mini|hochkant|Nathalie Baye (2019)

Nathalie Marie Andrée Baye [] (* 6. Juli 1948 in Mainneville, Haute-Normandie; † 17. April 2026 in Paris) war eine französische Schauspielerin. Sie galt als eine der führenden Schauspielerinnen Frankreichs, sie wurde viermal mit den César ausgezeichnet. Sie hatte mit berühmten Regisseuren wie François Truffaut gearbeitet.

Leben Nathalie Baye, geboren am 6. Juli 1948 in Mainneville, wuchs als Tochter eines Malerpaars in unkonventionellen Verhältnissen auf. Sie war Legasthenikerin, brach mit vierzehn Jahren die Schule ab und nahm in Monaco Ballettunterricht. Drei Jahre später ging sie in die USA, um ihren Horizont zu erweitern. Nach ihrer Rückkehr besuchte sie neben neuerlichem Tanzunterricht den Cours Simon, den sie 1972 abschloss.

Bereits 1973 wurde sie mit der Nebenrolle des Scriptgirls Joëlle in dem Film Die amerikanische Nacht von François Truffaut bekannt. Es folgten weitere Nebenrollen, unter anderem ein Kurzauftritt in Truffauts Der Mann, der die Frauen liebte. Ihre erste große Hauptrolle spielte sie als Partnerin von Truffaut in dessen Filmdrama Das grüne Zimmer (1978). Seit Anfang der 1980er-Jahre galt sie durch Darbietungen wie in Claude Gorettas Die Verweigerung (1981) und Robin Davis’ Verheiratet mit einem Toten (1983) als eine der führenden Schauspielerinnen Frankreichs.

Nathalie Baye wurde viermal mit dem César ausgezeichnet: als Beste Nebendarstellerin 1981 für Rette sich, wer kann (das Leben) und 1982 für Eine merkwürdige Karriere sowie als Beste Hauptdarstellerin 1983 für La Balance – Der Verrat und 2006 für Eine fatale Entscheidung. Bei den Filmfestspielen von Venedig erhielt sie 1999 die Auszeichnung als Beste Darstellerin für ihre Rolle in Eine pornografische Beziehung. Weitere Filmerfolge hatte sie unter anderem mit Ferien für eine Woche (1980) und Schöne Venus (1999).

Nathalie Baye starb am 17. April 2026 in Paris an den Folgen der neurodegenerativen Erkrankung Lewy-Körper-Demenz im Alter von 77 Jahren. Aus ihrer Liebesbeziehung mit dem Musiker Johnny Hallyday stammt ihre Tochter Laura Smet, die ebenfalls Schauspielerin wurde. Zusammen mit Hallyday spielte Baye unter der Regie von Jean-Luc Godard in dem Film Détective (1984).

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen (Auswahl) mini|hochkant|Nathalie Baye bei der César-Verleihung 2017

César 1981: Beste Nebendarstellerin für Rette sich, wer kann (das Leben) 1981: Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Ferien für eine Woche 1982: Beste Nebendarstellerin für Eine merkwürdige Karriere 1983: Beste Hauptdarstellerin für La Balance – Der Verrat 1984: Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Verheiratet mit einem Toten 1991: Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Weekend für zwei 2000: Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Schöne Venus 2004: Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Gefühlsverwirrungen 2006: Beste Hauptdarstellerin für Eine fatale Entscheidung 2017: Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für Einfach das Ende der Welt

Étoile d’Or 2006: Beste Hauptdarstellerin für Eine fatale Entscheidung

Europäischer Filmpreis 1999: Nominierung in der Kategorie Beste Darstellerin für Eine pornografische Beziehung 2006: Nominierung in der Kategorie Beste Darstellerin für Eine fatale Entscheidung

Festival Internacional de Cine de San Sebastián 2006: Silberne Muschel in der Kategorie Beste Darstellerin für Mon fils à moi

Globe de Cristal 2006: Beste Darstellerin für Eine fatale Entscheidung 2009: Nominierung in der Kategorie Beste Darstellerin für Cliente

Internationale Filmfestspiele von Venedig 1999: Beste Darstellerin für Eine pornografische Beziehung

Magritte 2012: Ehrenpreis

Montreal World Film Festival 2012: Grand Prix Special des Amériques

Prix Jutra 2013: Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für Laurence Anyways

Seattle International Film Festival 2000: Beste Darstellerin für Eine pornografische Beziehung und Schöne Venus

Weitere 2009: Chevalier de la Légion d’honneur (Ritterkreuz der Ehrenlegion) 2018: Officier de la Légion d’honneur (Offizierskreuz der Ehrenlegion)

Weblinks

Einzelnachweise

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