Das Bahnbetriebswerk Metz-Sablon war das größte Bahnbetriebswerk (BW) der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen (EL) und später der Administration des chemins de fer d’Alsace et de Lorraine (AL).
Geschichte Seit 1851 entstand in Montigny-lès-Metz, südlich von Metz, ein erstes BW, nachdem Metz mit der Bahnstrecke nach Nancy Eisenbahnanschluss erhalten hatte. Es wurde bis nach dem Deutsch-Französischen Krieg von der Compagnie des Chemins de Fer de l’Est betrieben.Jean Buchmann, Jean-Marc Dupuy, Andreas Knipping, Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahngeschichte Elsass-Lothringen. EK-Verlag, Freiburg 2021. ISBN 978-3-8446-6429-4
Nachdem auch Metz 1871 deutsch geworden und die dortigen Eisenbahnanlagen an die EL übergegangen waren, errichtete diese ab 1872 das Bahnbetriebswerk Metz-Sablon. Als erstes entstanden zwei Ringlokschuppen mit je einer Drehscheibe und 40 Ständen sowie ein zentrales Verwaltungsgebäude. Zwischen 1898 und 1908 wurden nacheinander drei weitere, zusätzliche Ringlokschuppen gebaut. Alle hatten 20-m-Drehscheiben. Mit fünf Ringlokschuppen war das Bahnbetriebswerk Metz-Sablon das größte der EL.
1919 ging das BW an die AL über. Diese ersetzte 1925/26 zwei 20-m-Drehscheiben durch 24-m-Drehscheiben, weil die älteren Anlagen für die neuen Pazific-Lokomotiven der Baureihe S 14 nicht groß genug waren. In den Folgejahren baute die AL das BW weiter aus. Das Kohlelager hatte eine Kapazität von 7000 t. 1934 wurde eine Werkstatt zur Pflege der nun vermehrt in den Bestand übernommenen Dieseltriebwagen eröffnet. Auch nach Übernahme der AL in die SNCF 1938 blieb das Bahnbetriebswerk Metz-Sablon das regionale Zentrum zur Betreuung der Fahrzeuge.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Anlagen durch drei Luftangriffe zu 90 % zerstört. Die SNCF entschied sich deshalb nach dem Krieg gegen den Wiederaufbau und verlagerte die Aufgaben in das Bahnbetriebswerk Frescaty. Das Gelände des BW Metz-Sablon wurde 1946/47 von Trümmern geräumt, diente aber nur noch in geringem Umfang als BW. Erst ab 1952 wurde es wieder ausgebaut, um die zunehmende Flotte an Dieselfahrzeugen zu betreuen, eine Aufgabe, die es bis heute wahrnimmt, allerdings unter wechselnden Bezeichnungen, die zum Teil durch interne Umorganisationen der SNCF verursacht wurden: 1992 wurde das BW (französisch: Dépôt) in Établissement de Maintanance et de Traction Metz-Sablon umbenannt, Mitte der 1990er Jahre mit der entsprechenden Dienststelle in Thionville fusioniert. Diese Fusion hieß nun: Établissement de Maintanance et de Traction Nord-Lorraine – Metz-Sablon war in dieser Einheit eine unité-production – und seit 2010 das Technicentre SNCF Lorraine.
Literatur Jean Buchmann, Jean-Marc Dupuy, Andreas Knipping, Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahngeschichte Elsass-Lothringen. EK-Verlag, Freiburg 2021. ISBN 978-3-8446-6429-4
Einzelnachweise
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