Die Baier & Michels GmbH & Co. KG (Eigenschreibweise: baier & michels), (kurz: b&m) mit Hauptsitz in Ober-Ramstadt ist ein deutsches Unternehmen im Bereich der Kaltumformung.

Für OEMs und Zulieferer der Automobil-, Elektro- und Medizinindustrie entwickelt und produziert Baier & Michels Verbindungstechnik sowie Verschluss- und Dichtsysteme.

Seit 1973 gehört das Unternehmen der Würth-Gruppe an.

Geschichte Im Jahr 1932 wurde das Unternehmen in Frankfurt am Main gegründet; die eigene Schraubenproduktion begann 1940. Im Jahr 1973 übernahm die Würth-Gruppe das Unternehmen. 2003 verlegte Baier & Michels den Unternehmenssitz von Frankfurt am Main nach Ober-Ramstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg). Die internationale Ausrichtung begann mit der Gründung der Gesellschaften in den USA (2008) und in China (2011). Seit 2017 gibt es am Hauptsitz in Ober-Ramstadt ein Logistikzentrum. Das Unternehmen ist heute nach IATF 16949 (Qualitätsmanagement im Automobilbereich), DIN EN ISO 9001:2015 (Qualitätsmanagement) und DIN EN ISO 14001:2015 (Umweltmanagement) zertifiziert.

Unternehmensstruktur Mit rund 500 Mitarbeitern in acht Gesellschaften agiert die Unternehmensgruppe in Europa, Asien und Nordamerika. Die insgesamt neun Standorte liegen in Ober-Ramstadt, Selvazzano Dentro, Greenville (South Carolina), Detroit, Shanghai, Querétaro, Nilüfer (Bursa), Barcelona und Budapest.

Tätigkeitsgebiet Das Angebot umfasst Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Kaltumformung. Aus eigener Entwicklung und Fertigung kommen Verbindungselemente, Verschluss- und Dichtsysteme. Zudem bietet Baier & Michels neben anwendungstechnischer Beratung auch Schulungen und mit dem b&m-PORT ein Online-Portal, das Industrieunternehmen bei der Standardisierung von C-Teilen unterstützt.

Zu den Produkten und Systemlösungen gehören Verschluss- und Dichtsysteme für Bohrungen mit und ohne Druckbeanspruchung, Gewindeeinsätze und Gewindebolzen für Kunststoffe, Formwalzteile, Direktverschraubungen in unterschiedliche Werkstoffe, darunter Metalle, Kunststoffe und CFK, Verbindungsteile mit Funktionsintegration, etwa eine gewindeformende Mutter sowie maßgeschneiderte Verbindungselemente, dazu zählen Drehteile, Federn, Stanz- und Biegeteile. Ferner Entkopplungselemente zur Aufnahme und Ableitung von Schwingungen und Geräuschen.

In der ersten Jahreshälfte 2026 nahm Baier & Michels an seinem Stammsitz in Rohrbach eine selbst entwickelte 125 Tonnen schwere Walzmaschine in Betrieb. Die vom Mutterkonzern Würth mit über 20 Millionen Euro finanzierte Anlage fertigt komplexe Metallteile wie Fahrzeug-Verbindungselemente durch Kaltumformung statt Zerspanung. Der Servoantrieb des Kurbeltriebs entwickelt bei einer Leistung von 400 Kilowatt ein maximales Drehmoment von 60.000 Newtonmetern. Das Walzverfahren verarbeitet Stahldrähte abfallfrei. Dadurch verdreifacht sich die Stückzahl pro Kilogramm Stahl, oder der Materialverbrauch und CO₂-Ausstoß in der Produktion sinken um zwei Drittel. Die Maschine arbeitet mit hoher Schnelligkeit und Präzision. Durch diese gesteigerte Effizienz und Automatisierung will der Automobilzulieferer den Wettbewerbern aus China begegnen, Produktion nach Deutschland zurückholen und dem regionalen Fachkräftemangel begegnen. Angestrebt wird ein vollautomatisierter Dreischichtbetrieb.

Mitgliedschaften und Partnerschaften Baier & Michels ist Mitglied im Verband der Automobilindustrie (VDA). Außerdem pflegt Baier & Michels Kooperationen als Forschungs- und Wissenschaftspartner, zum Beispiel mit der TU Darmstadt. Gemeinsame Projekte gibt es dort sowohl mit dem Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) als auch mit dem Institut für Produktentwicklung und Maschinenelemente (pmd). Darüber hinaus beteiligt sich Baier & Michels an dem Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“.  

Einzelnachweise

Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) Kategorie:Automobilzulieferer Kategorie:Metallverarbeitendes Unternehmen Kategorie:Ober-Ramstadt Kategorie:Unternehmensgründung 1932 Kategorie:Unternehmen der Würth-Gruppe