mini|hochkant|Jules Joseph Lefebvre
Jules Joseph Lefebvre (* 14. März 1836 in Tournan-en-Brie, Département Seine-et-Marne; † 24. Februar 1911 in Paris) war ein französischer Maler und Lehrer an der Académie Julian in Paris. Er spezialisierte sich auf die Porträt- und Aktmalerei. Manchmal werden andere Lebensdaten angegeben: geboren 10. März 1836 oder 14. März 1834 und gestorben 24. Februar 1912!In: De Gruyter Allgemeines Künstler-Lexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (Band 83, S. 481) steht: "Lefebvre, Jules Joseph, frz. Maler, * 14. 3. 1836 (irrig: 10. 3. 1836 und 14. 3. 1834) Tournan/Seine-et-Marne, † 24. 2. 1911 (nicht 24. 2. 1912) Paris.", die aber falsch sind!
Leben Lefebvre war Bäckersohn. Sein Vater ermutigte ihn 1852 nach Paris zu gehen, um Malerei zu studieren. Dort lernte er ein Jahr unter Léon Cogniet, um schließlich zur renommierten École nationale supérieure des beaux-arts de Paris zu wechseln. 1855 stellte er seine Werke erstmal auf dem Pariser Salon aus. Nach Abschluss der Ausbildung reiste er nach Italien, wo er nach mehreren erfolglosen Versuchen 1861 mit dem historischen Gemälde Der Tod von Priamos den Prix de Rome gewann.
mini|Jules Lefebvre im Atelier
Während seiner römischen Zeit konnte er ausführlich die Maler des Manierismus studieren, besonders Andrea del Sarto, von dem er sehr beeinflusst wurde und dessen Arbeiten er kopierte. Zu dieser Zeit entstand auch sein erstes Aktgemälde. Er schickte 1864 und 1866 zwei Werke zur Ausstellung im Pariser Salon, letzteres wurde jedoch von Kritikern sehr schlecht aufgenommen. Als dann im selben Jahr noch seine Eltern und eine seiner Schwestern starben, führte dies zu einer tiefen Depression und veränderte sein Leben völlig.
In der Folgezeit kehrte er nach Paris zurück und überdachte seinen bisherigen Stil, er wandelte sich mehr zu einer realistischen Darstellung der Wirklichkeit. 1868 stellte er sein zweites Aktgemälde im Salon aus, welches wesentlich besser aufgenommen wurde. Zwei Jahre später hatte er mit Wahrheit (La Verité, 1870, Musée d’Orsay, Paris) seinen ersten großen Erfolg, welcher unter anderem zu seiner Auszeichnung als Offizier der Ehrenlegion führte. Ab 1870 bis zum Lebensende war er Professor an der Académie Julian in Paris.
In den Jahren darauf verfeinerte er seine Technik und konzentrierte sich vollends auf Porträts und Akte. Von 1855 bis 1898 stellte er insgesamt 72 Werke im Pariser Salon aus, die meistens Frauen zeigten. Für ihn Modell standen unter anderem seine Tochter Yvonne, Napoléon Eugène Louis Bonaparte (Napoleon IV.) und der Schriftsteller Alexandre Dumas, der 1892 das Gemälde Femme Nue für 25.000 Francs kaufte.
Schüler (Auswahl)
Werke (Auswahl)
Auszeichnungen Offizier der Ehrenlegion (1870) Mitglied der Académie des Beaux-Arts (1891) Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique (1891) Kommandeur der Ehrenlegion (1898)
Literatur
Emmanuel Bénézit: Dictionnaire Critique et Documentaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs. Band 8. Gründ, Paris, 1976, ISBN 2-7000-0158-3 (Erstausgabe 1911, Band 3: L–Z).
Clara Erskine Clement, Lawrence Hutton: Artists of the Nineteenth Century and their Works. North Point Inc., St. Louis 1969 (Erstausgabe 1879). ISBN 0-405-02222-0. Eric M. Zafran (Hrsg.): French Salon Paintings from Southern Collections, High Museum of Art, Atlanta, 1982. ISBN 0-939802-15-5 (Katalog der gleichnamigen Ausstellung, 21. Januar bis 3. März 1983). Jane Turner: Grove Dictionary of Art. Band 19. Groves Dictionary Inc., New York 1996.
Weblinks
Jules-Joseph Lefebvre in der Artcyclopedia (englisch) Jules-Joseph Lefebvre virtuelle Galerie am TheARTwerx (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Académie des Beaux-Arts Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur) Kategorie:Porträtmaler Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1836 Kategorie:Gestorben 1911 Kategorie:Mann