mini|hochkant=1.2|Hauptstraße in Ezelsdorf mini|hochkant|Wappen des Dorfvereins Ezelsdorf

Ezelsdorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Burgthann im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Ezelsdorf hat eine Fläche von 5,712 km². Sie ist in 2339 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2441,93 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Steinbach sowie die Gewerbegebiete "Am Espen", "Espenpark" und "Am Breitenstock.

Geografie Das Kirchdorf bildet mit dem westlich gelegenen Steinbach eine geschlossene Siedlung, wobei sich die ursprüngliche Grenze zu Steinbach in etwa auf Höhe der Einmündung Hubertusstraße-Steinbacher Straße befindet.

Ezelsdorf gliedert sich in die „alte Siedlung“ um die Haupt-, Postbauer und Bucher Straße bzw. Zur Schwärz, die „Bahnhofssiedlung“ und die „neue Siedlung“ (auch Österreicher-Siedlung genannt, wegen der dortigen Straßenbezeichnungen).

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 8 (1,2 km südwestlich) bzw. an Osterhof vorbei nach Schwarzenbach zur Staatsstraße 2401 (2,8 km nördlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen am Heinleinshof vorbei zur Kreisstraße LAU 22 (2,2 km nordwestlich), nach Grub (2,1 km nordöstlich), nach Buch (1,8 km südöstlich) und nach Postbauer-Heng zur B 8 (1,7 km südlich).

Geschichte Ezelsdorf ist vermutlich eine „echte“ Gründung des Volksstamms der Franken, wobei die ersten Höfe wohl ab dem 9. Jahrhundert – in der sogenannten Ausbauzeit – entstanden sind. Der Ort dürfte nach dem Dorfgründer „Ezel“ oder „Azzilo“ benannt worden sein.

Die Erstnennung des Ortes erfolgte mit Urkunde des Jahres 1273 als König Rudolf I. dem Nürnberger Burggrafen Friedrich III. das Dorf „Eczelstorff“ zu Lehen gab. Jedoch umfasste diese Belehnung anscheinend nicht alle damals bestehenden 29 Höfe Ezelsdorfs. Denn mit Urkunde vom 3. Oktober 1297 veräußerten "Cunrad von Steinlbach" und seine Gattin Gertrud ihre Hofstätten und einen Platz in Ezelsdorf an den Deutschen Orden zu Nürnberg. Auch die in Eger im Jahre 1289 ausgestellte Urkunde, mit der König Rudolf dem Burggrafen Friedrich "Güter des strengen Albertus Rundsmaul im Dorfe Exzelstorff" überließ, lässt diesen Schluss zu.

Am 15. Mai 1300 verlieh König Albrecht I. dem Burggrafen Friedrich IV. auch die Reichsburglehen des Albertus Rindsmaul. Damit fiel die Hochgerichtsbarkeit Ezelsdorfs an die Hohenzollern. Um das Jahr 1350 wurde der Ort dem Oberamt Burgthann zugeordnet. 1366 diente das "Pflegamt Thann" – und damit auch Ezelsdorf – als Hochzeitsgabe, als die Tochter des Burggrafen Friedrich V., Elisabeth von Hohenzollern, den Pfalzgrafen Ruprecht heiratete. Bis zur Zahlung der restlichen Mitgift im Jahre 1404 war das Amt Burgthann daraufhin Teil der Pfalzgrafschaft bei Rhein. Danach wurde Ezelsdorf von den Ansbacher Markgrafen wieder in Besitz genommen. Diese Wechsel hatten augenscheinlich auch Auswirkungen auf die offizielle Hochgerichtsbarkeit, denn eine Nürnberger Beschreibung aus dem Jahre 1504 vermerkte, dass die Hohenzoller Markgrafen, die Deutschherren aus Postbauer aber auch die Neumarkter Pfalzgrafen diese jeweils für sich reklamierten.

Das Dorf hatte auch unter dem Dreißigjährigen Krieg zu leiden. Insbesondere im Herbst 1632, als Soldaten der kaiserlichen Garnison des Generals Tilly, aus Neumarkt kommend, in Ezelsdorf einfielen, plünderten und dann in Brand steckten, so dass 30 Wohnhäuser bis auf die Grundmauern niederbrannten.

Mit Besitzergreifungspatent vom 20. Mai 1806 wurde die Markgrafschaft Ansbach und damit auch Ezelsdorf dem Königreich Bayern angegliedert. Durch die Gemeindeedikte von 1808 und 1818 entstand der Steuerdistrikt Ezelsdorf. Zu diesem gehörten Großvoggenhof, Grub, Schwarzenbach und Steinbach. Zugleich wurde die Ruralgemeinde Ezelsdorf gebildet, zu der Steinbach gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Altdorf.

Im Jahre 1870 wird mit dem Bau der "Osteisenbahn Nürnberg-Neumarkt" begonnen. Auf dem Gemeindegebiet entsteht 1906 die Haltestelle Oberferrieden.

1923 wird Ezelsdorf elektrifiziert. Aufgrund der beginnenden Hyperinflation werden zunächst nur 10 Anwesen an das 142 Millionen Mark teure Ortsnetz angeschlossen. Im Jahre 1953 wurde in der Nähe von Ezelsdorf der Goldhut von Ezelsdorf-Buch, ein 89 cm hoher Goldblechkegel aus der Bronzezeit gefunden. Der Finder Michael Dörner zerhackt ihn zunächst als „hinderliches Blech“ und warf ihn achtlos zu Seite; heute ist er im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu besichtigen.

