mini|Artur Kronig, um 1930 Artur Kronig (* 1896 in Lodz; † 1953) war ein deutscher Lehrer und Abgeordneter der deutschen Minderheit im polnischen Sejm.

Leben Kronig besuchte die deutsche Volksschule und das deutsche Gymnasium in Lodz. Durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, konnte er erst 1916 sein Abitur ablegen. Er war dann kurzzeitig Lehrer am Gymnasium in Pabianice und begann in Warschau Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Politik zu studieren. 1918 trat er freiwillig in ein polnisches Schützenregiment ein, dem er bis 1921 angehörte. Anschließend wurde er Mitarbeiter bei der „Lodzer Freien Presse“. Hier begann sein Interesse an der Arbeiterbewegung. Am 19. Januar 1922Heike (1969), S. 80. gründete er zusammen mit Emil Zerbe, Armin Zerbe und Oskar Seidler die Deutsche Arbeitspartei Polens, in der er auch verschiedene Funktionen übernahm. Außerdem gab er die Zeitungen „Die Arbeit“ und „Freiheit“ heraus.

1922 wurde Kronig für die Minderheitenliste in Lodz in den polnischen Sejm gewählt, wo er zu einem der Hauptredner der Deutschen Fraktion wurde. Später wurde er auf der Liste der Sozialdemokratischen Partei in Lodz in den Sejm gewählt.

Kronig war auch Hauptschriftleiter der „Lodzer Volkszeitung“.

Anlässlich der Kommunalwahlen des Jahres 1934 befürwortete eine Mehrheit in der DSAP einen Zusammenschluss mit der PPS und dem jüdischen „Bund“ zu einem Wahlblock. Kronig wollte dagegen den Wahlkampf als deutsche Partei selbstständig austragen. Es kam zu scharfen Auseinandersetzungen in den Parteigremien. Kronig erklärte deshalb am 27. Januar 1935 seinen Austritt aus der DSAP.Heike (1969), S. 106, 171–174 (Anhang Nr. 8).

Literatur

Fritz Wertheimer: Von deutschen Parteien und Parteiführern im Ausland. 2. Auflage. Zentral-Verlag, Berlin 1930, S. 124f.

Einzelnachweise

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