mini|Das Deutsche Motorradmuseum befindet sich im historischen Deutschordensschloss mini|Deutsches Motorradmuseum Neckarsulm von der Parkseite mini|hochkant|Das moderne Rampentreppenhaus verbindet die beiden historischen Gebäude Das Deutsche Motorradmuseum (bis 2026 Deutsches Zweirad- und NSU-Museum) in Neckarsulm ist mit etwa 400 Ausstellungsstücken auf knapp 2000 m² Ausstellungsfläche und sechs Etagen eine der größten historischen Zweiradsammlungen dieser Art in Deutschland.

Das 1956 eröffnete Museum ist das älteste Motorradmuseum Deutschlands und zeigt anhand einer Sammlung von 140 Motorradmarken und 45 Fahrradherstellern die Entwicklung des Zweirades von den Anfängen des Fahrrades über historische Motorräder bis hin zu modernen Rennmaschinen und Geschwindigkeitsrekordmaschinen. Es befindet sich im ehemaligen Deutschordensschloss. Das NSU-Museum dokumentiert die Geschichte der Marke NSU, die in Neckarsulm hergestellt wurde. Seit 2026 firmiert das Museum auch unter dem Namen Deutsches Motorradmuseum Neckarsulm.

Geschichte des Museums Seit 1991 beherbergt das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum auf einer Fläche von knapp 2000 m² mit rund 400 Exponaten eine der größten Zweiradsammlungen Deutschlands und die größte öffentliche NSU-Sammlung der Welt. Mit 140 Motorradmarken bietet das Museum einen guten Überblick über die Geschichte der Mobilität auf zwei Rädern.

Bereits bei der Eröffnung am 19. Mai 1956 wurde das „Deutsche Zweiradmuseum“ in Neckarsulm von den Festrednern als „Forschungsstätte für Fachleute“ und „Anziehungspunkt für den Tourismus“ bezeichnet. Zahlreiche Prominenz war am Pfingstwochenende beim großen Festakt zugegen. Nach Neckarsulm waren neben Vizekanzler Franz Blücher auch der baden-württembergische Innenminister a. D. Fritz Ulrich sowie Edward Douglas-Scott-Montagu, 3. Baron Montagu of Beaulieu, der vier Jahre zuvor das National Motor Museum (damals noch Montagu Motor Museum) mit historischen Fahrzeugen im englischen Beaulieu gegründet hatte, gekommen. Lord Montagu war bei der Gründung des Neckarsulmer Museums ebenso beratend tätig gewesen wie Oberkonservator Max Rauck vom Deutschen Museum in München.

Vor hunderten Schaulustigen betonte Blücher auf dem Museumsvorplatz, dass das Zweirad „einmal einer Jugend Gelegenheit gab, sich die Umwelt und die Lande außerhalb der Grenzen zu erobern“ und es jetzt vornehmlich dazu da sei, „um die Arbeiterschaft schneller zur Arbeit zu führen“. Daraus resultierend solle das neue Museum einen Überblick geben über die Entwicklung des Zweirades, „ohne das unser Leben nicht mehr denkbar wäre“.

Neckarsulms Bürgermeister Hans Hoffmann hob ebenso wie der Direktor des Verbands der Zweiradindustrie Wenk hervor, dass das „Zweiradmuseum die Dokumentation des technischen Fortschritts“ zeige. Er verband mit der Gründung des Deutschen Zweiradmuseums die Hoffnung, dass es „zum Wahrzeichen der Motorenstadt und zum Zeugen weiterer Entwicklungen“ werden möge. Neben den Reden war der erste Korso von 133 historischen Fahrzeugen ein besonderes Ereignis für die Stadt, weitere sollten in den nächsten Jahren zusammen mit dem Veteranen Fahrzeug Verband folgen.

Überregionale Beachtung fand bei der Eröffnung der wagemutige Schritt, die Geschichte des Zweirades im historischen Gebäude des ehemaligen Deutschordensschlosses zu präsentieren. Schon zur Gründung war der zahlenmäßige Umfang der städtischen Sammlung herausragend und wurde durch Leihgaben aus Privatsammlungen und Firmenbesitz ergänzt. Zunächst wurden 70 Exponate auf 600 m² Ausstellungsfläche präsentiert.

In den 1970er Jahren investierte die Stadt in einen zweijährigen Innenausbau. Zum 25-jährigen Bestehen folgten weitere Modernisierungs- und Erweiterungsschritte auf 1200 m², da durch Neuerwerbungen die Ausstellungsfläche zunehmend zu eng geworden war. Ein erster Verbindungsbau zwischen den benachbarten Gebäuden entstand und der alte Weinkeller des Schlosses wurde zur Ausstellungsfläche.

