mini|Soldaten der Internationalen Legion der Territorialverteidigung der Ukraine

Die Internationale Legion der Territorialverteidigung der Ukraine () war eine sogenannte Fremdenlegion der ukrainischen Streitkräfte.Israelis im Dienst der Ukraine Kämpfen in fremder Uniform Sie war Teil der Territorialverteidigung der Ukraine. Sie wurde von der Regierung der Ukraine auf Ersuchen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgestellt, um die russische Invasion in der Ukraine 2022 aufzuhalten.

Geschichte Aufstellung Die Aufstellung der Legion erfolgte durch eine Erklärung des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba am 27. Februar 2022. Kuleba bewarb sie auch auf Twitter, lud Einzelpersonen ein, sich zu bewerben, und erklärte, dass man gemeinsam Hitler besiegt habe und man auch Putin besiegen werde. Wer sich der Einheit anschließen wolle, könne dies tun, indem er sich an den Verteidigungsattaché der ukrainischen Botschaft in seinem jeweiligen Land wende. Freiwillige der Legion können die ukrainische Staatsbürgerschaft beantragen.

Der Verband wurde von zwei verschiedenen Kommandostellen geleitet. Ein Teil des Verbandes wurde von der ukrainischen Armee geführt, der andere Teil vom ukrainischen Militärgeheimdienst HUR.

In einem Interview mit Nadja Kriewald für den deutschen Fernsehsender n-tv sagte Anton Myranovich, Sprecher der Internationalen Legion: „Wir laden Menschen ein, die echte Kampferfahrung haben, nicht nur Militärerfahrung, sondern echte Kampferfahrung. […] Ich meine Männer, die schon an anderen Hotspots der Welt waren und die wissen, was echte Kämpfe sind, wie man in richtigen Kämpfen überlebt, nicht nur, wie man mit einer Waffe umgeht.“ Des Weiteren sagte der Sprecher, dass alle einen Vertrag mit der Armee unterzeichnen müssen, dann würden sie Soldaten der Ukraine mit allen Pflichten und Rechten sein. Ein Bericht des Spiegels soll die strengen Rekrutierungsbedingungen bestätigen, nach denen nur die wenigen mit tatsächlicher Kampferfahrung oder jahrzehntelanger Militärerfahrung in die Legion aufgenommen werden. Am Beispiel der norwegischen Fischerin und ehemaligen Abgeordneten im samischen Parlament Sandra Andersen Eira wird jedoch deutlich, dass auch Menschen ohne jede militärische Erfahrung in die Legion eintreten konnten und bei Kampfhandlungen eingesetzt wurden.vg.no

Im britischen Economist schildert ein britischer Lehrer, der zuvor sechs Jahre Sanitäter bei den Royal Engineers gewesen war, seine Erfahrungen in der Legion: Die Freiwilligen kamen auf eigene Faust ins Land und wurden dort aufgefordert, Verträge zu unterschreiben, in denen geregelt war, dass jeder Freiwillige monatlich 7000 Hrywnja (etwa 230 US-Dollar) gezahlt bekommt, sich für die gesamte Dauer des Krieges verpflichtet und die Ukraine in dieser Zeit nicht verlassen darf. Zwei weitere Quellen des Economist berichteten darüber hinaus, dass niemand zuvor über diese Vertragskonditionen informiert worden sei. Das ukrainische Verteidigungsministerium bestritt diese Praxis und die Vertragsinhalte, weigerte sich jedoch, dem Economist einen Mustervertrag oder eine Kopie der Verträge zur Verfügung zu stellen.

Anfang Februar 2026 wurde bekannt, dass die ukrainische Militärführung die Verbände der Internationalen Legion innerhalb der Landstreitkräfte zum Ende 2025 aufgelöst hat. Die verbliebenen ausländischen Freiwilligen wurden zur Optimierung der Armeestruktur in reguläre Sturmverbände eingegliedert. Die eigenständige Legion des Militärgeheimdienstes HUR ist von dieser Maßnahme nicht betroffen und besteht weiterhin fort.

Personalstärke Bis Anfang März 2022 gehörten nach ukrainischen Angaben mehr als 1000 Personen der internationalen Freiwilligenlegion an. Bis zum 3. März 2022 hätten 16.000 Ausländer Interesse bekundet und bis zum 12. März sollen sich mehrere Tausend Freiwillige der Legion angeschlossen haben.

Diese ukrainischen Angaben können nicht unabhängig verifiziert werden. Angemahnt wurde, dass es sich auch um PR-Maßnahmen als Teil des Informationskrieges handeln könnte. Aus dem Zentrum für Extremismusforschung an der Universität Oslo gab es Verlautbarungen, dass die Zahl tatsächlich viel kleiner sein wird, als ukrainische Aussagen dies darstellen.

Mitte März 2022 sollen zahlreiche Freiwillige die Ukraine bereits wieder verlassen haben. Laut Task & Purpose seien die meisten von ihnen inzwischen entlassen, getötet oder verwundet, und der Plan, eine ukrainische Fremdenlegion aufzustellen, sei nicht gut verlaufen. Anfang April 2022 soll die Legion den Großteil ihrer Mitglieder verloren haben, nachdem sie von der Härte des Einsatzes überrascht wurden und massive Verluste zu verzeichnen hatten. Die sogenannte Forward Observations Group, ein US-amerikanisches privates Sicherheits- und Militärunternehmen, erklärte beispielsweise Ende März 2022, dass ihr Einsatz in der Ukraine beendet sei, weil sie „in diesem Scheißkrieg“ Kameraden verloren hätten.Großteil freiwilliger Kämpfer hat Ukraine wieder verlassen. In: Der Freitag.

