Amoeiro ist eine spanische Gemeinde (Concello) mit Einwohnern (Stand: ) in der Provinz Ourense der Autonomen Gemeinschaft Galicien.

Geografie Amoeiro liegt im nordwestlichen Teil der Provinz Ourense ca. 10 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Ourense.

Umgeben wird Amoeiro von den sechs Nachbargemeinden:

Amoeiro ist Teil der Chaos-Hochebene, nordwestlich des Tals des Flusses Miño gelegen. Der Río Formigueiro durchströmt das Gebiet der Gemeinde von Nordost nach Südwest. Er ist ein Nebenfluss des Río Barbantiño, der an der Grenze zu den Nachbargemeinden San Cristovo de Cea und Maside entlangfließt. Das Oberflächenrelief des Gemeindegebiets ist wellig mit Erhebungen nicht über ohne markante Hügel oder Berge.

Klima

Das Klima zeichnet sich durch mäßig warme Sommer und milde Winter aus. 48 % der Niederschläge fallen in den vier Monaten Oktober bis Januar. Der November ist der feuchteste Monat des Jahres und mehr als viermal so niederschlagsreich wie der Juli, der trockenste Monat des Jahres. Die monatlichen Regentage und Niederschlagsmengen nehmen in den Sommermonaten Juni bis August deutlich ab. Das Klima ist als Mittelmeerklima (Csb-Klima) nach Köppen und Geiger klassifiziert.

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Legende: Quelle: – grafische Aufarbeitung für Wikipedia Nach einem Anwachsen der Gemeindegröße auf über 4700 Einwohner um 1940 sank die Zahl der Bevölkerung in der Folgezeit bis unter 2500. Ein besonders markanter Rückgang ist zwischen 1960 und 1970 zu verzeichnen, als die Gemeinde in dieser Dekade über 29 % ihrer Bevölkerung verlor.

Am 1. Januar 2021 waren ca. 56 % der Bevölkerung (rund 61 % der Männer, rund 53 % der Frauen) im erwerbsfähigen Alter (20–64), während dieser Wert für ganz Spanien ca. 61 % betrug.

Eine erhebliche und fortschreitende Überalterung der Bevölkerung der Gemeinde zeigt folgende Tabelle, bei der das Verhältnis von Gruppen von älteren Personen mit Gruppen von Personen der jüngeren Generation verglichen wird: AlterAnzahlPersonenAlterAnzahlPersonenProvinzGalicienSpanien 60–64 100 20–24 38 515879 55–59 100 15–19 35 495771 50–54 100 10–14 34 505668

Gemeindegliederung Die Gemeinde Amoeiro ist in acht Parroquias gegliedert:

Der Sitz der Gemeinde befindet sich in Amoeiro in der gleichnamigen Parroquia.

Jakobsweg mini|Wegezeichen des Jakobswegs in Amoeiro Auf einem kurzen Abschnitt am östlichen Ende von Amoeiro führt der Jakobsweg mit der Variante des Camino Mozárabe auf der Etappe von Ourense und nach Cea in der Gemeinde San Cristovo de Cea.

Sehenswürdigkeiten Petroglyphen mini|Petroglyphen in Chan da Ferradura Die Eisenzeit ist in Amoeiro und vor allem in der Gegend von A Bergueira in der Parroquia Trasalba vertreten. An dieser Stelle markieren die Vertiefungen mehrere Felsen und die Spiralen von Tras do Mollón, die Gravuren von Pedra da Ferradura und die Petroglyphen von Abrigo do Raposo und Abrigo da Zarra sind ebenfalls hervorzuheben.

Castros mini|An einem Brunnen wiederverwendeter Castrostein in Fontefria Die Fülle an Castro-Siedlungen auf der Chaos-Hochebene von Amoeiro ist wahrscheinlich der Grund, warum dieses geografische Gebiet das Land „Terra de Castela“ wurde. In der Gemeinde Amoeiro gibt es Castros in A Poboanza, Fontefría, Igrexa de Cornoces, San Xiao, As Taborelas oder Agro de Centeas, Vendanova und O Formigueiro.

Die Überreste von Gebäuden sind rar und archäologische Ausgrabungen sind erforderlich, um ihr Wissen zu erweitern. In Formigueiro gibt es Felsen, die einen Halbkreis des typischen Castro-Hauses markieren, und vor allem gibt es zahlreiche Überreste von Petroglyphen, unter denen sich die befindet, die sich derzeit an der Fassade der Einsiedelei von O Formigueiro befindet, die in Galicien einzigartig ist für die Anwesenheit einer Reiterfigur. Dieses schöne und einzigartige Relief ist Gegenstand von Veröffentlichungen und bildet derzeit das Wahrzeichen der Pfarrgemeinde. Im selben Bevölkerungszentrum gibt es weitere Petroglyphen, einige eingebettet in Gebäuden und andere in privaten Gärten.

