Rainer Mersiowsky (* 4. Juli 1943 in Dresden; † 5. Juni 1997 in Cottbus) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk Mersiowsky machte eine Ausbildung zum Werbegrafiker und studierte von 1968 bis 1973 bei Fritz Eisel und Gerhard Kettner an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Danach arbeitete er in Cottbus freischaffend als Maler und Grafiker. Mit seinen Landschaftsbildern, Stillleben und Porträts wird er stilistisch der „Neuen Figuration“ zugerechnet.Der sachliche Blick in der DDR. Malerei und Plastik aus der Sammlung des BLMK – BLMK

Mersiowsky machte in der DDR auch Auftragsarbeiten, z. B. 1981 das große Wandbild „Der Mensch – Maß aller Dinge“ (Acryl auf geschliffenem Lackuntergrund) am Bezirkskrankenhaus Cottbus, 1983 für das Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR das Tafelbild „Panzerfahrer“ (Mischtechnik, 133 × 113 cm; heute im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr)Bildindex der Kunst und Architektur, großformatige Bilder mit Cottbus-Motiven in der damaligen Cottbuser Seniorenbegegnungsstätte Görlitzer Straße/Stadtring, die Entwürfe eines Bronzemedaillons für Hermann von Pückler für den Pücklerstein im polnischen Teil des Muskauer Parks (1991) und eine Gedenktafel für Ernst von Houwald am Neuhaus in Lübben.

Mersiowsky arbeitete auch als Lehrer an der Kulturakademie Cottbus. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.

Einige seiner baugebundenen Arbeiten wurden nach der deutschen Wiedervereinigung abgerissen.

Rezeption Mersiowsky „entwickelte für sich einen Symbolismus durch die Reduktion. Die Farbigkeit tendiert zum Monochrom, Gegenstände werden isoliert und eingefroren, die Zeit ist angehalten. Die so mit Sinnhaftigkeit überlasteten und vorgeführten Gegenstände … fordern Interpretation.“Nicoletta Nelken: Landschaft und Bergbau. Bildende Kunst der Lausitz im 20. Jahrhundert. Verlag der Kunst Dresden Ingwert Paulsen jr. 2003, S. 16

„Die oftmals bis zur Schroffheit kühle Distanziertheit seiner Arbeiten war auch Selbstschutz eines verletzlichen Menschen“.Heinrich Schierz (1934–2020), vormals Museums-Direktor in Cottbus

Weitere Werkbeispiele

Stillleben (1977, Öl, 119 × 82 cm; Kunstarchiv Beeskow) Industrielandschaft (1977, Öl)Bildende Kunst, Berlin, 1/1981, S. 16 (Abbildung) Urs (1979, Öl, 70 × 60 cm)Bildende Kunst, Berlin, 1/1981, S. 17 (Abbildung) Billard um halb zwölf (1979, Öl)Bildende Kunst, Berlin, 1/1981, S. 18 (Abbildung) Gunhild Hoffmeister (1979, Öl; Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst)

Gruppenausstellungen

1974, 1979, 1984: Cottbus, Bezirkskunstausstellungen 1974 und 1978: Frankfurt/Oder, Galerie Junge Kunst („Junge Künstler der DDR“) 1981: Dresden („25 Jahre NVA“) 1986: Cottbus („Soldaten des Volkes – dem Frieden verpflichtet“) 1986: Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen („Bekenntnis und Tat“) 1987/1988: Dresden, X. Kunstausstellung der DDR

postum 2021: Cottbus (Schaufensterausstellung „Die Kunst zieht um die Häuser – Werke aus der Sammlung des BLMK“)

Literatur

Klaus Hammer: Rainer Mersiowsky. In: Bildende Kunst, Berlin, 1/1981, S. 16–19 Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 593

Weblink

Reiner Mersiowsky: Maler der anhaltenden Zeit - Nachrichten aus Südbrandenburg

Einzelnachweise

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