Am 13. Juni 2022 teilte ein Sprecher der Internationalen Legion mit, dass sich mittlerweile Freiwillige aus rund 55 Staaten der Internationalen Legion angeschlossen haben sollen und diese nicht als Söldner gelten, sondern Teil der ukrainischen Streitkräfte seien. Die Legion soll zudem aus Mitteln des Verteidigungsetats finanziert sein, was sich auf alle Ausgaben für Unterkunft, Gehalt der Soldaten, Waffen und Munition bezieht. Im September 2022 dienten in der Legion, nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, dem die Legion unterstellt ist, Freiwillige aus 58 Staaten.

Die geplante Personalstärke von 20.000 Mann wurde nie erreicht. Von August 2022 bis Ende 2025 lag der Personalbestand nie höher als etwa 1.500 bis 2.400.

Russischer Angriff auf das International Peacekeeping and Security Center Am 13. März 2022 griff das russische Militär das etwa 25 km von der polnischen Staatsgrenze entfernte International Peacekeeping and Security Center (IPSC) in der Nähe von Jaworiw mit etwa 30 Raketen an. Seit Beginn der russischen Invasion war der Komplex das wichtigste Logistik- und Ausbildungszentrum für die ausländischen Kämpfer der Internationalen Legion der Territorialverteidigung der Ukraine. Bei dem Angriff wurden laut Maksym Kosyzkyj, Leiter der regionalen Militärverwaltung von Lwiw, mindestens 35 Menschen getötet und 134 verletzt. Nach Aussage von Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, sollen „bis zu 180“ Ausländer getötet worden sein.

Berichten von nach Polen und später in ihre Heimatländer zurückgekehrten Legionären zufolge befanden haben sich zum Zeitpunkt des russischen Angriffs etwa 800 bis 1000 Personen auf dem Stützpunkt, von denen über 260 getötet und etwa 450 verwundet wurden. Auf dem Gelände sollen viel mehr Personen getötet worden sein, als behauptet wurde, und es würden immer noch Leichen gefunden. Die Verwundeten wurden nach Polen evakuiert und der gesamte Stützpunkt wurde zerstört.Svenske Marcus överlevde ryska attacken: Total massaker, Aftonbladet, 15./16. März 2022 (schwedisch).Deutscher Söldner in der Ukraine: „Da kommt keiner lebend raus“, Puls 24, 16. März 2022.Enthüllt – auch Österreicher kämpfen im Ukraine-Krieg, Heute.at Bei dem Angriff sollen u. a. drei ehemalige Angehörige der britischen Spezialkräfte getötet worden sein. Dabei soll es sich um nicht mehr im aktiven Dienst befindliche ehemalige Soldaten handeln, die als Ausbilder eingesetzt gewesen sein sollen.Three British ex-special forces troops feared dead in Russian attack near Polish border, Daily Mirror

Rechtslage und offizielle Haltung Völkerrechtlich gelten Angehörige der Internationalen Legion als Kombattanten, sofern diese „eine für ihre Untergebenen verantwortliche Person an ihrer Spitze haben, ein bleibendes und von weitem erkennbares Unterscheidungszeichen führen, ihre Waffen offen tragen und bei ihren Kampfhandlungen das humanitäre Völkerrecht achten“. Dies ergibt sich aus der Haager Landkriegsordnung von 1918 (Art. 1) und dem Genfer Abkommen über Kriegsgefangene von 1949 (Art. 4A Abs. 1, 2 III.). Nach Art. 47 Abs. 2 lit. c) des Zusatzprotokolls zu den Genfer Abkommen handelt es sich zudem nicht um Söldner, da ihnen die übliche Vergütung für ukrainische Streitkräfte gewährt wird und gerade westliche Legionäre oftmals finanzielle Einbußen für ihre Beteiligung hinnehmen. Zudem müssten die Legionäre vor allem aus Streben nach persönlichem Gewinn motiviert worden sein, was eine Einzelfallabwägung ist und aus den vorgenannten Gründen in den meisten Fällen nicht zutreffen dürfte.

Situation in Deutschland In Deutschland können sie für ihre Beteiligung an legalen Kampfhandlungen grundsätzlich nicht nach dem Strafgesetzbuch verurteilt werden. Es gilt jedoch das Völkerstrafgesetzbuch, sodass ein Verstoß gegen das Kriegsvölkerrecht auch auf nationaler Ebene verfolgt werden kann. Für Kämpfer in paramilitärischen – außerhalb der ukrainischen Streitkräfte stehenden – Verbänden kommt eine Strafbarkeit wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung in Betracht. Besonderheiten gelten zudem für aktive Soldaten der Bundeswehr. Das Dienstleisten für fremde Streitkräfte stellt ein schweres Dienstvergehen dar; bei Reservisten ist dies jedoch nicht pauschal zu beantworten.

Das deutsche Justizministerium teilte auf Anfrage mit, dass das Kämpfen deutscher Staatsbürger (ausgenommen aktiver Soldaten) für die Ukraine grundsätzlich nicht in Deutschland strafbar sei, insofern die Regeln des Kriegsvölkerrechts beachtet würden.

Schließlich gilt für Bürger mit deutsch-ukrainischer Staatsangehörigkeit, dass sie nach Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) ihre deutsche Staatsbürgerschaft verlieren können.

Nach StGB ist das Anwerben deutscher Staatsbürger zum Militärdienst für einen anderen Staat in Deutschland strafbar.

Rat von Regierungen an ihre Bürger Sieben EU-Länder haben ihren Staatsbürgern in einer gemeinsamen Erklärung dennoch davon abgeraten, als freiwillige Kämpfer in die Ukraine zu reisen. Die Justizminister von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und Spanien unterzeichneten nach einem Treffen am 28. März 2022 einen entsprechenden Aufruf.