Guamiranga ist ein brasilianisches Munizip im Inneren des Bundesstaats Paraná. Es hat 7.856 Einwohner (2022), die sich Guamiranguenser nennen. Seine Fläche beträgt 245 km². Es liegt 807 Meter über dem Meeresspiegel.
Etymologie Die erste Bezeichnung des Orts war Monjolinho, ein Name, der nach Aussage einiger der ältesten Einwohner von den drei Monjolos (Pochwerke, wasserbetriebene Schlagwerke zum Stampfen von Getreide) herrührte, die es am Ort gab. Bei der Erhebung zum Distrikt des Munizips Imbituva wurde er in Natal umbenannt. Erst 1943 erhielt er den heutigen Namen Guamiranga.
Der Name stammt aus dem Tupí. Guá bedeutet Bucht, Piranga heißt rot. Teodoro Sampaio übersetzt aber goá mit Blatt oder auch Wolf, so dass die Bedeutung dann Rotes Blatt oder Roter Wolf wäre.
Geschichte
Besiedlung Um 1860 begann die Besiedlung. Die ersten Einwohner ließen sich in Água Branca und Barreiro nieder, obligatorischen Zwischenstationen der Tropeiros auf dem Weg von Rio Grande do Sul nach São Paulo. Zwischen 1890 und 1910 kamen polnische, italienische und deutsche Einwanderer.
Erhebung zum Munizip Guamiranga wurde durch das Staatsgesetz Nr. 11203 vom 16. November 1995 aus Imbituva ausgegliedert und in den Rang eines Munizips erhoben. Es wurde am 1. Januar 1997 als Munizip installiert.
Geografie
Fläche und Lage Guamiranga liegt Segundo Planalto Paranaense (der Zweiten oder Ponta-Grossa-Hochebene von Paraná). Seine Fläche beträgt 245 km². Es liegt auf einer Höhe von 807 Metern.
Vegetation Das Biom von Guamiranga ist Mata Atlântica.
Klima Das Klima ist mild sowie allgemein warm und gemäßigt. Es werden hohe Niederschlagsmengen verzeichnet (1330 mm pro Jahr). Die Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger lautet Cfa. Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 18,0 °C.
Gewässer Guamiranga liegt zu 80 % im Einzugsgebiet des Ivaí und zu 20 % in dem des Tibaji. Der Ivaí-Quellfluss Rio dos Patos und sein rechter Zufluss Rio Alagado bilden die westliche Grenze des Munizips zu Prudentópolis. Der Rio Lajeado begrenzt das Munizip im Nordosten.
Straßen Guamiranga liegt an der BR-373 zwischen Ponta Grossa und Prudentópolis.
Nachbarmunizipien
Stadtverwaltung Bürgermeister: Marcelo Leite (2021–2024)
Demografie
Bevölkerungsentwicklung JahrEinwohnerStadtLand20007.13423 %77 %20107.90028 %72 %20227.856 Quelle: IBGE, bis 2010: Volkszählungen und Volkszählung 2022
Ethnische Zusammensetzung Gruppe20002010wer sich als …Weiße81,8 %64,7 %weiß bezeichnetSchwarze1,2 %1,5 %schwarz bezeichnetGelbe0,0 %0,3 %von fernöstlicher Herkunft wie japanisch, chinesisch, koreanisch etc. bezeichnetBraune16,7 %33,4 %braun oder als Mischung aus mehreren Gruppen bezeichnetIndigene0,1 %0,1 %Ureinwohner oder Indio bezeichnetohne Angabe0,2 %0,0 %Gesamt100,0 %100,0 % *) Das IBGE verwendet für Volkszählungen ausschließlich diese fünf Gruppen. Es verzichtet bewusst auf Erläuterungen. Die Zugehörigkeit wird vom Einwohner selbst festgelegt. Quelle: IBGE (Stand: 1991, 2000 und 2010)
Wirtschaft Da der größte Teil der Bevölkerung in ländlichen Gebieten lebt, ist die Wirtschaft der Gemeinde vor allem durch den Agrarsektor und in zweiter Linie durch den gewerblichen Sektor geprägt. Auch das Kunsthandwerk und der Weinbau sind wichtige Einkommensquellen. Die Landwirtschaft stützt sich auf die Produktion von Tabak, Sojabohnen, Bohnen und Mais. Die Viehzucht umfasst Rinder, Milchkühe, Schweine und Geflügel. Das Gewerbe ist hauptsächlich durch Töpfereien vertreten.
Sehenswürdigkeiten Das Munizip verfügt über zahlreiche Wasserfälle wie
schwefelhaltiges Wasser im Teilort Tigre: entspringt in einer Höhle hinter einem 10 m hohen Wasserfall
Cachoeira do Sítio Boa Esperança in der Nähe der Stadt, mit einer Badestelle und einer Grotte
Guamirim-Wasserfall: zwei Wasserfälle von 22 m und 17 m Höhe
Cachoeira do Moinho: hier wurde die erste Mühle von Imbituva gebaut. Heute verfügt die Mühle über eine Schreinerei, in der Möbel in Handarbeit hergestellt werden. Die Architektur ist kolonial und original
Cachoeira do Toni: Er ist 15 m hoch in einer wunderschönen Landschaft gelegen
Cachoeira do Mato Queimado: in einem vom Menschen noch unberührten Wald großem Wasservolumen
Salto Barão do Rio Branco: 64 m hoher Wasserfall im Teilort Manduri an der Grenze zu Prudentópolis, mit einem Wasserkraftwerk.
den Salto do Bocó des Rio Lajeadão den Salto Grande des Rio dos Patos (rechter Quellfluss des Ivaí) den Salto Nova Boa Vista des Água Podre.
In der Gemeinde gibt es auch einige Höhlen, die von Jesuiten genutzt wurden.
Weblinks
Website der Stadtpräfektur, Prefeitura Municipal (brasilianisches Portugiesisch) Atlas do Desenvolvimento Humano no Brasil: Guamiranga (sozialstatistische Angaben, brasilianisches Portugiesisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Paraná Kategorie:Município in Paraná Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1997