Der Russisch-Ukrainische Krieg hat eine hohe Anzahl Opfer gefordert; dazu gehören einige wenige Tote durch die relativ unblutige Annexion der Krim durch die Russische Föderation im Jahr 2014, gefolgt von Tausenden von Toten unter der Zivilbevölkerung und den verschiedenen Streitkräften während des folgenden von Russland angeschobenen Krieges im Donbas. Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 vervielfachte sich die Zahl der Todesopfer.

Annexion der Krim (2014) Während der russischen Annexion der Krim vom 23. Februar bis 19. März 2014 wurden sechs Menschen getötet. Am 26. Februar lehnte das Parlament eine Abspaltung der Krim ab, Krimtataren verhinderten die Erzwingung eines Parlamentsbeschlusses, dabei starb ein Mann an einem Herzversagen. Eine Frau starb im Gedränge., Kyiv Post, 26. Februar 2014 Am folgenden Tag wurde das Parlament von Bewaffneten gestürmt, welche die russische Fahne aufzogen. Unter den Toten befanden sich ferner ein Angehöriger der Krim-Tatarischen Gemeinschaft, der mit Folterspuren aufgefunden wurde, nachdem er vor dem Einberufungsbüro der Ukraine von Pro-Russen verschleppt worden war., LB.ua, 17. März 2014 Zwei ukrainische Soldaten starben, wovon mindestens einer von russischen Soldaten getötet worden sei, der andere von „Bewaffneten in russischen Uniformen“, bei dieser Erstürmung einer Kaserne sei einer der Erstürmer ebenfalls gestorben. Russland erhob sodann im Jahr 2016 den Vorwurf, die Ukraine hätte einen Angriff in der Nähe der Krim-Stadt Armjansk durchgeführt.Die Ukraine verstärkt ihre Abwehr. NZZ, 12. August 2016. Klar war, dass in der Grenzregion geschossen wurde; bei zwei Vorfällen wurden ein russischer Soldat und ein Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes getötet sowie Personen verhaftet. Bei einem der von Russland beklagten angeblichen „Terroranschläge“ schossen Männer in russischen Uniformen um sich; es blieb unklar, ob es sich um Deserteure oder reguläre russische Soldaten handelte.Heißer Sommer. Die Zeit, 1. September 2016. Präsident Putin nutzte die Zwischenfälle dennoch, um der Ukraine zu unterstellen, an Verhandlungen nicht interessiert zu sein, weitere Gespräche im Normandie-Format seien „unsinnig“.

Krieg im Donbass (seit 2014) Die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer im Krieg im Donbass, der am 14. April 2014 (mit dem Verstreichen des Ultimatums zur Niederlegung der Waffen) begann, wurde bis zum 31. Januar 2021 mit 13.100–13.300 angegeben. Nach Angaben der ukrainischen Regierung wurden bis zum 13. Mai 2021 14.000 Menschen getötet.

Gesamtzahl der Toten Aufschlüsselung Todesopfer Zeitspanne Quelle Gesamt14.200 – 14.400 getötet14. April 2014 bis 31. Dezember 2021Vereinte Nationen (OSZE) Gesamt14.000 getötet6. April 2014 bis 13. Mai 2021Ukrainische Regierung Zivilisten3.404 getötet14. April 2014 bis 31. Dezember 2021Vereinte Nationen (OSZE) Ukrainische Streitkräfte, Nationalgarde und Freiwilligenarmee (seit 2014)4.641 getötetDie Zahl der getöteten ukrainischen Soldaten schließt den Tod von zwei Soldaten während der Annexion der Krim durch die Russische Föderation ein.6. April 2014 bis 23. Februar 2022Museum of Military HistoryDas Militärhistorische Museum listet außerdem 139 derzeit nicht identifizierte Soldaten auf, die getötet wurden: 66 auf dem Friedhof von Krasnopolje, 63 at Kushugum cemetery and 10 at Starobilsk cemetery. Diese ukrainischen Soldaten wurden 2021 im Donbass getötetUkraine soldier dies in shelling attack: Armed forces.DPR & LPR5.772 getötet6. April 2014 bis 11. Februar 2022Vereinte Nationen & DPRStreitkräfte Russlands400 – 500 getötetDer Tod der russischen Soldaten wurde von ihrer Regierung nicht bestätigt, möglicherweise wurden sie in die Zahl der toten Rebellenkämpfer aufgenommen.6. April 2014 bis 10. März 2015

Nach Angaben der Streitkräfte der Ukraine starben bis zum 5. März 2021 1.175 ukrainische Militärangehörige an den Folgen von Nicht-Kampfhandlungen. In der Folge veröffentlichte das Militär keine neuen Zahlen zu den Verlusten außerhalb von Kampfhandlungen mit der Begründung, diese könnten als Staatsgeheimnis betrachtet werden.

