Roy Aubrey Kelvin Heath (geb. 13. August 1926, Georgetown, Britisch-Guayana; gest. 14. Mai 2008, London, Vereinigtes Königreich) war ein Schriftsteller aus Guyana. Er lebte über fünf Jahrzehnte in Großbritannien, wo er neben dem Schreiben als Lehrer arbeitete. Sein Roman The Murderer („Der Mörder“, 1978) gewann den Guardian Fiction Prize. Weitere Bekanntheit erlangte er durch seine „Georgetown Trilogy“ (auch: The Armstrong Trilogy, 1994), mit den Romanen From the Heat of the Day (1979), One Generation (1980), und Genetha (1981). Heath sagte, sein Schreiben sei „gedacht als dramatische Chronik des Guyana des 20. Jahrhunderts“ (“intended to be a dramatic chronicle of twentieth-century Guyana”). Sein Werk wurde beschrieben als „gekennzeichnet durch umfassende soziale Beobachtung, tiefgreifende psychologische Analyse und energisches, pikareskes Handeln“ (“marked by comprehensive social observation, penetrating psychological analysis, and vigorous, picaresque action”).Roy Heath Biography. JRank. jrank.org.
Leben Roy Heath wurde in Georgetown im damaligen Britisch-Guayana geboren. „Durch seine Adern floss afrikanisches, indisches, europäisches und indianisches Blut“ (“he had African, Indian, European and Amerindian blood running through his veins”).Roy A. K. Heath. In: The West Indian Encyclopedia. westindianencyclopedia.com Er war der zweite Sohn und das jüngste von vier Kindern von Melrose Arthur Heath (gest. 1928), dem Schulleiter einer Grundschule, und dessen Frau, Jessie de Weever (gest. 1991), einer Musiklehrerin. Er erhielt seine Schulbildung an der Central High School in Georgetown. Er arbeitete als Treasury Clerk (Finanzbeamter, 1944–1951) bevor er 1951 nach Großbritannien ging.
Er besuchte die University of London (1952–1956), erwarb einen B.A. Honours in Modern Languages und studierte auch Rechtswissenschaft. Er erhielt 1964 eine Anwaltslizenz (called to the bar) von Lincoln’s Inn (und in Guyana 1973), obwohl er niemals als Anwalt praktizierte. Seit 1959 betrieb er seine Karriere als Schriftsteller und als Lehrer in London, wo er bis zu seinem Tod im Alter von 81 Jahren lebte. Im Alter litt er an Parkinson.Margaret Busby: Roy AK Heath (obituary). In: The Guardian. books.guardian.co.uk, 20. Mai 2008.
Rohan Heath, der Gründer der Band Urban Cookie Collective, ist sein Sohn.Urban Cookie Collective. The Audio DB. theaudiodb.com
Werk Obwohl Heath Britisch-Guayana 1951 verließ, „hat es ihn nie verlassen. Er hat immer nur über das Land seiner Mutter geschrieben, nie über seine Wahlheimat“ (“it never left him. He only ever wrote about his mother’s land, never his adopted home”). Mark McWatt schrieb: „Guyana ist immer der Schauplatz seiner Romane, und seine Hauptstadt und ländlichen Dörfer werden mit einer so kraftvollen und minutiösen Detailliertheit beschworen, dass es den Anschein erwecken würde, dass der Autor häufige Besuche braucht.““Guyana is always the setting for his fiction, and its capital and rural villages are evoked in the kind of powerful and minute detail that would seem to require the author’s frequent visits.” Mark A. McWatt: Roy A. K. Heath. In: Daryl Cumber Dance: Fifty Caribbean Writers: A Bio-Bibliographic-Critical Sourcebook. Greenwood Press, Westport, CT 1986, S. 207–216; books.google.com Allerdings, „Obwohl [Heaths] Romane reichlich von seinen obsessiven und akribischen Erinnerungen an Georgetown und das Küstenland gespeist haben, können seine Romane nicht als Hommagen an den Ort und seine Menschen bezeichnet werden. Stattdessen scheinen sie die Misserfolge und beschämenden Unzulänglichkeiten von zu Individuum und Gemeinschaft zu enthüllen.““Although [Heath’s] fiction has fed richly upon his obsessive and meticulous memories of Georgetown and the coastland, his novels cannot be called celebrations of the place and its people. They seem to reveal instead the failures and shameful inadequacies of individual and community.” Mark McWatt: Routledge Encyclopaedia of Literatures in English. 1996.
