Tally Brown, New York ist ein Dokumentarfilm von Rosa von Praunheim aus dem Jahr 1979 über die New Yorker Underground-Künstlerin Tally Brown (1924–1989).
Inhalt Ein außergewöhnliches Porträt einer außergewöhnlichen Frau, der Sängerin und Schauspielerin Tally Brown und ihrer Welt New York City, dessen Geist der dort ansässigen Underground-Szene sie verkörpert. Tally Brown, eine Frau mit einer erstaunlichen Stimme und einem dramatischen Stil. Der Filmemacher ermöglicht einen intimen Einblick in ihr Leben und ihre Gedanken. Es geht um Browns Karriere und ihre Freundschaften mit Stars wie Andy Warhol, Divine und Holly Woodlawn. Der Film hat das Charisma und die hypnotisierende, elektrisierende Präsenz der Künstlerin eingefangen, aber auch ein besonderes New Yorker Milieu der 1970er Jahre, das durch atmosphärische Szenen rund um Brown, zum Beispiel im legendären Chelsea Hotel, plastisch gemacht wird.
Notizen Tally Brown, New York wurde 1979 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet und erfuhr eine internationale Auswertung. Der Film wurde unter anderem 1979 an der Universität Kalifornien in Berkeley, im Museum of Modern Art in New York City und beim Chicago International Film Festival gezeigt sowie 1987 beim Internationalen Filmfestival von São Paulo und 2015 in der Tate Gallery of Modern Art in London aufgeführt.
Tally Brown gehörte zu den Warhol-Superstars.
Rezeption Der Film löste Begeisterung unter den meisten Filmkritikern aus: „In seiner Art ist Tally Brown, New York der beste Dokumentarfilm über New York seit Chantal Akermans News From Home“, schrieb die Village Voice und befand, der Film sei ein Muss für alle, die sich für Performance und die Kulturgeschichte des New York der 70er Jahre interessieren. Die Zeitung The Austin Chronicle schrieb: „Ein authentisches Zeugnis einer Zeit und eines Ortes voller legendärer Kreativität.“ Die Regisseurin und Schriftstellerin Doris Dörrie fasste die Begeisterung der Filmkritik und des Publikums so zusammen: „Die Kritiker der Kinoaufführungen von 1979 registrierten, wie gut es ihrem Publikum tut, dieser fetten, häßlichen, kranken, aber ungeheuer starken Frau zuzuhören, die mit ihrer Arbeit Anteil an der Verzweiflung der anderen nimmt.“ Der Filmdienst resümierte: „Ein ungemein lebendiger Film, geprägt von der Spontanität seiner Hauptfigur.“ Auch der Regisseur wurde explizit gelobt: „Nicht irgendein Filmemacher dokumentierte diese bemerkenswerte, charismatische und völlig originelle Frau, sondern die queere Ikone des Neuen Deutschen Films, Rosa von Praunheim“, schrieb der Filmkritiker Graham Russell. Sein Kollege Rudolf Thome ergänzte anlässlich des Films: „Rosa von Praunheim ist einer der aufregendsten deutschen Filmemacher.“ Ein weiteres Resümee: „In Brown fand er [Rosa von Praunheim] ein einzigartiges Sujet, das im Zentrum seiner eigenen Interessen und Obsessionen stand. Und in Praunheim fand Brown einen Regisseur, der bereit war, sie endlich ins Rampenlicht zu rücken, anstatt sie nur auf eine weitere Nebenrolle zu beschränken. Es war eine perfekte Verbindung“, schrieb die Filmkritikerin und Kuratorin Elizabeth Purchell für das vielbeachtete New Yorker Kino-Magazin Screen Slate. Die Dave Barber Kinemathek in Winnipeg beizeichnte den Film in einer Rückschau als „eine unverzichtbare Momentaufnahme einer Szene, die längst Legende ist“ uns als eine „fesselnde“ wie „außergewöhnliche“ Dokumentation. The Criterion Collection würdigte den Film ebenfalls als ein herausragendes Porträt Browns.
Auszeichnungen 1979: Deutscher Filmpreis – Bester Dokumentarfilm 1979: Nominierung für den Gold Hugo beim Chicago International Film Festival
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Rosa von Praunheim Kategorie:Filmtitel 1979 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:New York City