichen Zustand, der auch einen erfolgreichen Betrieb ermöglicht. Dazu gehört der Getreideanbau und auch die – bereits in deutscher Zeit gepflegte – Schweinezucht.

Das einstige Gut befindet sich heute im Besitz der Universität Ermland-Masuren mit Sitz in Olsztyn (Allenstein). Es stellt immer noch „eine unverändert und gut erhalten gebliebene Gutsanlage dar, die durch ihre imposanten Wirtschaftsgebäude besticht und für jeden Interessierten einen Besuch lohnt.“ (Michael Thelen)

Kirche Bis 1945 war Balzen in die evangelische Kirche LeipWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 499 (polnisch Lipowo) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die römisch-katholische Kirche MarienfeldeAGOFF: Kreis Osterode in Ostpreußen (polnisch Glaznoty) eingepfarrt.

Heute gehört Bałcyny evangelischerseits zur evangelisch-methodistischen Ortskirche bzw. zur Kirchengemeinde Ostróda der evangelisch-augsburgischen Kirche. Katholischerseits ist weiterhin die Pfarrei in Glaznoty das kirchliche Zentrum.

Verkehr mini|Die Ortsdurchfahrt Bałcyny der Landesstraße 15 Bałcyny liegt an einem Abschnitt der früheren deutschen Reichsstraße 78, deren Trasse heute von der polnischen Landesstraße 15 befahren wird. Diese verkehrsreiche Straße verbindet Trzebnica (Trebnitz) in Schlesien mit Ostróda (Osterode) in Ostpreußen und verläuft durch vier Woiwodschaften. Eine Nebenstraße verbindet die drei einstigen Leiper Ortsteile Balzen, Marienhof (Marynowo) und Leip miteinander.

Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht nicht.

Weblinks

Bildarchiv Ostpreußen: Ortsplan von Leip (Stand vor 1945) mit den Ortsteilen Gut Balzen, Vorwerk Marienhof und Vorwerk Dunkelwalde

Einzelnachweise

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