Deutscher Ring war der Name einer deutschen Versicherungsgruppe, deren größere Unternehmensteile mit den Basler Versicherungen verschmolzen wurden. Lediglich die Deutscher Ring Krankenversicherung existiert noch als Spezialmarke der Signal Iduna Krankenversicherung a. G.
Die ehemalige Hauptverwaltung des Deutschen Rings an der Ludwig-Erhard-Straße in Hamburg ist heute ein Standort der Basler Versicherungen Deutschland. miniatur|Außenansicht Deutscher Ring im August 2005; in der Glasfassade spiegelt sich der Hamburger Michel miniatur|Standort der Basler Versicherungen Deutschland in Hamburg im Juni 2013 Ehemalige Gesellschaften Versicherungsgruppe oder Bank neue Gesellschaft ehemalige Gesellschaft Anmerkungen Basler VersicherungenBasler Lebensversicherungs-AGDeutscher Ring Lebensversicherungs-AG wurde am 21. Dezember 2012 umbenannt.Basler Financial Services GmbHDeutscher Ring Financial Services GmbH wurde am 21. Dezember 2012 umbenannt.Basler Sachversicherungs-AGDeutscher Ring Sachversicherungs-AG Deutscher Ring Sachversicherungs-AG und die Avetas Versicherungs-AG wurden am 1. September 2013 auf die Basler Sachversicherungs-AG verschmolzen.Basler Beteiligungsholding GmbHDeutscher Ring Beteiligungsholding GmbH wurde am 8. April 2014 umbenannt.Basler Sach Holding AG Deutscher PensionsRing AGwurde am 23. September 2014 umbenannt.SIGNAL IDUNASignal Iduna Krankenversicherung a. G.Deutscher Ring Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeitschloss sich 2009 der Signal-Iduna Gruppe an und verschmolz im August 2017 mit der Signal Krankenversicherung a. G., die seither als Signal Iduna Krankenversicherung a. G. firmiert. Innerhalb derer existiert die Marke Deutscher Ring Krankenversicherung weiterhin fort.BAWAG Groupstart:bausparkasse AGDeutscher Ring Bausparkasse AGwurde im Dezember 2017 an die BAWAG Group verkauft und firmierte ab 1. Januar 2019 als start:bausparkasse AG.
Geschichte miniatur|Sammel-Namensaktie der Deutsche Ring Lebensversicherungs-AG vom 1. Oktober 1935 Die Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG wurde 1913 in Hamburg als Volksversicherung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes gegründet. 1923 wurde eine Transportversicherung, die später zur Deutscher Ring Sachversicherungs-AG, gegründet. 1925 erfolgte die Gründung des Deutscher Ring Krankenversicherungsvereins auf Gegenseitigkeit.
1929 wurden die Unternehmen unter dem einheitlichen Namen Deutscher Ring zu einer Versicherungsgruppe zusammengeschlossen. Im gleichen Jahr wurde die Kooperation mit der NSDAP aufgenommen und eine Sterbegeldversicherung (Hilfskasse der NSDAP) für NSDAP-Mitglieder und deren Angehörige eingeführt. Zugleich stellte der Deutsche Ring zahlreiche arbeitslose NSDAP-Mitglieder als Werber ein und profitierte so vom Aufstieg der NSDAP. Im Besitz des nationalistischen und antisemitischen Deutsch-Nationalen Handlungsgehilfenverbands hatte die Gesellschaft 1933 als erste große Privatkrankenversicherung per Satzung festgelegt, keine Juden zu versichern.Ingo Böhle: Juden können nicht Mitglieder der Kasse sein – Versicherungswirtschaft und die jüdischen Versicherten im Nationalsozialismus am Beispiel Hamburg. (PDF; 693 kB) 1933 folgte die Integration des Deutschen Rings als Unternehmen der Deutschen Arbeitsfront. 1936 wurde die Tochtergesellschaft für Sachversicherungen, die „Deutscher Ring Allgemeine Versicherung AG“ abgespalten und mit der „Volksfürsorge Allgemeine Versicherung“ und der „Deutsche Feuerversicherung AG“ zur Deutsche Sachversicherung AG verschmolzen.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Unternehmen Deutscher Ring durch Kontrollratsgesetz Nr. 57 vom 30. August 1947 liquidiert.Kontrollratsgesetz Nr. 57 vom 30. August 1947. In: Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland, Nummer 17 vom 31. Oktober 1947, S. 289 ff., Digitalisat der Deutschen Nationalbibliothek: Der Geschäftsbetrieb wurde an die neu gegründete Neue Welt Lebensversicherungs-AG und Neue Welt Krankenversicherungsverein a.G. übertragen. Durch die Neuordnung veranlasst übernahm die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) die Anteile der Lebensversicherung. 1953 kehrte man zum ursprünglichen Namen Deutscher Ring zurück.
Von der DAG erwarb Rudolf-August Oetker, der Geschäftsführer der Dr. August Oetker KG, 1960 die Mehrheit des Aktienkapitals der Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG. 1971 wurde die spätere Deutscher Ring Financial Services GmbH gegründet, über die erstmals im Unternehmen der Verkauf von Aktien- und Rentenfonds stattfand. 1972 erfolgte die Gründung der Deutscher Ring Bausparkasse AG.