Tote nach Regionen mini|alt=2018 Ukrainian Deaths|Getötete Ukrainische Soldaten 2018

In der folgenden Tabelle sind die 298 Todesopfer des Abschusses von Malaysia-Airlines-Flug 17 und die Todesopfer unter den ukrainischen Militärangehörigen nicht enthalten.

Region Todesfälle Zeitraum Quelle Oblast Donezk2.420 Zivilisten und Rebellen6. April 2014 bis 15. Februar 2015OCHA Oblast Luhansk1.185 Zivilisten und RebellenDarüber hinaus starben bis zum 11. September 2015 allein in der Stadt Luhansk 526 Zivilisten und Rebellen, von denen bis zum 31. August 2015 300 als Zivilisten bestätigt wurden.1. Mai 2014 bis 15. Februar 2015OCHA DPR5.042 Zivilisten und Rebellen6. April 2014 bis 18. Februar 2022DPRDPR4.374 ZivilistenJuli 2014 bis 24. Februar 2022DPR LPR1.328 Zivilisten und Rebellen6. April 2014 bis 31. Dezember 2017LPR

Getötete Zivilisten pro Jahr und verletzte Zivilisten Nach Angabe der OSZE, die von den Vereinten Nationen (UN) als Beobachter abgestellt wurde, ist im Zeitraum von 14. April 2014 bis 31. Dezember 2021 der durch den Krieg im Donbass verursachte Tod von 3.404 Zivilisten dokumentiert. Die OSZE dokumentierte folgende zivile Opferzahlen (getötete Zivilisten) pro Jahr: 2084 im Jahr 2014 (ab dem 14. April), 955 im Jahr 2015, 112 im Jahr 2016, 117 im Jahr 2017, 58 im Jahr 2018, 27 im Jahr 2019, 26 im Jahr 2020 und 25 im Jahr 2021.

Im Zeitraum vom 14. April 2014 bis einschließlich 2021 wurden außerdem durch die OSZE insgesamt 7.000 bis 9.000 durch den Konflikt verletzte Zivilisten dokumentiert. 548 Verletzungen von Zivilisten ereigneten sich laut OSZE im Zeitraum von 2017 bis einschließlich 2020.https://www.osce.org/files/f/documents/f/b/469734.pdf

Vermisste und Gefangene Anfang Juni 2015 meldete die Staatsanwaltschaft der Region Donezk, dass in den von der Regierung kontrollierten Gebieten 1.592 Zivilisten vermisst werden, von denen 208 aufgefunden wurden. Gleichzeitig wurden in einem Bericht der Vereinten Nationen 1.331, laut Angabe des ukrainischen Vertreters der trinationalen Kontaktgruppe 1.460 Menschen vermisst. Eine NGO hatte von 378 Soldaten und 216 Zivilisten berichtet, welche als vermisst galten. Per 18. April 2015 waren in Dnipropetrowsk 222 nicht identifizierte Leichen, zumeist von Soldaten, in Leichenhallen aufbewahrt, während 170 Soldaten begraben worden waren, von welchen nur 47 identifiziert worden waren. Insgesamt wurden nach Angaben der Regierung bis Ende Oktober 774 Menschen vermisst, darunter 271 Soldaten. Ende Dezember 2017 lag die Zahl der bestätigten Vermissten auf ukrainischer Seite bei 402, darunter 123 Soldaten. Die Separatisten meldeten bis Mitte Dezember 2016 außerdem 433 Vermisste auf ihrer Seite, und 321 Vermisste bis Mitte Februar 2022.

Bis Mitte März 2015 wurden nach Angaben des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) 1.553 Separatisten im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen den beiden Seiten aus der Gefangenschaft entlassen. In der Folge ließ die Ukraine bis Ende Februar 2016 weitere 322 Personen frei, während bis September die Rebellen bereits 1.598 Angehörige der Sicherheitskräfte und 1.484 Zivilisten freigelassen hatten. Berichten zufolge befanden sich Ende März 2016 immer noch 1.110 separatistische Kämpfer und Anhänger, darunter 743 Zivilisten, in der Gewalt der ukrainischen Streitkräfte. Die Zahl der gefangenen Separatisten wurde im Dezember auf 816, darunter 287 bis 646 Zivilisten, aktualisiert. Ende Mai 2015 wurde der ukrainische Kommandeur des Flughafens Donezk, Oleg Kusminych, der während der Kampf um den Komplex gefangen genommen worden war, freigelassen.

