mini|Eisfeld 2 Gasthaus „Scharfe Ecke“ mini|links|Eisfeld 3 Sitznischenportal mini|Eisfeld 1 unkenntlich gemachte Gedenktafel für Friedrich Christian Richter und Willy Richter Das Eisfeld ist eine Straße in der Altstadt von Weimar, die von der Geleitstraße zur Herderkirche am Herderplatz führt.
Der Name beruht darauf, dass sich in diesem Gebiet nahe der Stadtkirche, die zur früheren Zeit noch einen eigenen Friedhof besaß, eine Richtstätte befand. Das altdeutsche Wort „eiskon“ (= „auffordern“) ist die sprachliche Basis. Zum Beiwohnen der Gerichtsverhandlungen auf diesem Feld wurde „aufgefordert“.Hannelore Henze, Ilse-Sibylle Stapff: Streifzüge durch das alte Weimar. Weimar 2004, S. 37.
Die Gebäude dort sind dreigeschossig gebaut. Als Platz war der Bereich 1313 erstmals urkundlich erwähnt worden mit oberhalb des Kirchhofs Sankt Peter unter der Linde. Dieses war die Gerichtslinde.Henze/Stapff (2004), S. 37. Die dortige Hausnummer 3 weist ein charakteristisches Sitznischenportal der Renaissance mit aufgesetzter Barockkartusche auf. Das Eckhaus Teichgasse 4 von 1899 ist das erste Beispiel für den Jugendstil in Weimar.Art. Eisfeld, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 103 f.
Der Bereich der Altstadt insgesamt und damit das Eisfeld steht auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Sachgesamtheiten und Ensembles). Zu den Einzeldenkmalen am Eisfeld zählt der Sächsische Hof mit Hausnummer 12, worin nach seiner Ankunft in Weimar Goethe seinen ersten Wohnsitz hatte.
Von den Richtstätten in Weimar ist das Eisfeld die ungewöhnlichste gewesen. Gewöhnlich befanden sich die Richtstätten außerhalb der Stadtmauern, während diese sich noch innerhalb der Stadtmauern befand. Hier S. 196.
Gasthaus „Scharfe Ecke“ Die Bezeichnung „Scharfe Ecke“ ist bei dem Gasthaus nicht etwa ein Hinweis auf die KücheEinen wesentlichen Punkt der Küche bilden die Thüringer Klöße!, sondern bezieht sich auf die Ecke am Eisfeld, in der sich die Geleitstraße von einer Ost-West-Achse in eine Nord-Süd-Achse biegt. An dieser Stelle gegenüber dem heutigen Gasthaus „Scharfe Ecke“ (Eisfeld 2) befand sich früher das Palais einer adligen Dame. Dieses große Palais – später auch als Porzellan-Geschäft „Braunschweig“ in Weimar bekannt – war damals deutlich breiter gebaut. Es ragte einst so weit in die Fahrbahn hinein, dass für einen Bürgersteig kein Platz war.Henze, Stapf (2004), S. 41. Der Fußweg an dieser scharfen Ecke vorbei konnte nur durch Wegnahme einer Fensterachse und damit der Zurücksetzung der Westseite des Hauses erreicht werden. Für Kutschen stellte die Kurve stets eine große Herausforderung dar. Unfälle kamen vor, teilweise sind sie Inhalt von Anekdoten und Legenden.https://www.essen-und-trinken.de/weimar/legende-um-die--scharfe-ecke-_11892392-12023166.html
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