mini|Würfel Diceware (englisch : Würfel) ist eine einfache Methode, sichere und leicht erinnerbare Passwörter und Passphrasen mit Hilfe eines Würfels zu erzeugen.

Für die Erzeugung einer Passphrase werden mehrere Wörter aus einer Wortliste durch Würfeln ausgewählt und aneinandergehängt. Die Wortliste enthält Wörter, die eindeutig mit einem fünfstelligen Code aus den Ziffern Eins bis Sechs bezeichnet sind. Man wirft den Würfel als Zufallszahlengenerator fünf Mal, um die fünf Ziffern eines Codes zu erzeugen, und liest das dadurch bezeichnete Wort ab.

Auch an lange Passphrasen kann man sich gut erinnern, da die einzelnen Wörter als Einheiten gemerkt werden können. Die Anzahl der Wörter in einer Passphrase hängt von der gewünschten Sicherheit ab. Der Erfinder der Methode, Arnold G. Reinhold, empfiehlt seit 2014 für den Normalnutzer 6 Wörter oder 5 Wörter und zusätzlich ein Zeichen, das zufällig platziert wird.Jon Brodkin: Diceware passwords now need six random words to thwart hackers. (englisch); Ars Technica, am 27. März 2014 (gesichtet am 22. Dezember 2016)Arnold G. Reinhold: Time to add a word. (englisch); The Diceware Security Blog, am 5. März 2014 (gesichtet am 22. Dezember 2016)

Beispiel für eine Passphrase aus sechs Wörtern

1. Es wird mit einem Würfel fünf Mal gewürfelt. Die Zahlen in unserem Beispiel lauten 4, 3, 1, 4 und 2.

2. Das zugehörige Wort wird in der Wortliste nachgeschlagen. In unserem Beispiel ist es das Wort merken.

3. Die Schritte 1 und 2 werden noch weitere fünf Mal wiederholt (wir wollen insgesamt sechs Wörter erwürfeln). Insgesamt ergeben sich in unserem Beispiel folgende Zahl-Wort-Paare:

43142 merken 15613 boom 22543 ekd 66445 zonen 51615 ragt 32644 hurra

4. Die Passphrase für unser Beispiel lautet somit merken boom ekd zonen ragt hurra.

Wichtig ist hierbei, dass die Bedeutung der einzelnen Wörter bekannt ist und diese durch eine improvisierte Geschichte verbunden werden (siehe Mnemotechnik).

Sicherheitsberechnung Die Sicherheit einer Methode zur Passwortgenerierung wird maßgeblich durch die Anzahl aller möglichen mit ihr zu erzeugenden Passwörter bestimmt. Diese berechnet sich zu , wobei die Länge der Zeichenkette und die Anzahl der Zeichen im verwendeten Zeichensatz ist. Um ein handlicheres Maß zu erhalten, wird häufig der Zweierlogarithmus gebildet, welcher auf die Entropie führt.

Ein Vorteil der Diceware-Methode gegenüber vielen anderen Methoden zur Passwortgenerierung ist, dass die Entropie leicht berechnet werden kann. Bei einem sechsseitigen Würfel und fünfmaligem Würfeln pro Wort hat jedes Diceware-Wort Möglichkeiten. Ein Wort fügt zu einer Passphrase also Bit Entropie hinzu. Verwendet man beispielsweise sechs Wörter, ergeben sich somit Bit Entropie. Die Zahl aller möglichen auf diese Weise zu erzeugenden Passphrasen beträgt , in diesem Fall ca. 221 Trilliarden.

Ziffern und Sonderzeichen Oftmals verlangen Onlinedienste Passwörter mit Ziffern und Sonderzeichen, die mit der Diceware-Methode so nicht erstellt werden können. Doch selbst dann kann man die fehlenden Ziffern und Sonderzeichen einfach der erwürfelten Wortgruppe anhängen. Das Passwort wird dadurch stärker.

Wortlisten Derzeit existieren Wortlisten für die Sprachen Deutsch, Englisch, Esperanto, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Katalanisch, Maori, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch und Türkisch.

Im Juli 2016 veröffentlichte die EFF neue englischsprachige Wortlisten, die basierend auf Daten der Universität in Gent erstellt wurden. Dabei wurde auch eine kurze Version der Wortliste mit besonders einprägsamen Wörtern und einer geringeren Entropie entwickelt. Diese funktioniert mit nur vier Würfeln, dafür wird empfohlen häufiger zu würfeln.

Weblinks Englische Diceware-Webseite EFF Dice-Generated Passphrases Deutsche Diceware-Wortliste Deutsche Diceware-Wortliste (ohne vulgäre, beleidigende, religiöse oder negative belegte Wörter) Deutscher Diceware-Generator Englische Diceware-Wortliste Anleitung zum Erstellen neuer Listen

Einzelnachweise

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