Die Siedlung "Brunn-Espan" entsteht im Jahre 1961. Noch im Jahre 1971 erhält der örtliche Sportverein von der Gemeinde ein 12.000 m² großes Sportgelände.

Ab Name Ab Name Ab Name Ab Name Ab Name 1830 Georg Müller 1853 Stefan Müller 1886 Hans Meyer 1913 Georg Hirsch 1945 Stefan Kellermann 1837 Johann Bogner 1857 Michael Ruff 1875 Johann Wagner 1923 Johann Gspahn 1960 Georg Eckersberger 1842 Johann Meier 1866 Hans Meyer 1894 Johann Liebel 1924 Martin Liebl

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Januar 1972 nach Burgthann eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Ezelsdorf Jahr1869 1910 1933 1939 1950 1987 2008 2010201520202025 Einwohnerzahl312 379 348 414 646 1419 2094 2126202821112345 Quellen: 1869 / 1867 / 2008–2025

Kirchdorf Ezelsdorf Jahr1824184518501869 1871 1925 195019701987 Einwohnerzahl204229237253 287 314 53312251419 Quellen: 1824–1850 / 1869 / 1871–1970 / 1987 mini|Haltestelle Oberferrieden Infrastruktur Der S-Bahn-Haltepunkt Oberferrieden befindet sich unmittelbar am Rand der Ezelsdorfer „Bahnhofssiedlung“.

Der Ortsteil verfügt über Grundschule mit angeschlossenem Hort. Im Schuljahr 2024/2025 wurden dort 210 Schüler von 13 Lehrkräften unterrichtet. Daneben bestehen ein Kindergarten unter kirchlicher Trägerschaft, ein Waldkindergarten sowie ein Integrativer Kindergarten. mini|Die Kirche Heilig-Geist in Ezelsdorf Die gesundheitliche Versorgung wird von einer Allgemeinarzt- und einer Zahnarztpraxis übernommen. Nahversorgung der Bevölkerung wird von im Gewerbegebiet „Espenpark“ ansässigen Discountern und einem großflächigem Supermarkt gut gewährleistet.

Religion Neben der Katholische Kirche Heilig-Geist in der „Bahnhofssiedlung“ verfügt der Ort über ein evangelisches Gemeindehaus am Martin-Luther-Platz in der „alten Siedlung“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Haus der Gemeinde Ezelsdorf 2

Baudenkmäler Hauptstraße 47: Wohnstallhaus Hauptstraße 50: Wohnstallhaus

Haus der Gemeinde Die ehemalige Dreschscheune in der Ortsmitte wurde 1986/87 zum Haus der Gemeinde umgebaut. 109 Gemeindeglieder leisteten damals über 3000 Stunden Arbeit. Am 19. Juli 1987 wurde das Haus durch Landesbischof Hermann von Loewenich eingeweiht. Im Jahr 2007 wurde es – wieder mit der Hilfe vieler Ezelsdorfer – renoviert. Heute bietet das Haus Raum für diverse Veranstaltungen der Kirchengemeinde und des Diakonievereins. So finden darin unter anderem 14-täglich ein Gottesdienst und ein Kindergottesdienst statt sowie die Treffen der Seniorentagesstätte und der Mutter-Kind-Gruppe sowie anderer Gruppen.

mini|Der Kreislehrgarten in Ezelsdorf

Kreislehrgarten In der Frankenstraße in Ezelsdorf befindet sich der Kreislehrgarten Ezelsdorf.

Vereinsleben Das soziale Leben Ezelsdorfs wird von diversen Vereinen geprägt. Neben der Freiwilligen Feuerwehr, die für den Brand- und Katastrophenschutz verantwortlich zeichnet ist v. a. der Sportverein FC Ezelsdorf zu nennen, der in acht Sportarten aktiv ist und über ein Sportheim mit Gastronomie verfügt.

Im gesellschaftlichen Bereich ist der Dorfverein, der Geflügelzuchtverein sowie die Soldaten- und Reservistenkameradschaft tätig. Den musischen Bereich deckt der Männergesangsverein ab. Um die Ortsverschönung kümmert sich der Verein für Gartenbau und Landespflege.

Traditionspflege In Ezelsdorf haben viele Anwesen von früher her noch einen weiteren Namen, den so genannten Hausnamen. Bekannte Hausnamen sind z. B. „Friedl“ oder „Hansenwirt“. Die jeweilige Eigentümerfamilie nennt man dann „van Friedl“ oder „van Hansenwirt“, während der einzelne Hausbewohner z. B. als „Hansenwirts-Rudl“ bezeichnet wird.

mini|Goldkegelplatz Ezelsdorf/Buch

Goldhut

An der Gemeindegrenze zum Postbauer-Henger Ortsteil Buch erinnert der Goldkegelplatz an den in der Nähe liegenden Fundort des Goldhutes von Ezelsdorf/Buch.

Persönlichkeiten Jessica May (* 1999 in Ezelsdorf), Fußballspielerin

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Burgthann Kategorie:Ort im Landkreis Nürnberger Land Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Nürnberger Land) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Nürnberger Land