Mit Stadtkern wird in Marl, Kreis Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen, das zwischen den späteren 1960ern und den 1980ern neu entstandene Zentrum der Stadt zwischen Alt-Marl im Südwesten, Brassert im Nordwesten sowie Drewer in Norden und Osten bezeichnet. Es liegt südöstlich der geographischen Mitte der Stadt und grenzt nach Süden ans ländliche Steinernkreuz.
Gliederung mini|hochkant=1.5|Karte des Stadtteils mini|Rathaus und Stadtpark
Die nach Südwesten verlaufende Eisenbahnlinie in Richtung Buer teilt den Stadtteil in eine Nordwesthälfte auf altem Marler Boden und eine Südosthälfte, die größtenteils auf früherem Drewerer Gebiet steht. Senkrecht dazu teilen Hervester Straße und Willy-Brandt-Allee den Stadtteil, sodass es aus vier Vierteln besteht.
Im Norden steht die Stadtmitte mit Rathaus, Marler Stern und Amtsgericht, im Westen das Theaterviertel mit dem Theater im Norden und dem Bauturm (Stadthaus 3) im Westen, im Süden das Kreuzviertel mit den Hügelhäusern und der Willy-Brandt-Schule, im Osten das dreieckige Planetenviertel, in dessen heutigem Gebiet früher der für frühere Bauerschaft und heutigen Wohnstadtteil namensgebende Hof Drever stand.
Der statistische Bezirk Stadtkern-Mitte geht etwas über die neue Stadtmitte hinaus und enthält auch den Alten Friedhof Brassert und ältere Brasserter Häuserzeilen um diesen herum sowie das Gebiet des Albert-Schweitzer-Gymnasiums am Ort des früheren Haus Loe und die Südseite der Gaußstraße im eigentlichen Drewer. Allerdings befinden sich im Teil, der historisch zu Brassert gehört, mit Grimme-Institut, Kulturzentrum Marshall 66 und dem Hans-Böckler-Berufskolleg auch Bauten, die zusammen mit dem neuen Stadtkern entstanden sind.
Folgende Flächen und Einwohnerzahlen (zum 31. Dezember 2020)Flächen der statistischen Bezirke, Stadt Marl (Archiv; PDF; 23 kB): Stadtkern-Mitte; bis Eduard-Weitzsch-Weg und Hagenstraße insgesamt 0,45 km²; statistisch 0,957 km²; 2668 EW Theaterviertel; 0,438 km²statistische Bezirke Stadtkern-West und Alt-Marl-Ost; 3388 EW Kreuzviertel; 0,534 km²; 1750 EW Planetenviertel; 0,218 km²; 1951 EW Im engeren Sinne hat der Stadtkern eine Fläche von 1,64 km², mit den Anteilen an Drewer und Brassert sind es ein Drittel mehr. Obwohl die statistischen Bezirke Parkanlagen, Schulen und den Brasserter Friedhof mitzählen, ergeben sie im Durchschnitt eine stolze Einwohnerdichte von über 4500 Einwohnern pro Quadratkilometer, wobei das Planetenviertel auf fast 9000 kommt.
Siedlungsgeschichte Während Friedhof und Kolonie Brassert schon vor dem Zweiten Weltkrieg standen, ebenso die Häuser an der Alten Brüderstraße im Norden des Theaterviertels, entstand das Theater Anfang der 1950er, Alte Bunasiedlung und Schweitzergymnasium folgten in der 2. Hälfte der 1950er Jahre.
Erst Mitte der 60er, Drewer Süd (südlich der Breddenkampstraße) war bereits so gut wie komplett bebaut, kamen zunächst das Rathaus und im Theaterviertel Wohnblöcke an der Brüderstraße und zwischen Wiener und Grünberger Straße hinzu. Zwischen 1972 und 1976, die Bahngleise standen bereits, kamen Marler Stern und die Hügelhäuser im Kreuzviertel hinzu, in den Jahren bis 1980 dann Willy-Brandt-Allee und -schule sowie die nach Osten rahmende Herzlia-Allee. Zu diesem Zeitpunkt war das Planetenviertel nur im äußersten Südosten bebaut – es wurde erst in den 1990ern abgeschlossen.
Betrachtet man speziell die Bebauungsgeschichte des Theaterviertels, erscheint es etwas rätselhaft, dass die Stadt Marl deren Mitte und Süden in Alt-Marl wähnt. Rein siedlungsgeschichtlich wäre in jenem Viertel allenfalls die Alte Brüderstraße Alt-Marl zuzurechnen, die jedoch von neueren Siedlungen umschlossen wird. Während das in den 1980ern erbaute Finanzamt im äußersten Nordosten von Alt-Marl den Stadtkern westlich des Theaters fortsetzt.
Verkehr Vom Haltepunkt Marl Mitte verkehrt die S 9 stündlich in Richtung Haltern und Essen. Den nahe gelegenen Busbahnhof bedienen sämtliche im Stadtbereich Marl verkehrenden Buslinien.
Linie Verlauf Takt Betreiber
Siehe auch Stadtgliederung Marls
Globale Quellen Topographische Karte der Kreise des Regierungs-Bezirks Muenster, Blatt 08 - Kreis Recklinghausen (1845) Preußische Uraufnahme, Blätter Marl und Recklinghausen (1842) Preußische Neuaufnahme / Messtischblätter Blatt Marl 1892 / 1894 / 1907 / 1913 / 1921Messtischblatt Marl (1921), Deutsche Fotothek / 1925Messtischblatt Marl (1925), landkartenarchiv.de / 1931 / „1936–1845“(≈1942) / 1942 / 1949 / 1953 / 1959 / 1966 / 1972 / 1976 / 1980 / 1989 / 2000 Karte des Deutschen Reiches 1 : 100.000, Ende 19. Jahrhundert (nebenstehend) Topographische Übersichtskarte des Deutschen Reichs 1 : 200.000, Blatt Wesel 1939 Karte der Stadtteile Marls zwischen 1841 und 1975Karte des Amtes Marl, Genwiki; der Ersteller kann allerdings seine Quellen nicht mehr benennen. Karte der statistischen Bezirke Marls, Stand April 2010, abgerufen am 9. Mai 2016. (PDF; 6,5 MB)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Marl) Kategorie:Ort im Kreis Recklinghausen