mini|Gedenktafel für Hans Sippel in Vacha Hans Sippel (* in Vacha, Thüringen; † 11. Mai 1525 in Eisenach, Thüringen) war ein kaiserlicher Landsknechthauptmann und 1525 Oberster Feldhauptmann des Werrahaufens im Großen Deutschen Bauernkrieg.
Leben
Hans Sippel war ein Bürger aus Vacha und übte dort den Beruf eines Tuchmachers aus. „Jakob Strauß. Ein Kämpfer für das Evangelium in Tirol, Thüringen und Süddeutschland“. Verlag: Leipzig: M. Nachfolger, (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, Jahrgang 54 Heft 2, Nr. 162)., 1937 Daneben diente Sippel unter Georg von Frundsberg als kaiserlicher Landsknechthauptmann. Bergmann, Ältere Geschichte Eisenachs: von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, Eisenach 1994. Bereits vor dem Aufstand 1525 befand sich Sippel in Opposition zum Landesherrn und hatte wegen seiner führenden Beteiligung an der antifeudalen Bewegung eine Gefängnisstrafe verbüßt. Kobuch, Manfred, Müller, Ernst: „Der deutsche Bauernkrieg in Dokumenten : aus staatl. Archiven d. Dt. Demokrat. Republik (ein Dokumentenbildbd.)“ Staatliche Archivverwaltung, 1977. mini|Sowohl Unterstützer als auch Gegner informierten sich über Flugschriften über den Inhalt der 12 Artikel. Nachdem sich seit dem Frühjahr 1525 die Aufstände im Süden des Reiches zum Flächenbrand ausgeweitet hatten, begann sich die Revolte ab Mitte April 1525 auch im Werratal zu formieren. Günter Vogler (Hrsg.): Bauernkrieg zwischen Harz und Thüringer Wald (= Historische Mitteilungen. Beihefte 69). Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09175-6. Am 19. April 1525 wurde der kriegserprobte Sippel zum Anführer und Obersten Feldhauptmann Bensing, Manfred, Der Deutsche Bauernkrieg 1524–1526, Hamburg 1982 des Werrahaufens gewählt. Sippel vertrat, durch die Ideen von Thomas Müntzer beeinflusst, ein massiv gegen die Obrigkeiten gerichtetes Programm. Kobuch, Manfred, Müller, Ernst: „Der deutsche Bauernkrieg in Dokumenten : aus staatl. Archiven d. Dt. Demokrat. Republik (ein Dokumentenbildbd.)“ Staatliche Archivverwaltung, 1977. Er wollte außer Gott keinen anderen Herrn anerkennen und Fürsten und Adel vertreiben. Günter Vogler (Hrsg.): Bauernkrieg zwischen Harz und Thüringer Wald (= Historische Mitteilungen. Beihefte 69). Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09175-6.
Von Vacha ausgehend wuchs der Werrahaufen anfänglich auf bis zu 8.000 Bauern und Handwerker an und konnte zunächst die Stadt Salzungen einnehmen. Anschließend marschierte das Heer mit knapp 10.000 Aufständischen im April 1525 das Werratal aufwärts und konnte bei der Stadt Lengsfeld den 1514 aus der Landgrafschaft Hessen verbannten ehemaligen hessischen Landhofmeister Ludwig I. von Boyneburg zur Annahme der Zwölf Artikel von Memmingen zwingen.
Nachdem der Werrahaufen Ende April Schmalkalden eingenommen hatte und den dortigen Rat ebenfalls zur Annahme der Zwölf Artikel gezwungen hatte, zog das Bauernheer am 1. Mai 1525 weiter flussaufwärts in Richtung der würzburgischen Stadt Meiningen. Inzwischen war das Heer auf ca. 13.000 Personen angewachsen. Günter Vogler (Hrsg.): Bauernkrieg zwischen Harz und Thüringer Wald (= Historische Mitteilungen. Beihefte 69). Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09175-6. Nachdem Graf Wilhelm IV. von Henneberg-Schleusingen (1478–1559) ebenfalls die Zwölf Artikel anerkannt hatte, begann sich der Werrahaufen aufzulösen.
Sippel zog mit dem Rest des Bauernheeres nach Eisenach und wollte mit der dortigen Obrigkeit verhandeln. Man lockte ihn und weitere Anführer in die Stadt, nahm sie gefangen und verurteilte sie zum Tode. Sippel wurde mit vier weiteren Anführern des Werrahaufens am 11. Mai 1525 auf Befehl von Kurfürst Johann von Sachsen auf dem Marktplatz in Eisenach enthauptet. Kobuch, Manfred, Müller, Ernst: „Der deutsche Bauernkrieg in Dokumenten : aus staatl. Archiven d. Dt. Demokrat. Republik (ein Dokumentenbildbd.)“ Staatliche Archivverwaltung, 1977. Ein Gedenkkreuz im Pflaster des Eisenacher Marktes erinnert an die Hinrichtung.Kreuz im Pflaster wird wieder eingebracht eisenachonline.de vom 11. Dezember 2015, aufgerufen am 19. Juni 2019 An der Burg Wendelstein in Vacha erinnert eine Gedenktafel an Hans Sippel.
Literatur Günter Vogler (Hrsg.): Bauernkrieg zwischen Harz und Thüringer Wald (= Historische Mitteilungen. Beihefte 69). Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09175-6.
Barge, Hermann: Jakob Strauß. Ein Kämpfer für das Evangelium in Tirol, Thüringen und Süddeutschland. Verlag: Leipzig: M. Nachfolger, (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, Jahrgang 54 Heft 2, Nr. 162)., 1937.
Kobuch, Manfred, Müller, Ernst: Der deutsche Bauernkrieg in Dokumenten : aus staatl. Archiven d. Dt. Demokrat. Republik (ein Dokumentenbildbd.). Staatliche Archivverwaltung, 1977.
Bensing, Manfred, Der Deutsche Bauernkrieg 1524-1526, Hamburg 1982.
Bergmann, Gerd, Ältere Geschichte Eisenachs: von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, Eisenach 1994.
Weblinks http://www.bauernkriege.de/GrosserDeutscherBK.html
Einzelnachweise
Kategorie:Landsknecht (Person) Kategorie:Person im Deutschen Bauernkrieg Kategorie:Hingerichtete Person (16. Jahrhundert) Kategorie:Geboren im 15. oder 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1525 Kategorie:Mann