Mit der Eröffnung einer eigenen NSU-Abteilung erhielt das Museum 1986 den Namen „Deutsches Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm“, und die Sammlung war auf 200 Exponate angewachsen.

35 Jahre nach der Eröffnung des ersten Motorradmuseums in Deutschland, das von Beginn an immer wieder als Musterbeispiel für andere Sammlungen diente, hatte sich das Neckarsulmer Zweiradmuseum zur größten zusammenhängenden Sammlung ihres Genres in Deutschland entwickelt. Schon lange war es dem Museum allerdings innerhalb der Gemäuer des Deutschordensschlosses wieder zu eng geworden. Die räumliche Begrenztheit behinderte eine zeitgemäße Museumskonzeption, es fehlte an Weite, um wertvolle, seltene und kuriose Exponate entsprechend ihrer Bedeutung zu zeigen. Und so präsentierte sich nach über einem Jahr Bauzeit 1991 ein völlig neues Museum. Mutig investierte die Stadt 5,9 Millionen DM in den Umbau, die Erweiterung und die Sanierung des Museums in Citylage. Das bis heute prägende moderne Glasrampenhaus verband nun die beiden historischen Gebäude Bandhaus und Amtshaus. Eine weitere Million wurde für die Ausstattung und die Museumskonzeption investiert, so dass eine moderne Museumsdidaktik umgesetzt werden konnte. Oberbürgermeister Erhard Klotz, der sich persönlich mit seiner Frau Madeleine um zahlreiche Leihgaben und die Ausstattung bemüht hatte, stellte bei der Eröffnung fest: „Unsere ganze Stadt hat einen neuen Glanzpunkt.“

Neckarsulm reagierte mit der Modernisierung des Deutschen Zweirad- und NSU-Museums somit früh und aktiv auf die in den 1990er Jahren entstandene, allgemeine Bewegung in Deutschland, bei Museen die Besucherorientierung in den Vordergrund zu stellen. Ein Museum durfte nicht länger als Musentempel für gebildete Schichten agieren, sondern musste zu einem offenen Lernort werden und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Begleitende Texte sollten die inhaltliche Bedeutung der Ausstellungsobjekte erläutern, Exponate wurden inszeniert und elektronische Medien eingesetzt. Ziel der Neckarsulmer war es, ein lebendiges Museum zu schaffen, das nicht nur motorradbegeisterte Spezialisten, sondern jeden, der an Technik und Geschichte interessiert ist, für Einfallsreichtum und technische Tüfteleien zu begeistern. Bis heute werden daher der fantastische Ideenreichtum und der Erfindergeist, der Mut der Fahrer und die Auswirkungen auf unsere industrielle Gesellschaft und Mobilität dargestellt.

2007 wurde eine neue Sonderausstellungsfläche geschaffen und 2010 begann ein sukzessiver Modernisierungsprozess mit einer Umstrukturierung der Sammlung. Die Arbeit des Museumsteams erfolgte nun nach den ethischen Richtlinien des International Council of Museums (ICOM). Die Forschungs- und Archivarbeit des Museums ist weit über die Grenzen Neckarsulms hinaus bekannt und wird nahezu täglich – auch aus dem Ausland – abgefragt.

Ein Kino/Forum wurde geschaffen, das es ermöglicht, Gruppen zu begrüßen und Veranstaltungen durchzuführen. Ein Fünfjahreskonzept, das 2018 im Gemeinderat verabschiedet wurde, macht die Arbeit des Museums transparent. Den Anforderungen an Museen entsprechend, wurde neben den Hauptaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen ein weiterer Fokus auf die Vermittlung und Museumspädagogik gelegt. Heute werden die zahlreichen Besucher aus dem In- und Ausland in einem 2019 ansprechend gestalteten neuen Eingangsbereich begrüßt.

Schon seit Gründung des Museums ist ein wichtiger Teil der Arbeit die Teilnahme an historischen Fahrten und Rennen, Messen und Veranstaltungen, um die Sammlung auch außerhalb Neckarsulms bekannt zu machen. Ein umfangreiches Depot ergänzt als eine Art Schatzkammer die Dauerausstellung. Andere Museen und Institutionen leihen hier Exponate für ihre Ausstellungen aus, so dass das Museum auch außerhalb der Stadtgrenzen präsent ist. Zusätzlich bieten jährliche Sonderausstellungen weiterhin spannende neue Einblicke in die Technik- und Mobilitätsgeschichte auf zwei Rädern.

