Dieser Artikel behandelt die Stadtgliederung Marls. Die heutige Stadt Marl ist erst in der Industrialisierung entstanden, vor allem durch die Zechen Brassert und Auguste Victoria sowie durch die Chemischen Werke Hüls. Dabei schließt das Stadtgebiet nicht nur den Großteil des früheren Amtes Marl, sondern auch an die Stadt herangewachsene Teile der früheren Landgemeinde Recklinghausen und der früheren Gemeinde Oer im östlichen Drittel des heutigen Stadtgebiets.
Nachdem die meisten Stadtteile seit jeher nach den Bauerschaften und ehemaligen Gemeinden benannt wurden, auf deren Gebiet sie lagen, hat die Stadt Marl ca. im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts das Stadtgebiet in neue statistische Bezirke gegliedert, über die regelmäßig Daten erhoben werden, und bezeichnet die statistischen Über-Bezirke als „Stadtteile“. Da diese jedoch in Namensgebung und Grenzziehung zum Teil erheblich von natürlichen, historischen und siedlungsgeschichtlich gewachsenen Grenzen sowie dem Bewusstsein der Bürger der Stadt abweichen, werden sie nachfolgend den historischen Stadtteilen gegenübergestellt.
Statistische Bezirke Die Stadtverwaltung Marl gliedert die Stadt in die folgenden als Stadtteile bezeichneten statistischen Über-Bezirke, die, vom Chemiepark abgesehen, offenbar derart zugeschnitten wurden, dass sie jeweils um 10.000 Einwohner haben; mit je vorangestellter zweistelliger Kennziffer (in Klammern die Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2020): 11 Stadtkern (7.803) 12 Alt-Marl (9.610) 13 Brassert (11.152) 14 Drewer-Nord (9.074) 15 Drewer-Süd (9.447) 21 Hüls-Nord (6.615) 22 Hüls-Süd (12.380) 30 Marl-Hamm (9.443) 40 Chemiezone (0) 50 Polsum (4.597) 60 Sinsen-Lenkerbeck (7.782)
Diese Stadtteile gliedern sich weiter in je vier bis sechs statistische Bezirke, bei Polsum sind es nur deren zwei und in der Chemiezone existiert keine weitere Unterteilung. Die auf 1 beginnenden Stadtteile gehörten dem früheren Amt Marl an, alle anderen gehörten bis 1926 zum Amt Recklinghausen.
Diese Stadtteile und statistischen Bezirke haben wenig mit den alten Gemarkungen zu tun. Sie gliedern die Stadt in der Hauptsache nach durch Straßen und Bahnlinien geschnittenen Segmenten, in denen zum Beispiel die für Hüls und Drewer zentrale Victoriastraße/Bergstraße die beiden Stadtteile zweiteilt. Da überdies das alte Zentrum von Lenkerbeck de facto von Westen an Hüls herangewachsen ist und durch die Trasse der A 43 gut vom Ostteil Lenkerbecks abgetrennt ist, verteilt sich Lenkerbeck nominell auf drei „Stadtteile“, von denen es nur in einem namentlich auftaucht.
Tabellarische Übersicht Statistischer Bezirk historischfrühere Bauerschaft im Amt Marl zwischen Marl, Polsum und Brassert Nr. Fläche[km²]Flächen der statistischen Bezirke, Stadt Marl (Archiv; PDF; 23 kB) Einwohner, Stadt Marl (PDF; 270 kB). EW/km² Lage (innerhalbder Übereinheit), abgerufen am 9. Mai 2016. (PDF; 6,5 MB) Bemerkungen Stadtkern Marl Drewer (O) Brassert (NW) 11 1,938 7803 4026 südwestliches Zentrum durchgängig bebautes neues Stadtzentrum; Segmentierung durch die Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe (SW–NO) und Hervester Str./Willy-Brandt-Allee(NW–SO) Stadtkern-Mitte Marl Brassert (W) Drewer (N) 111 0,957 2668 2788 Norden und Mitte Stadtzentrum mit Marler Stern Stadtkern-West Marl 112 0,229 1434 6262 Südwesten schließt südwestlich der Hervester Str. an 111 an Stadtkern-Ost Drewer 113 0,218 1951 8950 Südosten schließt nordöstlich der Willy-Brandt-Allee an 115 an Stadtkern-Kreuzstraße Drewer Marl (O) 114 0,534 1750 3277 äußerster Süden separiert durch Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe (NW), B 225 (SW), Herzlia-Allee (O) und Willy-Brandt-Allee (NO) Alt-Marl Marl Frentrop (W bis S) Drewer (S bis O) 12 12,450 9610 772 Südwesten Gebiet um das Zentrum des alten Dorfes Marl, südwestlich des neuen Stadtkerns; der besiedelte Teil im Norden wird in N–S-Richtung segmentiert durch den Sauerbruchkanal sowie die Barkhausstraße und endet im SO an der Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe; die B 225 trennt vom besiedelten Teil einen Südteil ab und bildet weiter westlich die Siedlungsgrenze; Nordgrenze zu Brassert ist die Hervester Straße Alt-Marl-Mitte Marl 121 0,612 2435 3979 Norden Zentrum der alten Bauerschaft Marl Alt-Marl-Ost Marl 122 0,209 1954 9349 Osten Durch B 225 (NO) und Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe (NW) separierter Südrand des Siedlungsgebietes Alt-Marl-Volkspark Marl 123 0,614 1077 1754 Mitte Südrand des Siedlungsgebietes südlich der B 225 und nordwestlich der Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe mit Volkspark Marl Alt-Marl-Riegefeld Marl (SO) Frentrop (NW) 124 0,865 3202 3702 nordwestlich der Mitte Südwestrand des Siedlungsgebietes, von 121 im Osten durch den Sauerbruchkanal getrennt Alt-Marl-Frentrop Frentrop 125 4,325 404 93 Westen und Südwesten agrarisch genutzter Ortsrand des eigentlichen Marl zu Polsum und Dorsten mit der alten Bauerschaft Frentrop sowie dem danach benannten Gewerbegebiet im Westen Alt-Marl-Süd Drewer Frentrop (nur äußerster W) 126 5,826 538 92 Südosthälfte landwirtschaftlich genutzter Stadtrand zu Herten mit den Weilern Steinernkreuz und Linde Brassert Brassert Frentrop (W) Lippe (NW) 13 13,304 11152 838 Nordwesten fließend in Stadtkern (O, Sickingmühler Straße/Kampstraße) und Alt-Marl (S, Hervester Straße) übergehend; der besiedelte Teil wird in N–S-Richtung durch die Brassertstraße, der Westteil nochmal durch die Schachtstraße in SW–NO-Richtung segmentiert; ebenfalls in SW–NO-Richtung trennt die A 52 einen äußeren Nordostteil ab, der mehr als die Hälfte der Fläche einnimmt und in großen Teilen bewaldet ist Alt-Brassert Brassert 131 1,917 4095 2136 äußerster Osten nur die Südosthälfte ist bebaut Brassert-Rheinstahlsiedlung Frentrop Brassert (O) 132 2,163 3092 1429 südöstlich der Mitte nur der Osten des Bezirks ist bebaut – nach Westen Ausläufer des Arenbergischen Forstes (s. 134) Brassert-ECA-Siedlung Brassert Frentrop (W) 133 0,611 3800 6219 äußerster Südosten durchgängig besiedelt Brassert-Schlenkesiedlung / Arenbergischer Forst Lippe SW: Frentrop 134 8,613 165 19 Mitte, Westen und Norden Nordwestrand der Stadt zu Dorsten, durch A 52 vom Siedlungsgebiet separiert; zu großen Teilen bewaldet Drewer-Nord Drewer (NW: Brassert, Oelde) 14 2,695 9074 3367 nördliches Zentrum verbindet den Stadtkern nach N, jenseits der Gaußstraße, mit dem Chemiepark (A 52); Segmentierung durch Rappaportstraße (S–N) und Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe (SW–NO); der gut die Hälfte der Fläche einnehmende Mittelteil wird noch einmal in W–O-Richtung durch eine ehemalige Bahntrasse geteilt Drewer-Nord-Alte Bunasiedlung Drewer 141 0,435 2228 5122 Südwesten nordwestlich der Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe; durch alte Bahntrasse von 143 im Norden separiert Drewer-Nord-Blumensiedlung Drewer (O) Oelde (NW) Brassert (unbewohnter SW) 142 0,672 924 1375 Westen westlich der Rappaportstraße; nur in der Nordhälfte bebaut Drewer-Nord-Bereitschaftssiedlung Drewer 143 1,108 2982 2691 Norden begrenzt durch Rappaportstraße (W), A 52 (N), Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe (O) und alte Bahntrasse (S); im Nordosten unbebaut Drewer-Nord-Nibelungensiedlung Drewer 144 0,479 2940 6138 Süden südöstlich der Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe Drewer-Süd Drewer 15 3,0079447 3142 südöstliches Zentrum östliche (jenseits der Herzlia-Allee) Fortsetzung des Stadtzentrums bis zum Loekampbach; Segmentierung durch die Breddenkampstraße (O–W) und den Freerbruchbach (S–N) Drewer-Süd-Zentrum Drewer 151 0,633 3277 5177 westlicher Norden nördlich der Breddenkampstraße und westlich des Freerbruchbaches Drewer-Süd-Westfalenstraße Drewer 152 0,769 3545 4610 Nordosten östlich an 151 anschließend, mit der alten Bauerschaft Drewer im Süden Drewer-Süd-Langehegge Drewer 153 1,048 1877 1791 Südosten südlich der Breddenkampstraße an 152 anschließend; im Südosten unbesiedelt Drewer-Süd-Wellerfeldweg Drewer 154 0,557 748 