Seine Kurzgeschichte Miss Mabel’s Burial wurde 1972 in der guyanischen Zeitschrift Kaie veröffentlicht; eine andere Geschichte, The Wind and the Sun, erschien zwei Jahre später in der jamaikanischen Zeitschrift Savacou.David Katz: Roy Heath: A Man Goes Home. In: Caribbean Beat. iss. 93, caribbean-beat.com, September/Oktober 2008.
Heath’s erster Roman, A Man Come Home (Ein Mann kommt heim), wurde 1974 von Longman veröffentlicht, wo Anne Walmsley Publisher für Karibik-Themen war. Der Einzugsbereich hatte nur einen begrenzten Fokus auf den lokalen Bildungsmarkt. Als Heath sein nächstes Buch fertigstellte, „drängte Walmsley ihn, sich woanders nach einem Verlag umzusehen, der seinem Werk die Anerkennung und die großen Verkaufszahlen verschaffen könnte, die es verdiente. Wer wäre besser geeignet, als die damals noch jungen Allison and Busby?““urged him to look elsewhere for a firm that could bring his work the acclaim, the wide sales, that it deserved. Who better than the then fledgling Allison and Busby.” Roy AK Heath. Anne Walmsley. In: The Guardian. theguardian.com, 20. Mai 2008. Margaret Busby, die Herausgeberin von A&B, nahm Heaths nächsten Roman an. The Murderer wurde 1978 veröffentlicht und gewann noch im selben Jahr den Guardian Fiction Prize des Guardian und wurde vom The Observer besprochen. Dort hieß es: „geheimnisvoll authentisch und einzigartig als Kunstwerk“ (“mysteriously authentic, and unique as a work of art”). The Murderer wurde 1999 in The Modern Library: 200 Best Novels in English since 1950 von Carmen Callil und Colm Tóibín aufgenommen.
Heaths nächste drei Romane waren From the Heat of the Day („Von der Hitze des Tages“, 1979), One Generation („Eine Generation“, 1980) und Genetha (1981), die letztendlich in einem Sammelband unter dem Titel The Armstrong Trilogy veröffentlicht wurden. Seine anderen Romane waren Kwaku; or, The Man Who Could Not Keep His Mouth Shut („Kwaku; oder, der Mann, der seinen Mund nicht haltn konnte“, 1982), Orealla (1984), The Shadow Bride („Schattenbraut“, 1988) und The Ministry of Hope („Dienst der Hoffnung“, 1997). Seine Romane „fangen die Ängste der Moderne angesichts lähmender wirtschaftlicher Kräfte ein und erforschen die Lasten der Vergangenheit, die durch Sklaverei, Vertragsarbeit und Entrechtung der Amerindianer geprägt waren.““capture the anxieties of modernity in the face of crippling economic forces and explore the burdens of the past defined by slavery, indentured labor, and Amerindian disenfranchisement.” Heath, Roy (1926–). In: Carole Boyce Davies: Encyclopedia of the African Diaspora: Origins, Experiences, and Culture. ABC-CLIO, 2008, S. 522; books.google.com
Heath verfasste auch Sachbücher, darunter Shadows Round the Moon: Caribbean Memoirs („Schatten um den Mond, Karibische Erinnerungen“, 1990) und Schauspiele. Seine Inez Combray wurde 1972 in Georgetown, produziert und gewann in diesem Jahr den Guyana Theatre Guild Award.
1983, während eines Urlaubs in Guyana, hielt Heath die Edgar Mittelholzer Memorial Lecture, unter dem Titel „Art and Experience“UK-based novelist Roy Heath dies at 82. In: Kaieteur News obituary, kaieteurnewsonline.com, 16. Mai 2008. in Georgetown. In der Vorlesung erklärte Heath: „Der Preis, den der Künstler für seinen Egoismus zahlt, ist hoch. Auf einer Ebene zwingt ihn der Egoismus zum Schaffen, während derselbe Egoismus ihn zu zerstören droht. Der Erfolg steigt ihm nicht nur zu Kopf, er bleibt dort. Er stellt Forderungen, die er nicht befriedigen kann. Ich bin mir all dessen sehr bewusst und versuche daher, unnötige Werbung zu meiden.““The price the artist pays for his egotism is a high one. On one level egotism obliges him to create, while the same egotism threatens to destroy him. Success not only goes to his head, it remains there, creating demands he cannot hope to satisfy. I am acutely aware of all of this and therefore try to shun gratuitous publicity.” In: Art and Experience. S. 28, zitiert in McWatt 1986, S. 208.
