mini|hochkant|Gerhard Arminger (2016) Gerhard Arminger (geboren am 7. April 1949 in Salzburg) ist ein österreichischer Sozialforscher, Statistiker und Unternehmer.
Werdegang und Wirken Nach der Matura am Akademischen Gymnasium Salzburg (1967) studierte Gerhard Arminger Soziologie an den Universitäten Wien und Linz (JKU, Diplom 1973) und promovierte 1975 in Statistik mit der Arbeit „Loglineare Modelle zur Analyse nominal skalierter Variabler“ an der JKU Linz. für diese und alle folgenden Infos zum Lebenslauf siehe die Materialien im Archiv der Johannes Kepler Universität Linz Zugang zum Archiv und im Personeneintrag bei WiWi-online Personen-Eintrag Arminger in WiWi-online, abgefragt am 18. April 2023.
Er war von 1973 bis 1978 Universitätsassistent am Institut für Soziologie II (Leitung damals: Kurt Holm) und Lehrbeauftragter am Institut für Angewandte Statistik (Leitung damals: Friedrich Sixtl) an der Universität Linz und wurde 1979 als ordentlicher Professor (C4) für Wirtschaftsstatistik an die Universität Wuppertal berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 2014 lehrte. Gerhard Arminger erhielt Rufe der University of California in Los Angeles (UCLA), der University of Arizona in Tucson, der University of Indiana in Bloomington, der Universität Wien und der London School of Economics (LSE), die er jedoch ablehnte.
Gerhard Arminger war Fellow am Institute for Advanced Study in Bloomington (Indiana) (1985)Liste der Fellows am IAS, abgefragt am 16. März 2022., sowie Visiting Scholar am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin (1991), und ist u. a. Honorarprofessor für Statistik in den Sozialwissenschaften an der Universität Salzburg (seit 1998). Er leitete zahlreiche interdisziplinäre Forschungsprojekte, u. a. (im Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Reduktion von Komplexität“ an der Universität Dortmund) von 1997 bis 2001 das Projekt „Multivariate Prognosesysteme für Warenwirtschafts- und Produktionssteuerung“Informationen zum Projekt „Multivariate Prognosesysteme Warenwirtschaft“, abgefragt am 3. März 2022..
Er co-gründete 1996 als Start-Up-Unternehmer die „SAF Simulation, Analysis and Forecasting AG“, ein Unternehmen für Softwarelösungen im Bereich Logistik und Warenwirtschaft, wo er als wissenschaftlicher Leiter mit seinem Know-how auf dem Gebiet mathematischer Prognoseverfahren einen Beitrag zur Entwicklung der dortigen Software-Lösungen leistete. Die SAF AG wurde 2006 an der Frankfurter Börse gelistet und 2009 von der SAP SE AG übernommen (dem bis dato größten europäischen Software-Unternehmen).
Gerhard Arminger betreibt seit 2001 die Beratungsfirma „Arminger Consulting/Beratung“ und ist auch in verschiedenen Unternehmen aktiv, wie etwa (jeweils seit 2016) bei Hydrogrid WienInfos zu Hydrogrid Wien, abgefragt am 18. April 2023. oder bei der Directors Ac@demy Hamburg.
Mitgliedschaften Gerhard Arminger ist Mitglied im Netzwerk Wissenschaftsfreiheit.https://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de/ueber-uns/mitglieder/
Wissenschaftliche Arbeitsschwerpunkte Gerhard Arminger hat sich im Laufe seiner wissenschaftlichen Laufbahn schwerpunktmäßig folgenden Themen gewidmet:
Mathematische Statistik Hier hat er Arbeiten zur Entwicklung der Faktorenanalyse, zu Loglinearen Modellen, zu Probit-Modellen, sowie zu Latent-Variables- und Kovarianz-Analysen beigesteuert.
Angewandte Statistik und Data Mining Hier hat Gerhard Arminger Beiträge zur Behandlung von Paneldaten, zu allgemeinen Fragen des Data Mining, sowie zu besonderen sozialwissenschaftlichen Themen oder zu wirtschaftswissenschaftlichen Anwendungen (insbesondere zu CPFR) beigetragen.
Methoden der empirischen Sozialforschung Hier gibt es Arbeiten zu quantitativen Methoden der Geschichtswissenschaft, zu Methoden der Psychologie, zu Methoden der Soziologie, sowie zu Methoden der Demographie.
Konkrete Sozialforschung und Soziologie Vorhanden sind Forschungen von Gerhard Arminger zur Situation von ArbeitnehmerInnen, zu Fragen der Erwachsenenbildung in diesem Kontext, sowie auch zu Fragen des Nationalsozialismus. Zu nennen sind auch weitere Studien zu konkreten Themen der Sozialforschung, wie Fertilitätsstudien, Unfallforschung, Mediensoziologie, oder Alkoholismusforschung.
Publikationen (Auswahl)
Gerhard Arminger hat mehr als 30 Bücher in den Bereichen Statistik, Soziologie und Empirische Sozialforschung als Autor, Ko-Autor, Herausgeber oder Ko-Herausgeber veröffentlicht, sowie über 170 wissenschaftliche Artikel und Buchbeiträge in Deutsch und Englisch verfasst. Hier wird eine Auswahl von 33 der mehr als 200 vorliegenden Publikationen präsentiert, die die Bandbreite der Forschungen verdeutlichen kann.
