Armin Edgar Gottfried Grünewald (* 28. Dezember 1930 in Löwenberg in Schlesien; † 9. August 1993 in Aachen)Armin Grünewald. In: Internationales Biographisches Archiv. Bd. 41, 1993. (online über Munzinger-Archiv online (Artikelanfang); Gesamtartikel nur mit Zulassung)Vollständiger Name laut Einwohner-Adressbuch Landkreis Neuwied 1974: Armin Edgar Gottfried Grünewald war ein deutscher Volkswirt und Journalist, der sich vor allem mit Wirtschafts-, Währungs-, Außen- und Finanzpolitik befasste. Er war stellvertretender Regierungssprecher unter den Bundeskanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt.
Werdegang Armin Grünewald, Sohn von Elisabeth Grünewald, geborener Hoffmann, und des Arztes Edgar Grünewald, ging in Flensburg bis zum Abitur 1951 zur Schule. Zum Studium der Volkswirtschaft ging er nach einem kurzen Sprachenstudium in Montreux 1952 nach Kiel. Er bestand die Diplomprüfung an der Kieler Universität 1955. Grünewald blieb zunächst in Kiel, am dortigen Institut für Weltwirtschaft, und verfasste seine Dissertation zur Erlangung des Grades Dr. sc. pol.; Fritz Baade war 1957 sein Doktorvater.
Erste Station der Journalistenkarriere Grünewalds war das Ressort Wirtschaft der Stuttgarter Zeitung, bei der er von 1957 bis 1973 arbeitete. Zunächst war er Redakteur in Stuttgart, vier Jahre später, 1961, Wirtschaftskorrespondent in Bonn, 1972 Redaktionsleiter im Bonner Büro. Im Januar 1973 wurde er stellvertretender Regierungssprecher unter Bundeskanzler Willy Brandt.Hans-Peter Schwarz u. a. (Hrsg.): Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1973. Band 1. Oldenbourg, München 2004, ISBN 3-486-56651-2, S. 2101. Chef des Bundespresseamts und Regierungssprecher war Rüdiger von Wechmar. Grünewald behielt sein Amt auch nach dem Kanzlerwechsel zu Helmut Schmidt 1974; ab 1976 trat Klaus Bölling an die Stelle von Wechmars. Nach der Bundestagswahl 1980 schied Grünewald aus dem Bundespresseamt aus, ihm folgte Wolfgang Gibowski. Grünewald ging zum Deutschen Industrie- und Handelskammertag. 1981 wurde er dort Leiter der Abteilung Auslandshandelskammern der DIHT.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 417.
Amtsführung und Amtsverständnis Grünewald war aufgrund seiner Vorbildung ein wirtschaftspolitischer Experte, auch Helmut Schmidt vertraute seinem Sachverstand auf diesem Gebiet. Er beschränkte sich auf das Amt des stellvertretenden Regierungssprechers, die mit der stellvertretende Leitung des Bundespresseamts verbundenen Verwaltungstätigkeiten überließ er Norbert Burger. Grünewald war parteilos, galt aber als der SPD nahestehend.Burkard Weth: Der Regierungssprecher als Mediator zwischen Regierung und Öffentlichkeit. Universität Würzburg 1991, S. 186. Dennoch verstand er sich als Vertreter eines Verfassungsorgans, nicht einer parteipolitischen Linie. Seiner Rolle als Regierungssprecher maß er sowohl eine Außenwirkung auf Journalisten und Öffentlichkeit bei als auch eine Rückwirkung auf die Regierung.Burkard Weth: Der Regierungssprecher als Mediator zwischen Regierung und Öffentlichkeit. Universität Würzburg 1991, S. 188.
Als wichtiges Instrument Pläne und Erwägungen der Regierung zu vermitteln, betrachtete er Hintergrundgespräche mit Journalisten.Burkard Weth: Der Regierungssprecher als Mediator zwischen Regierung und Öffentlichkeit. Universität Würzburg 1991, S. 189. Im Stil unterschied sich Armin Grünewald – bedächtig und auf die Gesamtregierung bezogen – von Bölling, der sein Amt als näher am Bundeskanzler verstand. Das Verhältnis der beiden war nicht immer ungetrübt.Burkard Weth: Der Regierungssprecher als Mediator zwischen Regierung und Öffentlichkeit. Universität Würzburg 1991, S. 187.
Auszeichnungen Kommandeur des französischen Nationalverdienstordens, 1975 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1980 Officier la Légion d’Honneur (Offizier der Ehrenlegion), 1981
Schriften Die Bewässerungswirtschaft in der Welternährungswirtschaft. Universität Kiel 1957 (Dissertation) Als Herausgeber: Der Mann der Brücken schlug – Erinnerung an Klaus Dieter Arndt. Gedenkschrift zum 50. Geburtstag. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-03986-6.
Privates mini|Grab von Armin Grünewald auf dem Waldfriedhof Rheinbreitbach Grünewald war sehr an Musik interessiert und hatte zunächst ein Musikstudium angestrebt. Er war evangelisch, verheiratet ab 1956 mit Ulla-Lena Grünewald, geborener Hoffmann, und hatte zwei Kinder.Grünewald, Armin. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 417. Spätestens von Mitte der 1970er-Jahre bis zu seinem Tod wohnte er in Rheinbreitbach (Ortsteil Breite Heide).Kasper's Einwohner-Adreßbuch Landkreis Neuwied 1974, Verlag H.E. Kasper & Co., Köln 1974, Namenverzeichnis Verbandsgemeinde Unkel S. 30, . (wiki.genealogy.net)Amtliches Telefonbuch der Deutschen Bundespost Telekom. Bereiche Bonn, Siegburg, , Jahrgang 1993/94, J. F. Carthaus, Bonn 1993, S. 34. Seine Beisetzung erfolgte auf dem Waldfriedhof Rheinbreitbach.
Literatur
Grünewald, Armin. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 417. Burkard Weth: Der Regierungssprecher als Mediator zwischen Regierung und Öffentlichkeit. Dissertation. Universität Würzburg 1991. Armin Grünewald. In: Internationales Biographisches Archiv. Band 41, 1993 (online über Munzinger-Archiv online (Artikelanfang); Gesamtartikel nur mit Zulassung)
Weblinks
Grünewald, Armin. Bundesarchiv
Einzelnachweise
Kategorie:Wirtschaftsjournalist Kategorie:Zeitungsjournalist Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Pressesprecher Kategorie:Absolvent der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Kommandeur) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Mann