The Hep Stars waren eine der erfolgreichsten Rock-Bands der 1960er Jahre in Schweden. Die Gruppe bestand aus Benny Andersson (Keyboard), der später ein Mitglied von ABBA wurde, Svenne Hedlund (Gesang), Janne Frisk (Gitarre), Christer Pettersson (Schlagzeug) und Lelle Hegland (Bass). Hedlund und Andersson verließen die Band 1969.
Bandgeschichte Lennart Hegland und Christer Petterson lernten sich bei ihrem Wehrdienst kennen. Zusammen mit Hans Östlund (Keyboard) und Janne Frisk (Gitarre und Gesang) gründeten sie die Band Quartet Yep. Sie traten vor allem in Restaurants auf und spielten zu dieser Zeit schwedische Folk-Musik. Durch Frisk näherten sie sich langsam dem Rock ’n’ Roll an. Als neuen Namen wählten sie The Hep Stars.
Bei einem Auftritt zusammen mit dem Akkordeonspieler Erik Frank fiel Frisk aus, Svenne Hedlund ersetzte ihn, der bereits bei The Clifftones sang. Hedlund blieb in der Band und ersetzte Frisk als Sänger. Dieser blieb der Band als Gitarrist erhalten. Åke Gerhard wurde Manager der Band. Unter dessen Führung nahm die Band ihre erste Single Kana Kapila auf, die nicht erfolgreich war. Nur eine Tageszeitung rezensierte die Single.
Hans Östlund verließ die Gruppe 1964 und wurde durch Benny Andersson ersetzt. Am 17. April 1965 gelang es den Hep Stars, mit drei Songs zur gleichen Zeit in den Top 10 der schwedischen Charts zu sein. Dies war vorher noch keiner anderen schwedischen Band gelungen. Es war umso bemerkenswerter, da die schwedischen Charts von der British Invasion dominiert waren. Sie traten kurz vorher in der Fernseh-Show Drop In mit dem Lied Cadillac auf. Die Single erreichte Platz 1 der Charts. Farmer John kam auf den vierten und A Tribute to Buddy Holly auf den achten Platz. Auch das dazugehörige Album We and Our Cadillac erreichte die Hitparade.
Die Resonanz auf die Hep Stars in Schweden entsprach etwa der Beatlemania in Großbritannien, verließ aber nicht das skandinavische Land. Die Band spielte ausverkaufte Konzerte in Schweden und dominierte die Charts.
1966 lernte Benny Andersson die Gruppe The Hootenanny Singers kennen, bei der Björn Ulvaeus Gitarre spielte. Zusammen schrieben sie Lieder für das dritte Hep-Stars-Album. Unter anderem mit der Coverversion des Elvis-Klassikers Don’t konnten The Hep Stars ihren Erfolg ausbauen. Neben Erfolgen in Schweden erreichte die Band auch Top-Platzierungen in Norwegen und in den Niederlanden. Insgesamt kamen 20 Singles der Band in Schweden in die Hitparade, acht davon erreichten den ersten Platz.
1967 versuchte sich die Band, ähnlich wie die Beatles, an einem Spielfilm. Der völlig improvisierte Film wurde von der Band finanziert, doch während der Dreharbeiten ging ihr das Geld aus. Der Film erschien nie und brachte die Band an den Rand des finanziellen Ruins. Nur mit der Single Malaika konnten sie die angespannte Situation retten.
Svenne Hedlunds Freundin Charlotte „Lotta“ Walker, die vorher in der amerikanischen Gruppe The Sherrys gespielt hatte, stieg als Sängerin ein. Die beiden heirateten noch im gleichen Jahr. Der Einstieg der Sängerin führte – auch durch einen Stilwechsel – hin zu sanfteren Tönen und zu weiteren Chartserfolgen. Zusammen nahmen sie die Alben Songs We Sang und It’s Been a Long Long Time auf. Auch diese verkauften sich sehr gut, doch hinter den Kulissen kam es zu Spannungen wegen der neuen, balladesken Ausrichtung der Band.
Als Andersson, Hedlund und dessen Frau ausstiegen, war die Band am Ende. Die letzte gemeinsame Single war eine Coverversion von Pat Boones Klassiker Speedy Gonzales. Es erschienen zwar bis 1972 weitere Singles, doch von der Trennung konnte sich die Band nie erholen.
Nach den Hep Stars Andersson arbeitete zusammen mit Björn Ulvaeus und Anni-Frid Lyngstad, die er auf der letzten Hep-Stars-Tour kennenlernte und produzierte deren Duett. Aus dieser Keimzelle entwickelte sich später ABBA. Svenne Hedlund und Lotta Walker arbeiteten weiter zusammen als Duettpartner. Sie wurden von Polar Music unter Vertrag genommen und veröffentlichten unter dem Namen Svenne & Lotta mehrere Alben.
Die Hep Stars traten in den 1980ern und 1990ern wieder einige Male auf. Andersson beteiligte sich nicht an diesen kurzen Wiedervereinigungen. 1989 und 2004 erschienen Singles mit mäßigem Erfolg.
Diskografie
Alben 1964: We and Our Cadillac 1965: Hep Stars on Stage 1966: The Hep Stars 1967: Jul med Hep Stars 1968: Songs We Sang 1968: It’s Been a Long Long Time
Singles 1964: A Tribute to Buddy Holly 1964: If You Need Me 1965: Donna 1965: Cadillac 1965: Farmer John 1965: Bald Headed Woman 1965: No Response 1965: So Mystifying 1965: Should I 1966: Sunny Girl 1966: Wedding 1966: I natt jag drömde 1966: Consolation 1967: Malaika 1967: Christmas on My Mind 1967: Mot okänt land 1967: She Will Love You 1968: Komm Little Thom 1968: It’s Been a Long Long Time 1968: Det finns en stad 1968: Let It Be Me 1968: I sagans land 1968: Holiday for Clowns 1969: Speleman 1969: Speedy Gonzales 1969: Little Band of Gold 1969: Tallahasse Lassie 1969: Boy Venus 1969: Blue Suede Shoes 1970: Mademoiselle Ninette / By Tomorrow 1970: Jag kan inte låta bli att tänka på dig / You Came, You Saw, You Conquered 1972: Carolina / Ten Years Later 1989: Tears on My Pillow / Don’t Throw It Away 2004: Someday Someone 2004: Love Is Coming Back
Literatur Carl Magnus Palm: Bright Lights, Dark Shadows. The Real Story of Abba. Omnibus Press, 2008. ISBN 978-1-84772-419-9
Weblinks The Hep Stars (schwedisch und englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Rockband Kategorie:Schwedische Band Kategorie:Benny Andersson