Bücher Loglineare Modelle zur Analyse nominal skalierter Variabler, Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs (VWGÖ), Wien 1976 (zugleich Dissertation an der Universität Linz)Eintrag im Österreichischen Bibliothekenverbund, abgefragt am 3. März 2022.. Faktorenanalyse, Teubner Verlag, Stuttgart 1979 (Teubner Studienskripten, Statistik für Soziologen, Bd. 3), ISBN 3-519-00024-5. (mit Joachim Nemella) Arbeitsbedingungen und Gesundheit österreichischer Arbeitnehmer. Eine empirische Untersuchung. Universitätsverlag Trauner, Linz 1983, ISBN 3-85320-291-8. (Hg. mit Konrad Jarausch und Manfred Thaller): Quantitative Methoden in der Geschichtswissenschaft. Eine Einführung in die Forschung, Datenverarbeitung und Statistik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985, ISBN 3-534-09163-9. (mit Ulrich Küsters): Programmieren in GAUSS – Einführung in das Programmieren statistischer und numerischer Algorithmen, Georg Fischer Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-437-40206-4. (mit Franz Müller): Lineare Modelle zur Analyse von Paneldaten, Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 1990, ISBN 978-3-531-12176-5. (Hg. mit Clifford C. Clogg und Michael E. Sobel): Handbook of Statistical Modeling for the Social and Behavioral Sciences, Plenum Press, New York etc. 1995, ISBN 0-306-44805-X.
Artikel und Buchbeiträge Einstellungen von Meistern zu Faktoren beruflichen Führungsstils, Mitwirkung und Mitbestimmung, in: Die Betriebswirtschaft, , 38. Jg. (1978), S. 609–619. Multivariate Analyse von qualitativen abhängigen Variablen mit verallgemeinerten linearen Modellen, in: Zeitschrift für Soziologie, , 12. Jg. (1983) Heft 1, S. 49–64. Involvement of German Students in NS Organisations Based on the Archive of the Reichsstudentenwerk, in: Historical Social Research / Historische Sozialforschung, , 9. Jg. (1984), Nr. 2, S. 3–34 (auch online: fulltext von „German students ...“, PDF). Fallacies and Paradoxes Caused by Heterogeneity, in: Andreas Diekmann und Peter Mitter (Hrsg.): Paradoxical Effects of Social Behavior. Essays in Honor of Anatol Rapoport, Physica-Verlag, Heidelberg 1986, ISBN 978-3-7908-0350-1, S. 323–336. (mit Roland Dillmann) Statistisches Schließen und wissenschaftliche Erkenntnis, in: Zeitschrift für Sozialpsychologie, , 17. Jg. (1986) Heft 3, S. 177–182. Linear Stochastic Differential Equation Models for Panel Data with Unobserved Variables, in: Sociological Methodology, , Jg. 16 (1986), S. 187–212. (mit Harald Meyer) Statistische Methoden für system- und prozeßorientierte Modelle in der Psychologie, in: Günter Schiepek (Hrsg.): Systeme erkennen Systeme. Individuelle, soziale und methodische Bedingungen systemischer Diagnostik, Psychologie Verlags Union, München 1987, ISBN 3-621-54703-7, S. 230–251. (mit George W. Bohrnstedt): Making It Count Even More. A Review and Critique of Stanley Lieberson's „Making It Count. The Improvement of Social Theory and Research“, in: Sociological Methodology (hg. American Sociological Association, Sage Publishers, London etc.), Jg. 17 (1987), S. 363–372. Misspecification, Asymptotic Stability, and Ordinal Variables in the Analysis of Panel Data. in: Sociological Methods & Research , Jg. 15 (1987) Heft 3, S. 336–349. Modelle zur Analyse qualitativer Variablen in stetigem Zeitverlauf, in: Friedhelm Meier (Hrsg.): Prozeßforschung in den Sozialwissenschaften. Anwendungen zeitreihenanalytischer Methoden, Georg Fischer Verlag, Stuttgart u. a. 1988, ISBN 3-437-40184-X, S. 77–92. (mit Roland Schoenberg) LINCS: Linear covariance structure analysis, in: Multivariate Behavioral Research, , 23. Jg. (1988), Heft 2, S. 271–273. (mit Konrad Jarausch) The German Teaching Profession and Nazi Party Membership. A Demographic Logit Model, in: The Journal of Interdisciplinary History, , Jg. 20 (1989), Nr. 2, S. 197–225. (mit Kenneth A. Bollen): Observational Residuals in Factor Analysis and Structural Equation Models, in: Sociological Methodology, , 21. Jg. (1991) Heft 1, S. 235–262. (mit Michael E. Sobel) Modeling Household Fertility Decisions. A Nonlinear Simultaneous Probit Model, in: Journal of the American Statistical Association, , Nr. 417 (1992), S. 8–47. Ökonometrische Schätzmethoden für neuronale Netze, in: Georg Bol, Gholamreza Nakhaeizadeh und Karl-Heinz Vollmer (Hrsg.): Finanzmarktanwendungen neuronaler Netze und ökonometrischer Verfahren. Ergebnisse des 4. Karlsruher Ökonometrie-Workshops, Physica Verlag, Heidelberg 1994, ISBN 3-7908-0748-6, S. 25–39. (mit Uwe Blien und Michael Wiedenbeck) Reconciling Macro and Micro Perspectives by Multilevel Models. An Application to Regional Wage Differences, in: Ingwer Borg und Peter Mohler (Hrsg.): Trends and Perspectives in Empirical Social Research, Walter de Gruyter, Berlin & New York 1994, ISBN 3-11-014311-9, S. 266–282. (mit Andreas Ziegler) Analyzing the Employment Status with Panel Data from the GSOEP. 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(mit Karl Bommert und Thorsten Werner) Innovationen und Beschäftigung in den Multimedia Dienstleistungen, in: Hans-Jörg Bullinger (Hrsg.): Dienstleistungen – Innovation für Wachstum und Beschäftigung: Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs, Gabler Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-322-86913-5, S. 388–405.