Es gibt auch Castrosteine in Fontefría und San Xiao. Hier ist einer in die Wand eines Brunnens eingebettet und ein weiterer in der Wand der Kapelle. Figuren dieses Typs sind auch in einem Privathaus zu sehen.

Römerzeit und Mittelalter mini|Brücke von San Fiz über den Barbantiño Die Römer hinterließen ihre Spuren in Amoeiro in Form von zwei Römerstraßen, die eine, die Aquae Flaviae (das heutige Chaves in Portugal) mit Lucus Augusti (dem heutigen Lugo) verband, und die andere, die die frühere portugiesische Stadt mit Iria Flavia (dem heutigen Padrón) verband. Meilensteine, Häuser am Straßenrand oder Wegweiser markierten diesen Durchgang, von denen heute nur noch einer in San Xiao in der Gemeinde übrig ist. Er befindet sich in der örtlichen Kapelle und erfüllt die Funktion eines Taufbeckens. Abgesehen von der etwa 300 Meter lange Römerstraße, die nach der Brücke von San Fiz bereits auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Maside beginnt, sind von römischen Überresten nur wenige übrig geblieben.

An der archäologischen Stätte von As Pereiras (Figueiras), einem Ort römischen Ursprungs, gelten Funde der spätere Besetzung durch die Sueben oder Westgoten als Belege für landwirtschaftliche und viehwirtschaftliche Aktivitäten in dieser Zeit. So stechen unter den zahlreichen gefundenen Materialien ein zweiteiliger Keramikofen und eine Gürtelbrosche aus Bronze hervor. Diese wird auf die Zeit zwischen dem fünften und siebten Jahrhundert datiert und befindet sich derzeit im Archäologischen Museum. Überbleibsel aus dieser Zeit sind außerdem eine mehrere Meter tiefe Zisterne auf der Spitze des Castro do Formigueiro und die mittelalterliche Steingravur eines großen Schwertes.

Die Brücke von San Fiz diente als Verbindungsweg nach Santiago de Compostela. Ihre Reparatur im 13. Jahrhundert ist dokumentiert, ihr spezifischer Ursprung ist unbekannt. Während des Baus der Eisenbahn zwischen 1930 und 1940 wurde sie durch Vandalismus von Arbeitern beschädigt. Am selben Fluss wurde auch die Brücke von Mandrás an der Grenze zu San Cristovo de Cea gebaut. Es gibt auch keine genaue Datierung dieser mittelalterlichen Brücke, obwohl bekannt ist, dass sie im 18. Jahrhundert gepflastert wurde.