1985 erwarb die Basler Versicherungsgruppe die Aktienmehrheit an der Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG. Zusätzlich übernahm sie das gesamte Aktienpaket der Deutscher Ring Sachversicherungs-AG. Der Deutsche Ring erwarb im selben Jahr zur Vergrößerung seiner Vertriebsstrukturen Mehrheitsanteile an der Vermögensberatungsgesellschaft OVB, der heutigen OVB Holding AG.
1986 stieg der Deutsche Ring erstmals bei der Zeus Vermittlungsgesellschaft mbH ein, an der er später mehrheitlich beteiligt war. Der Außendienst des Deutschen Ringes wurde vor der deutschen Wiedervereinigung über Landesdirektionen und Vertriebsdirektionen koordiniert, letzteren waren die freiberuflichen Agenturen unterstellt. Im Einzelnen umfasste dies die Landesdirektion Nord/Ost, unterteilt in die vier Vertriebsdirektionen Hamburg, Hannover, Leipzig und Berlin, die Landesdirektion West, unterteilt in die vier Vertriebsdirektionen Düsseldorf, Dortmund, Köln und Frankfurt und die Landesdirektion Süd, unterteilt in die fünf Vertriebsdirektionen München, Nürnberg, Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe. 1990 war der Deutsche Ring erstmals nach 45 Jahren wieder in Ostdeutschland vertreten. Zur Verbesserung des Vertriebes wurde die Landesdirektion Ost in Leipzig gegründet.
Nach einer Reihe schwieriger Jahre sah sich der Deutsche Ring gezwungen, eine Neuausrichtung seines Geschäfts auf die Vorsorge und lebenslange Betreuung der Vorsorgepakete von Privatpersonen vorzunehmen. In diesem Rahmen gab die Deutscher Ring Sachversicherungs-AG das gewerbliche und das gesamte Kfz-Geschäft an die Schwestergesellschaft Basler Securitas Versicherungen ab. Seit 2001 verkaufte der Deutsche Ring keine eigenen Kfz-Versicherungen, sondern Produkte der Basler Securitas.
2002 erwarb die Basler Versicherungsgruppe von Kleinaktionären die restlichen zirka 2,3 Prozent der Aktien der Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG. 2004 wurde die Deutscher PensionsRing AG als 100-prozentige Tochter der Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG gegründet, um die Angebotspalette im zu dem Zeitpunkt stark wachsenden Markt der betrieblichen Altersvorsorge zu erweitern.
2005 wurde die deutsche Tochtergesellschaft Aegon Lebensversicherungs-AG der niederländischen Aegon N.V. übernommen. Die Aegon Lebensversicherungs-AG war in Deutschland durch die Versicherungsmarke Moneymaxx bekannt. Der Deutsche Ring vertrieb nach der Übernahme fondsgebundene Produkte unter dieser Marke in Deutschland.
Infolge eines Zerwürfnisses zwischen dem Krankenversicherungsverein und der Bâloise, nachdem letztere die bis dato übergreifend gleiche Führungsmannschaft rund um den Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Fauter der von ihr kontrollierten Deutscher-Ring-Unternehmungen ausgetauscht hatte, schloss sich der weiterhin von Fauter geführte Deutscher Ring Krankenversicherungsverein mit den Obergesellschaften der Signal Iduna-Gruppe zum 1. April 2009 zu einem Gleichordnungskonzern zusammen.Susanne Görsdorf-Kegel: Konzernpläne von Signal Iduna und Deutscher Ring Kranken. In: VersicherungsJournal. 27. Januar 2009.
2017 wurde die Deutsche Ring Bausparkasse an die österreichische BAWAG verkauft. Die Bausparkasse war zu 55 % von der Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG, zu 35 % von der Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a.G. und zu 10 % von der Deutscher Ring Sachversicherungs-AG gehalten worden.
Marketing Der Deutsche Ring unterstützte den von einigen Mitarbeitern gegründeten Verein Ring gegen Krebs e. V. unter anderem mit Übernahme der Verwaltungskosten. Die Arbeit wurde von Mitarbeitern ehrenamtlich geleistet, so dass alle Spenden Institutionen zugutekamen, die Familien von krebskranken Kindern unterstützten.
Mit der Generationenstudie, einer empirischen Untersuchung unter der wissenschaftlichen Leitung von Horst W. Opaschowski, erhob der Deutsche Ring in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Zukunftsfragen Einstellungen, Motive und Wünsche von Menschen in Deutschland unter besonderer Herausstellung der Generation ab 50 Jahren.Horst W. Opaschowski, Ulrich Reinhardt: Altersträume. Primus Verlag, 2007, ISBN 978-3-89678-361-5
Weblinks Webpräsenz der Basler Versicherungen Deutschland Webpräsenz der Deutscher Ring Krankenversicherung (SIGNAL IDUNA Gruppe) Webpräsenz der start:bausparkasse www.hausverein-deutscherring.de – Internetpräsenz des Hausvereins des Deutschen Rings
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Hamburg) Kategorie:Versicherungsunternehmen (Hamburg) Kategorie:Private Krankenversicherung Kategorie:Unternehmensgründung 1913