Die Ohrgitter-Harnischwelse (Otocinclus), umgangssprachlich auch „Zwergsauger“ oder schlicht „Otos“, sind eine Gattung der Harnischwelse (Loricariidae). Der wissenschaftliche Name stammt von ous = „Ohr“ und kinklis = „Gitter“ und bezieht sich auf den gitterartigen Hinterschläfenknochen (Posttemporale).

Verbreitung Ohrgitter-Harnischwelse leben in Südamerika, westlich der Andenkordilleren, Brasilien, Kolumbien, Venezuela, Paraguay, Ecuador, Peru und Bolivien (Amazonas, Río de la Plata), in Waldbächen und kleinen Flüssen mit dichter Ufervegetation, zwischen Totholz und Wasserpflanzen.

Merkmale Ohrgitter-Harnischwelse sind kleine Fische, ihre Größe liegt zwischen 2,4 (O. tapirape) und 5,5 cm (O. flexilis). Ihr Körper ist gestreckt und vorne etwas abgeflacht. Der Schwanzstiel der Tiere hat einen fast rechteckigen Querschnitt. Auf der Bauchseite werden die für die Harnischwelse typischen Knochenschilde durch nackte Zonen unterbrochen.

Wie ihre Verwandten, die Familie der Panzer- und Schwielenwelse, handelt es sich bei Otocinclus um Darmatmer, was ihnen das Überleben in relativ sauerstoffarmen Gewässern erlaubt.

Ernährung Ohrgitter-Harnischwelse sind sogenannte Aufwuchsfresser. Neben Jungalgen fressen sie Pflanzenreste und Totholz. Dabei besteht ein wichtiger Teil ihrer Ernährung aus den darauf lebenden Mikroorganismen. Der im Handel sehr beliebte Zierfisch wird dort gerne als Alles- und Algenfresser beworben, was häufig zu einer falschen Fütterung der empfindlichen Tiere führt. Ein Einsetzen der Tiere sollte nur in vollständig eingefahrene Aquarien stattfinden, da der Aufwuchs als Nahrungsgrundlage sich anfangs nur langsam einstellt.

Fortpflanzung Die Ohrgitter-Harnischwelse reagieren auf Luftdruckänderung und Temperaturschwankungen gefolgt von schwebestoffreichem Wasser, welche in der Regenzeit auftreten. Nachdem die Tiere diese Veränderungen wahrgenommen haben, fangen die Männchen an den Weibchen hinterherzujagen. Wenn die Weibchen nun die Eier gut geschützt zwischen Steinen und Wurzeln abgelegt haben, befruchten die Männchen die Eier. Nach etwa 3 bis 4 Tagen sind die Larven geschlüpft und fangen nach einigen Tagen an frei zu schwimmenwww.remowiechert.de. Eine Vermehrung in Gefangenschaft findet nur in den seltensten Fällen statt, bei den im Handel erhältlichen Tieren handelt es sich nahezu ausschließlich um Wildfänge.

Systematik mini|Otocinclus sp. mini|Otocinclus cocama

Bislang sind 20 Arten klassifiziert:

Otocinclus affinis (golden otocinclus) Steindachner, 1877 Otocinclus arnoldi Regan, 1909 Otocinclus batmani Lehmann A., 2006 Otocinclus bororo Schaefer, 1997 Otocinclus caxarari Schaefer, 1997 Otocinclus cocama Reis, 2004 Otocinclus flexilis Cope, 1894 Otocinclus hasemani Steindachner, 1915 Otocinclus hoppei Miranda Ribeiro, 1939 Otocinclus huaorani Schaefer, 1997 Otocinclus juruenae Ribeiro & Lehmann, 2016 Otocinclus macrospilus Eigenmann & Allen, 1942 Otocinclus mangaba Lehmann A., Mayer & R. E. dos Reis, 2010 Lehmann, A., P., Mayer, F. & Reis, R.E. (2010): A New Species of Otocinclus (Siluriformes: Loricariidae) from the Rio Madeira Drainage, Brazil. Copeia, 2010 (4): 635-639. Otocinclus mariae Fowler, 1940 Otocinclus mimulus Axenrot & Kullander, 2003 Otocinclus mura Schaefer, 1997 Otocinclus tapirape Britto & Moreira, 2002 Otocinclus vestitus Cope, 1872 Längsstreifen-Ohrgitterharnischwels (Otocinclus vittatus) Regan, 1904 Otocinclus xakriaba Schaefer, 1997

Literatur Günther Sterba: Süßwasserfische der Welt. Weltbild Verlag, Augsburg 2002, ISBN 3-89350-991-7. Axel Zarske: Otocinclus. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. 2 Bände. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 729 f.

Weblinks

Otocinclus Artenbeschreibung Oto - Bestimmungsschlüssel Oto - FAQ (häufige Fragen) Otocinclus - WelsHomePage Problematik beim Einsetzen von Otocinclen (Ohrgitter-Harnischwelsen) Otocinclus macrospilus und Otocinclus hoppei Otocinclus huaorani Fundorte der meisten Otocinclus-Arten

Einzelnachweise

O.arnoldi valide Art und kein Synonym zu O.flexilis

Kategorie:Harnischwelse