Sakralbauwerke Parroquia Beschreibung BildAbruciñosIn der Parroquia Abruciños stammt die Kirche von San Xoán ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert und besitzt ein im 18. Jahrhundert hinzugefügtes Kirchenschiff. Sie wird von anderen Sakralbauten wie der derzeit verfallenen Kapelle von San Cosmede begleitet, die wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert stammt, der Kirche von San Rafael aus dem 19. Jahrhundert und das Ortskreuz.mini|zentriert|150px|Kapelle San RafaelAmoeiroDie Kirche Santa María de Amoeiro wurde im Jahr 1162 errichtet, ihr Chor im Jahr 1750. In ihrer Umgebung befindet sich ein Kreuz und im Ort San Marcos eine Kapelle im Stil des 18. Jahrhunderts, an dem sich ein altes, in Stein gehauenes Grab befindet, dessen Datierung auf das 10. Jahrhundert zurückgeht.mini|links|150px|Kirche Santa María de AmoeiroWeitere Bildermini|150px|InschriftBóvedaDas Frauenkloster San Miguel do Priorato ist eines der Wahrzeichen von Bóveda. Seine Datierung variiert zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert. Es wurde konfisziert und befindet sich heute in Privatbesitz. Bemerkenswert sind auch die Kirche San Paio im Stil des 18. Jahrhunderts, die aber ihren Ursprung spätestens im 15. Jahrhundert hat, und drei Flurkreuze in ihrer Umgebung.mini|links|150px|Ehemaliges FrauenklosterWeitere Bildermini|150px|Eingangsportalmini|links|150x150px|Kirche San Paio de BóvedaCornocesIn der Parroquia Cornoces befindet sich die ländliche Kapelle San Estevo de Sabuxe, die vielleicht die älteste der Gemeinde ist. Das wichtigste Element ist jedoch die Kirche San Martiño de Cornoces aus dem 12. Jahrhundert, die sich auf einem Castro befindet und eine der wertvollsten Inschriften des Landes hat. Bemerkenswert sind auch die Kapellen, die in den verfallenen Pazo de Martinga und den Pazo de Santa Catalina integriert sind, sowie die drei Wegekreuze dieser Parroquia, besonders jenes von Sabariz. In Bubeiras, einem abgelegenen Ort der Parroquia, gibt es neben der Straße einen schönen Bildstock.mini|links|150px|Kirche San Martiño de CornocesWeitere Bildermini|150px|InschriftFontefríaDie Kirche Santa Mariña de Fontefría stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert erweitert. In der Nähe befindet sich ein Wegekreuz und in dieser Parroquia befindet sich die Kapelle San Xiao, deren Ursprung um das 12. Jahrhundert datiert ist, mit einem romanischen Altar im Inneren und Castrosteine, die in die Wände integriert sind.mini|links|150px|Kirche Santa Mariña de FontefríaWeitere Bilder mini|links|150px|Kapelle San Xiao mini|150px|CastrosteinParadaDie Parroquia Parada ist seit dem 18. Jahrhundert dem heiligen Jakobus gewidmet, an dem Datum, an dem die Bruderschaft des Apostels gegründet und die Pfarrkirche gebaut wurde, in die die Kapelle des Pazo de Miranda integriert wurde. Früher gab es die Kapelle von A Poboanza für die Bewohner dieses Ortes und der Nachbardörfer Rairo, Fonte de Rairo und A Teixeira. Sie hatte ihren Ursprung wahrscheinlich im 12. Jahrhundert war dem Jesuskind gewidmet. Das Kreuz in der Nähe wird noch heute genutzt.mini|zentriert|150px|Kirche Santiago de ParadaRouzósDie Kirche San Cibrao repräsentiert die Parroquia Rouzós. Sie wurde im 16. und im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut basierend auf einem Gebäude, das ursprünglich aus dem Jahr 892 stammt, laut Schriften aus dem Jahr 932. In der Nähe gibt es ein Wegekreuz.mini|zentriert|150px| Kirche San Cibrao de RouzósTrasalbaDie dem heiligen Petrus gewidmete Kirche in Trasalba stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie zeigt einen Übergang von der Romanik zur Gotik und integriert auch Castro-Elemente. In seiner Umgebung gibt es ein Wegekreuz. Eine besondere Erwähnung verdient die Kapelle, die Mariä Lichtmess in O Formigueiro gewidmet ist. Dieser romanische und unregelmäßige Bau hat an seiner Fassade ein schöner Castrostein, der in Galicien einzigartig ist, da er einen Reiter zu Pferd inmitten einer Herde zeigt. Dieser Stein wurde gefunden, als der Tisch, der als Altar diente, im Jahre 1988 bei Umbauarbeiten umgedreht wurde. Das Artefakt ist derzeit das Wahrzeichen von Amoeiro. Im Dorf Outeiro de Trasalba gibt es vor dem Festplatz einen Bildstock.mini|links|150px| Kirche San Pedro de TrasalbaWeitere Bildermini|150px|Eingangsportalmini|links|150px|Kapelle in Formigueiromini|150px|Castrostein an der Hauptfassade

Profanbauwerke mini|Pazo de San Damián Die Ursprünge des Pazo de San Damián de Boa Vista in der Parroquia Abruciños gehen auf das 16. Jahrhundert zurück, als Fernando de Boan, ein Pfarrer, die Pousa de Cacabelos errichtete, die später ihren heutigen Namen erhielt. Nach mehreren Besitzerwechseln und einem Brand wurde es verlassen. Filiberto Soto baute das Herrenhaus im Jahr 2000 wieder auf und es erlangte seine Pracht zurück. Heute wird der Pazo von einem renommierten galicischen Unternehmen verwaltet.

In Amoeiro stechen der Pazo de Tranguiolas und die Casa Pacega de Poutás oder Casa dos Sotelo hervor. Der Pazo de Tranguiolas befindet sich im Torre de Amoeiro, dem Ort, an dem sich bis 1880 die städtischen Verwaltungseinheiten befanden und wo nach mündlicher Überlieferung 1871 die Archive verbrannten. Derzeit zeigt der Balkon des Innenhofs des Westflügels eine Inschrift, die auf das Alter des Bauwerks hinweist. Der Ostflügel ist heute von dem verfallenen Vorgängerbau abgetrennt. Die Casa Pacega de Poutás stammt aus dem Jahr 1844, dem Jahr, in dem José Sotelo Puga es erbaute. Seit 1985 ist es im Besitz der Familie Troncoso.