Das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm hat heute die Aufgabe, technische Zeugen der Mobilität auf zwei Rädern zu sammeln, zu bewahren, stetig zu erforschen und zu zeigen. Immer wieder lösen gesellschaftliche Veränderungen – gerade im Bereich der Mobilität -Fragen aus. Die technischen Zeitzeugen der Neckarsulmer Sammlung bergen dabei Geheimnisse und wertvolles Wissen über unsere gesellschaftliche und technische Geschichte. Um dieses zu entdecken, um darin eigene Geschichten zu erkennen und zu erleben, sind diese Sammlungen wichtig.

Das 1956 ausgerufene Ziel des Museums „Forschungsstätte für Fachleute“ und „Anziehungspunkt für den Tourismus“ zu sein, ist auch heute noch gültig. Die städtische Sammlung des Deutschen Zweirad- und NSU-Museums Neckarsulm umfasst weit über 1000 Exponate, nebst einem großen Ersatzteilbestand. In der Dauerausstellung sind aktuell 140 nationale und internationale Motorradmarken und 130 Fahrradhersteller vertreten. Die Sammlung ist – auch dank Leihgaben aus Privatsammlungen oder von Firmen – gekennzeichnet von hoher Qualität und Dichte und ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal der Stadt Neckarsulm.

2026 wurde das Museum in „Deutsches Motorradmuseum“ umbenannt.

Dauerausstellungen Das Deutsche Motorradmuseum Neckarsulm / Deutsche Zweirad- und NSU-Museum unterteilt seine Sammlung in sechs Abteilungen:

Fahrradabteilung Geschichte der Mobilität auf zwei Rädern mit 140 Motorradmarken NSU-Museum mit über 80 Modellen Rennsportabteilung mit Sondersportbereich Kreidler-Werkssammlung Sonderausstellungsbereich mit Kino/Forum

Fahrrad-Abteilung An über 45 Modellen wird die Entwicklung des Fahrrades dokumentiert. Diese Abteilung beginnt mit den ersten Versuchen von Karl Drais, der 1817 seine zweirädrige Laufmaschine konstruierte. Der Franzose Pierre Michaux entwickelte diese Idee weiter, indem er die bisherige Laufmaschine mit einer Tretkurbel im Vorderrad ausstattete, welches das Zweirad in dauernder gleichmäßiger Bewegung hielt.

Diese Entwicklung des Fahrrades von der Drais’schen Laufmaschine über Hochräder der 1880er Jahre bis zu den ersten Niedersicherheitsfahrrädern kann anschaulich verfolgt werden. Weitere Kuriositäten, Entwicklungen unterschiedlichsten Antriebsformen (z. B. Kardanantrieb am Fahrrad) bis hin zu Rennmaschinen der Tour de France und Downhillmeisterrädern. Zusätzlich werden heutige Entwicklungen im E-Bike-Bereich präsentiert.

Im Treppenraum ergänzen erste Fahrräder mit Hilfsmotor vom Beginn des 20. Jahrhunderts die Geschichte der mobilen Entwicklung auf zwei Rädern.

Die Fahrradsammlung umfasst in Depot und Dauerausstellung aktuell 127 Fahrradmarken.

mini|Gottlieb Daimlers Reitwagen von 1885, Nachbau mini|Hildebrand und Wolfmüller, Original von 1894 Motorrad-Abteilung / Geschichte der Mobilität auf zwei Rädern Die Motorradabteilung zeigt an über 140 nationalen und internationalen Marken einen Querschnitt über die gesamte Motorradgeschichte von 1885 bis heute. Gezeigt werden unter anderem viele Modelle von Herstellern wie: Adler, A.J.S., BMW, Benelli, Brough Superior, Cyclon, DKW, Douglas, Ducati, Hercules, Honda, Horex, Husqvarna, Gritzner Kayser, Kawasaki, Kreidler, Maico, Mars, Megola, Moto Guzzi, Moto Parilla, MV Agusta, MZ, Norton, Opel, Puch, Scott, Standard, Triumph, Victoria, Vincent, Wanderer, Windhoff, Yamaha oder Zündapp. Ein digitaler Überblick über die Highlights der Sammlung ist auf der Homepage zu sehen.

Ergänzt werden diese bekannten Namen durch Raritäten, zum Beispiel eine Megolapräsentation mit einer Renn-, einer Sport- und einer Straßenversion.