Robert Heinrich Viktor Stumpfl (* 6. Juni 1904 in Wien; † 11. August 1937 in Guggenthal) war ein österreichischer Philologie und Theaterwissenschaftler.
Leben
Robert Stumpfl wurde in Wien geboren. Sein Vater war ein hoher Beamter im Außenministerium. Er studierte Anglistik, Germanistik und Skandinavistik an den Universitäten Wien und Kiel und promovierte 1926 in Wien unter der Leitung von Rudolf Much. Seine Dissertation befasste sich mit dem protestantischen Theater in Österreich zur Zeit der Reformation. In den 1920er Jahren waren die Aussichten auf eine akademische Karriere in Österreich gering; Stumpfl nahm eine Stelle an der Universität von Edinburgh an.
Nach seiner Rückkehr nach Österreich heiratete Stumpfl am 7. Juli 1931 Johanna Nikolaia Karoline Spitzy in Wien. Er trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.629.997).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/43831288 Am 1. März 1934 wurde er an der Universität Berlin für Deutsche Philologie und Theaterwissenschaft habilitiert (betreut von Julius Petersen).Chronik der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, April 1932/März 1935, bearbeitet von Walter Wienert, Berlin o. J., S. 24. Seine Habilitationsschrift, Kultspiele der Germanen als Ursprung des mittelalterlichen Dramas (1936), wurde in der Fachwelt mit großem Interesse aufgenommen, da er die Theater-Ursprünge im heidnischen und nicht – wie damals üblich – im christlichen Ritus suchte. Stumpfls Forschungsrichtung war bereits von Jacob Grimm und Gustav Freytag verfolgt worden.
Stumpfl wurde am 10. Juli 1937 mit Wirkung vom 1. Mai 1937 zum beamteten außerordentlichen Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an die Universität Heidelberg berufen, verunglückte aber nur wenige Wochen später tödlich bei einem Autounfall.Chronik der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, April 1937/März 1938, bearbeitet von Walter Wienert, Berlin o. J., S. 11.
Werke (Auswahl)
Schauspielmasken des Mittelalters und der Renaissancezeit und ihr Fortbestehen im Volksschauspiel, 1931 Das alte Schultheater in Steyr im Zeitalter der Reformation und Gegenreformation, 1933 Unser Kampf um ein deutsches Nationaltheater, 1935 Kultspiele der Germanen als Ursprung des mittelalterlichen Dramas, 1936 Digitalisat
Literatur
Eduard Castle: Der tödliche Unfall des Theaterhistorikers Robert Stumpfl. In: Neues Wiener Journal, 21. August 1937, S. 9–10 – via ANNO.
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Kategorie:Theaterwissenschaftler Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Germanistischer Mediävist Kategorie:Germanist Kategorie:Österreicher Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1937 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Unfallopfer (Straßenverkehr)