1989 wurde ihm der Guyana Prize for Literature verliehen für seinen Roman The Shadow Bride, welcher auch auf die Shortlist für den Booker Prize 1991 kam,Linda Parent Lesher: Heath, Roy (Guyana/UK). In: The Best Novels of the Nineties: A Reader’s Guide. McFarland, 2000, S. 167–168; books.google.co.uk Publishers Weekly schrieb: „Heaths bescheidener, unprätentiöser Stil untermauert einen kraftvollen Realismus, während seine subtile Analyse familiärer Konflikte zu einem tragischen und bewegenden Höhepunkt führt.““Heath’s modest, unpretentious style undergirds a powerful realism as his subtle analysis of family conflicts builds to a tragic and moving climax.” The Shadow Bride: A Novel by Roy Heath (review). Publishers Weekly. publishersweekly.com, 30. Oktober 1995.
Rezeption Heaths Schriften wurden weithin gelobt und er wurde als „wirklich einer der brillantesten Geschichtenerzähler aller Zeiten“ bezeichnet“truly one of the most brilliant story tellers ever.” Arnon Adams: Remembering Roy Heath. In: Stabroek News. stabroeknews.com, 28. Mai 2008., wobei Rezensenten zu verschiedenen Zeiten seine Arbeit mit der Arbeit so großer Schriftsteller wie D. H. Lawrence, R. K. Narayan, Dostojewski und Tolstoi, oder auch Graham Greene, Joseph Conrad, V. S. Naipaul und anderen verglichen haben.James Polk: Outrun by Demons. In: The New York Times. nytimes.com, 23. August 1993.Al Creighton: Roy Heath: ‘A writer of prodigious talent’. In: Stabroek News. stabroeknews.com, 22. Juni 2008. Salman Rushdie bezeichnete ihn als „schönen Schriftsteller“ (“a beautiful writer”) und Edward Blishen als „einfach einer der erstaunlich besten Romanschriftsteller unserer Zeit“ (“simply one of the most astonishingly good novelists of our time”). Heath könnte besser bekannt sein, hätte er nicht immer persönliche Publicity vermieden. Er glaubte immer, sein Werk solle für sich selbst sprechen.
The Murderer Als Gewinner des Guardian Fiction Prize 1978 wurde The Murderer sehr positiv aufgenommen und die Erstveröffentlichung von Kritikern positiv bewertet und spätere Auflagen wurden beschrieben: „geheimnisvoll authentisch und einzigartig als Kunstwerk“ (“mysteriously authentic, and unique as a work of art”, The Observer) und „eine beeindruckende Studie eines Mannes, der in Paranoia und Wahnsinn versinkt“ (“an impressive study of a man’s descent into paranoia and madness”, Publishers Weekly).The Murderer | Roy Heath, Author Persea Books. Publishers Weekly. publishersweekly.com, 3. März 1993.
„Was besonders beeindruckend an The Murderer ist, ist die Umsetzung eines Stils, der Emotionen abschneidet…“ (Wilson Harris: World Literature Written in English).“What is impressive about The Murderer is the execution of a style that truncates emotion…” Wilson Harris: Roy Heath. The Murderer. Allison and Busby, London 1978 (review), World Literature Written in English, Band 17, 2. 1978, S. 656–658.
The Armstong Trilogy „Eine karge, düstere Saga über zwei Generationen im Leben einer guyanischen Familie, die um Ansehen kämpft, aber nicht in der Lage ist, nur die flüchtigsten Momente des Glücks zu ergattern. …Wie der frühe DH Lawrence verleiht Heath den vertrauten Prüfungen dieser Familie eine elementare Kraft, als ob alles zum ersten Mal geschehen würde. Das Ergebnis ist erschütternd in seiner Einfachheit und kumulativen Kraft.“ (Kirkus Reviews)“A spare, bleak saga of two generations in the life of a Guyanese family struggling for respectability but unable to snatch any but the most fleeting moments of happiness. …Like the early D.H. Lawrence, Heath endows the familiar trials of this family with an elemental power, as if each were happening for the first time. The result is harrowing in its simplicity and cumulative force.” The Armstrong Trilogy. In: Kirkus Reviews. kirkusreviews.com, 1. März 1994.