Im Dezember 2017 fand ein großer Gefangenenaustausch statt, bei dem die Rebellen 73 der 176 von ihnen festgehaltenen Gefangenen freiließen, während die Ukraine 306 der 380 von ihr festgehaltenen Gefangenen freiließ. Von den von der Ukraine freigelassenen Gefangenen weigerten sich 29, die zum Austauschpunkt gebracht wurden, in die von den Separatisten gehaltenen Gebiete zurückzukehren, während 40 bereits zuvor freigelassene Gefangene nicht zum Austausch erschienen. Bei den von den Rebellen freigelassenen Personen handelte es sich hingegen um 32 Soldaten. Damit stieg die Gesamtzahl der von den Rebellen freigelassenen Gefangenen auf 3.215. Unter den von den Separatisten festgehaltenen Personen waren 74 Soldaten. Die Zahl der entlassenen Gefangenen wurde Ende Juni 2018 auf 3.224 aktualisiert, während die Zahl der von den Rebellen noch festgehaltenen Personen auf 113 geschätzt wurde. Ende Dezember 2019 fand ein neuer Gefangenenaustausch statt, bei dem die Ukraine 124 separatistische Kämpfer und ihre Anhänger freiließ, während 76 Gefangene, darunter 12 Soldaten, von den Rebellen in die Ukraine zurückgebracht wurden. Weitere fünf oder sechs Gefangene, die von den Separatisten freigelassen wurden, beschlossen, in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten zu bleiben.

Bei einer Freilassung von neun ukrainischen Soldaten berichteten diese, dass vier ihrer Kollegen in den Pseudorepubliken hingerichtet worden seien. Auch Körper von ukrainischen Soldaten, welche der Ukraine übergeben worden waren, wiesen sowohl Folter- als auch Erschießungsspuren auf.

Insgesamt werden von 2014 bis zur russischen Invasion im Februar 2022 nach Schätzungen etwa 2.000 Personen auf der Krim und im Donbass vermisst.

Ausländische Kämpfer Ausländische Freiwillige haben sich an dem Konflikt beteiligt und auf beiden Seiten gekämpft. Die Nichtregierungsorganisation Cargo 200Cargo 200 ist ein militärischer Ausdruck für tote Soldaten, Vgl.: The body collectors: Ukrainian volunteers search for Russian corpses, The Guardian, 14. März 2023 berichtete, dass sie den Tod von 1.479 russischen Staatsbürgern während des Kampfes auf Seiten der Rebellen dokumentiert habe. Das US-Außenministerium schätzt, dass 400–500 von ihnen reguläre russische Soldaten waren. Auch zwei Kirgisen und ein Georgier wurden bei Kämpfen auf Seiten der Separatisten getötet. Außerdem starben auf ukrainischer Seite mindestens 211 im Ausland geborene ukrainische Staatsbürger und 13 Ausländer. Einer der Getöteten war der ehemalige tschetschenische Rebellenführer Isa Munajew.

Ende August 2015 berichtete die russische Nachrichtenseite Business Life (), dass bis zum 1. Februar 2015 2.000 russische Soldaten in der Ukraine getötet worden seien.

Ausländische Zivilpersonen 312 ausländische Zivilisten sind ums Leben gekommen: 298 Passagiere und die Besatzung von Malaysia-Airlines-Flug 17, elf russische Journalisten, ein italienischer Journalist, ein russischer Zivilist bei Raketenbeschuss über Landesgrenzen hinweg. und ein litauischer Diplomat..

Landminen und andere explosive Überreste Infolge des Konflikts sind weite Teile der Donbass-Region mit Landminen und anderen explosiven Kriegsmunitionsrückständen kontaminiert worden. Nach Angaben des Koordinators für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen in der Ukraine war die Ukraine im Jahr 2020 eines der am stärksten von Minen betroffenen Länder der Welt, mit fast 1.200 Minen-/ERW-Toten seit Beginn des Konflikts im Jahr 2014. In einem im Dezember 2019 veröffentlichten Bericht von UNICEF heißt es, dass 172 Kinder durch Landminen und andere Sprengstoffe verletzt oder getötet wurden.

Russland produzierte alte Plastikflaschen vortäuschende Minen.https://theins.ru/news/279532

Russischer Überfall auf die Ukraine (seit 2022)

Todesfälle Militär insgesamt