Franz Michael Ronge (* 21. Juli 1853 in Winsdorf; † 16. Januar 1925 in München) war ein deutscher Maler des kirchlichen Späthistorismus.

Leben mini|Deckenbilder aus dem Jahr 1888 in St. Bonifatius, Weißenohe Ronge wurde 1853 als Sohn des Ökonomen und Landwirts Franz Ronge und dessen Ehefrau Margarethe Jockisch, geb. Beck, geboren. Ronge begann schon als Kind intensiv zu zeichnen und zu malen, durfte aber den Beruf des Kunstmalers nicht ergreifen, weil der Vater dagegen war. Auf Vermittlung des Pfarrers durfte der Junge eine Lehre bei einem Malermeister aus Neustadt machen. Nach Beendigung der Lehre ging Ronge nach Paris und nach Italien und schrieb sich im Oktober 1874 in die Antikenklasse an der Kunstakademie München ein.Gertrud Fels, Wolfgang Fels: Franz Michael Ronge (1853-1925). Ein wiederentdeckter Maler des kirchlichen Späthistorismus. In: Das Münster. Jg. 72, Nr. 1, 2019, S. 3–24, hier S. 4

Ronges Spur verliert sich und erst 1881 wird sein Name im Zusammenhang mit dem Atelier für Kirche Kunst der Gebrüder Goß in Stadtamhof genannt. Wahrscheinlich half Ronge bei der Brandsanierung und Ausmalung des Salzburger Doms und der Bergkirche Laudenbach.Gertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 4 f. Zwar sind als Maler die Gebrüder Goß genannt, die Ausführung wird jedoch klar Ronge zugeschrieben.Gertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 4 f. Im Jahr 1884 schuf Ronge einen Kreuzweg für Dingolfing und 1886 ein Bild für die Stiftskirche zur Alten Kapelle in Regensburg. In diese Zeit fällt auch die Schaffung der Gemälde für einen der drei neugotischen Seitenaltäre des Freiburger Münsters, 1887 folgte die Ausmalung des Ordensstifter-Altars, vier Jahre später der Marienaltar.Gertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 5

Am 16. April 1891 heiratete Ronge in Regensburg die Seifensiedertochter Maria Scherl. Das Paar bekam die Töchter Sophie (* 1892) und Mathilde (* 1896) und 1894 den Sohn Franz. Im Jahr 1909 verließ die Familie Regensburg und ließ sich in München nieder, wo Ronge 1915 das Heimatrecht und ein Jahr später das Bürgerrecht erhielt. Belegt sind für diese Zeit eine Arbeit in der Herz-Jesu-Kirche in Winnweiler, für die Ronge das Gemälde im Hochaltar schuf und ein Gemälde für die Kirche im ostpreußischen Bischofsburg.

Um 1895 lernte Ronge den Mainzer Dombaumeister und Architekten Ludwig Becker kennen, der zahlreiche Kirchen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland errichtete.Gertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 7 Becker schätzte Ronge als Kirchenmaler und beschäftigte ihn immer wieder in seinen Gebäuden, darunter St. Pankratius in Mainz-Hechtsheim, in der Heilig-Kreuz-Kirche in Bad Kreuznach und St. Eligius in Völklingen.

Werke (Auswahl) mini|Seitenaltar in St. Joseph, Speyer 1880: Bergkirche Laudenbach, Laudenbach, Deckenbilder, Tondi in den Stichkappen der Gewölbe, mehrere Engel in den Spitzbögen und im HochaltarGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 7 f. 1881: Mariä Himmelfahrt, Kelheim, KreuzwegGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 8 1881–1898: Kloster der barmherzigen Schwestern, Freiburg im Breisgau, Kreuzweg 1882: St. Peter, Pfaffenberg, Altarblatt 1883: Freiburger Münster, Altarbilder 1884: St. Johannes, Dingolfing, KreuzwegGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 9 1887: Freiburger Münster, Altarbilder 1888: St. Bonifatius, Weißenohe, Deckenbilder 1890: St. Lambertus, Wambach, DeckenbilderGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 10 1891: Freiburger Münster, Altarbilder 1892/93: St. Georg, Neustadt an der Waldnaab, Deckenbilder 1892/93: St. Bartholomäus, Kraiburg am Inn, DeckenbilderGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 11 1893: Mariä Himmelfahrt, Furth im Wald, Deckenbilder um 1893: Kreuzkirche, Furth im Wald, Deckenbild 1893/94: Heilig-Kreuz-Kirche, Großgundertshausen, Deckenbilder 1895: Dreifaltigkeitskirche, Nagel, AltarbilderGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 12 1895: Mariä Himmelfahrt, Rosenthal, Altarblatt, Deckenbild 1896: St. Georg, Schlicht, Deckenbilder 1897: Mariä Himmelfahrt, Lappersdorf, Altarblatt 1898: St. Jakob, Fischbach, Kreuzweg 1899: St. Mauritius, Straßburg, Altarbilder 1900: Mariä Geburt, Nittenau, DeckenbildGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 13 1902: Dominikanerkirche, Colmar, Kreuzweg 1904: St. Johannes, Bischofsburg, Deckenbilder 1904: Mariä Himmelfahrt, Osseltshausen, KreuzwegGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 14 1905: Mariä Himmelfahrt/Dreifaltigkeitskirche, Marienwerder, Deckenbild 1905: Kloster der ewigen Anbetung, Mainz, Altarbilder 1910: St. Bonifatius (zerstört), Mainz, wohl ein Wandbild 1911: St. Pankratius, Mainz, Altarbilder 1913: St. Jakobus, Ockstadt, KreuzwegGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 15 1914: St. Bonifatius, Gießen, Kreuzweg 1914: St. Joseph, Speyer, Altarbilder, WandbilderGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 16 1915: Herz-Jesu-Kirche, Winnweiler, Altarblatt 1915: St. Mauritius, Haustadt, Altarblatt 1916: St. Katharina, Scheuern, AltarblattGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 17 1920/21: Heilig-Kreuz-Kirche, Bad Kreuznach, Altarbilder 1920–1922: St. Eligius, Völklingen, Altarblätter und KreuzwegGertrud Fels, Wolfgang Fels (2019), S. 18

Literatur Gertrud Fels, Wolfgang Fels: Franz Michael Ronge (1853-1925). Ein wiederentdeckter Maler des kirchlichen Späthistorismus. In: Das Münster. Jg. 72, Nr. 1, 2019, S. 3–24

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