1343 Südwesten südlich der Breddenkampstraße an 151 anschließend Hüls-Nord Hüls Lenkerbeck (O) Drewer (W) 21 3,681 6615 1797 Osten Nordostteil des Siedlungsgebietes Marls, der Drewer-Nord jenseits des Lipper Weges und, weiter nördlich, jenseits der Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe fortsetzt; Südgrenze zu Hüls-ist die der Victoriastraße; mehr als die Hälfte der Fläche nimmt im Osten das ehemalige Zechengelände von Zeche Auguste Victoria I/II ein, der Westen wird in W–O-Richtung von einer Güterzugtrasse segmentiert; der Süden des Westteils wird zusätzlich vom Loemühlenbach in S–N-Richtung geteilt Hüls-Nord-Zentrum Hüls 211 0,233 1093 4691 Südwesten beiderseits der in N–S-Richtung passierenden Römerstraße Hüls-Nord-Enkesiedlung Drewer 212 0,296 1757 5936 Südwesten nach Osten durch den Loemühlenbach von 211 getrennt Hüls-Nord-Silvertsiedlung Hüls Drewer (unbewohnter SO) 213 0,838 3088 3685 Nordwesten durch Bahntrasse nach Süden von 211 und 212 getrennt Hüls-Nord-Auguste-Victoria I/II Lenkerbeck Hüls (SW) 214 2,314 677 293 Mitte und Osten ehemaliges Gelände der Zeche Auguste Victoria Hüls-Süd Drewer (NW) Hüls (N) Lenkerbeck (NO) Korthausen (SO) Löntrop (S) 22 7,456 12380 1660 Südosten Ostteil der Besiedlung Marls und Südteil von Hüls südlich der Victoriastraße; Westgrenze zu Drewer-Süd ist der Loekampbach, jedoch ist der dorthin gewandte Südwestteil kaum besiedelt; Segmentierung in NW–SO-Richtung durch die Hülsstraße; vom Südwestteil wird nochmals durch den Norden der Loekampstraße das Zentrum von Hüls abgetrennt, der Nordostteil wird durch den Ovelheider Weg in SW–NO-Richtung segmentiert; Ostgrenze ist die A 43 Alt-Hüls Hüls Lenkerbeck (NO) 221 0,949 4808 5066 äußerster Nordwesten nordwestlich des Ovelheider Weges Hüls-Süd-Komponistensiedlung Lenkerbeck (NO) Hüls (W) Korthausen (SO) 222 2,349 5594 2381 Osten und Nordosten südöstlich des Ovelheider Weges; enthält im äußersten Norden den historischen Ortskern von Lenkerbeck und im Süden Korthausen; nur im Nordwesten durchgängig bebaut Hüls-Süd-Zentrum Hüls Drewer (SW) 223 0,211 581 2754 äußerster Nordwesten enthält die Paracelsus-Klinik Hüls-Süd-Auf Höwings Feld Drewer (SW) Löntrop (SO) Hüls (NW) 224 3,947 1397 354 Südwesthälfte nur am Rand durchgehend bebaut; südlicher Stadtrand zu Herten und Recklinghausen mit der alten Bauerschaft Löntrop Marl-Hamm Herne (NO) Sickingmühle (W) Oelde (nur äußerster SW) Lenkerbeck (nur unbewohnter äußerster SO) 30 11,870 9443 796 Nordosten äußerster Nord(-ost-)en der Besiedlung Marls, durch den Silvertbach an einem schmalen Korridor von Hüls-Nord getrennt; nach Osten bis zur Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg reichend, nach Norden bis zur Lippe und nach Westen an die Chemiezone angrenzend Marl-Hamm-Alte Waldsiedlung Sickingmühle 301 2,059 3926 1907 Süden Nordwestlich von A 52 und Bahnstrecke Gelsenkirchen-Buer Nord–Marl Lippe; nur in der Südhälfte bebaut Marl-Hamm-Neue Waldsiedlung Sickingmühle (W) Lenkerbeck (unbewohnter O) 302 2,468 2070 839 Südosten im Gleisdreieck der Bahntrassen von Marl-Mitte (NW) und Recklinghausen (O) in Richtung Haltern/Münster, je mit annähernd paralleler Autobahn; nur im Südosten bebaut Marl-Hamm-Sickingmühle Herne Sickingmühle (W) 303 6,640 2190 330 Nordhälfte nördlicher, ländlich geprägter Ortsrand bis zu den Auen der Lippe; im Südwesten die größere Siedlung Sickingmühle, im Osten der Weiler Herne Marl-Hamm-Zollvereinsiedlung Oelde 304 0,704 1257 1786 Chemiezone Oelde Lippe (W) 40 9,025 0 0 Norden besteht zu mehr als zwei Dritteln aus dem Chemiepark Marl; im Nordwesten, an den Auen der Lippe, Naturschutzgebiete Polsum Polsum 50 7,804 4597 589 äußerster Südwesten altes Dorf am Ortsausgang Richtung Gelsenkirchen(-Buer); deutlich von der eigentlichen Bebauung Marls abgetrennt Polsum-Süd Polsum 501 1,460 1350 925 Süden Segment südlich von Scholvener Straße und Dorfstraße Polsum-Nord Polsum 502 6,344 3247 512 gesamtes Stadtteilgebiet außer dem Süden im Osten der Weiler Kotten Sinsen-Lenkerbeck Lenkerbeck (W)