mini|Blick auf St. Michael in Mazon Mazon ([]; ) ist eine Fraktion der Gemeinde Neumarkt in Südtirol. Die Ortschaft liegt auf der orographisch linken, östlichen Seite erhöht über dem Etschtal im Südtiroler Unterland. Sie nimmt dort eine von weitläufigen Reblandschaften des Südtiroler Weinbaugebiets geprägte Hangterrasse an den Ausläufern der Königswiese ein, die nordseitig zum Ausgang des Mühlentals abfällt, westseitig zum Gemeindehauptort Neumarkt. Mazon besteht aus auf der Hangterrasse verstreuten Weinhöfen, die sich lediglich unweit der St.-Michael-Kirche zu einem kleinen Ortskern verdichten.

Geschichte Der Ortsname ist ersturkundlich 1300 als Meczan bezeugt und dürfte auf einen lateinischen Prädiennamen zurückzuführen sein.Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols. Band 1. Bozen: Athesia 1995. ISBN 88-7014-634-0, S. 125. Seit dem Spätmittelalter gehörte Mazon, gemeinsam mit der Vill und Mühlen, als Teil des Viertels Neumarkt zum Gericht Enn-Kaldiff.Otto Stolz: Politisch-historische Landesbeschreibung von Südtirol. Band 2: Viertel an der Etsch (= Schlern-Schriften. Band 40). Innsbruck: Wagner 1938, S. 228. Im Jahr 1396 treten die Bewohner in Verhandlungen mit dem Dominikanerkloster San Lorenzo in Trient urkundlich hervor. Ebenso werden die Meczaner, Villner und die in Müllen 1398 in einem gerichtlichen Schiedsspruch genannt.Otto Stolz: Die Ausbreitung des Deutschtums in Südtirol im Lichte der Urkunden. Band 2: Die Ausbreitung des Deutschtums im Bozner Unterland und Überetsch sowie in den deutschen Gemeinden im Nonsberg und Fleimstal. Oldenbourg, München-Berlin 1928, S. 209 und 243 Nr. 48.

Sehenswürdigkeiten Auf das 12. Jahrhundert geht die am Nordrand des Plateaus stehende Burgruine Kaldiff zurück; ihr Kastenamt fungierte lange Zeit als landesfürstlicher Gerichtssitz. Kaldiff wurde seit dem 14. Jahrhundert von den Tiroler Landesfürsten an Gerichtspfleger wie Volkmar von Burgstall, Diepolt von Katzenstein und Heinrich von Rottenburg ausgegeben.Otto Stolz: Politisch-historische Landesbeschreibung von Südtirol. Band 2: Viertel an der Etsch. Innsbruck: Wagner 1938, S. 226f.

Die kleine, freistehende St.-Michael-Kirche ist ein im Kern spätromanischer Bau des 14. Jahrhunderts, der im 17. Jahrhundert mit Kreuzgratgewölbe über Pilastern eingedeckt und mit einem Chor und einer Seitenkapelle versehen wurde; neben Fresken an der nördlichen Außenseite aus der Zeit der Ersterrichtung befinden sich im Gebäudeinneren Wandmalereien an der hölzernen Empore aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 2: Bozen und Umgebung, Unterland, Burggrafenamt, Vinschgau. 7. Auflage, bearb. von Magdalena Hörmann-Weingartner. Bozen-Innsbruck-Wien: Athesia-Tyrolia 1991. ISBN 88-7014-642-1, S. 377–378. Die Kirche und ihr Vermögen wurden von eigenen Kirchpröpsten verwaltet, die bereits 1396 mit Jacobus de Metzan hervortreten.

Einzelnachweise

Weblinks

Mazon auf suedtirolerland.it

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