mini|Gedenkstätte der Sozialisten mit Stele „Die Toten mahnen uns“ im Mittelrondell und umgebender Ringmauer mini|Gräberanlage Pergolenweg, Blick auf Bereich D, im Hintergrund die Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten Die Gedenkstätte der Sozialisten mit der angrenzenden Gräberanlage Pergolenweg befindet sich auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin. Die 1951 offiziell eingeweihte Anlage diente zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik als Ehrenfriedhof für Personen, die sich um die sozialistische Idee verdient gemacht hatten. Sie schließt an die Tradition des Friedhofs Friedrichsfelde als Begräbnisstätte der Arbeiterbewegung an, die im späten 19. Jahrhundert begann. Die Entscheidung darüber, welche Personen in der Gedenkstätte der Sozialisten oder am Pergolenweg ein Ehrengrab erhalten sollten, behielt sich bis zum Ende der Ein-Parteien-Herrschaft in der DDR das Politbüro der SED vor.
Überblick mini|Übersicht der Teilbereiche der Gedenkstätte der Sozialisten und der Gräberanlage Pergolenweg mini|Lageplan der Grabstätten Die 1951 eingeweihte Gedenkstätte der Sozialisten (Bereich A) ist kreisrund, ihr Durchmesser beträgt etwa 25 Meter. Ihre äußere Begrenzung bildet eine vier Meter hohe, aus Klinkern errichtete Ringmauer. Der zentrale Punkt der Gedenkstätte wird von einer etwa vier Meter hohen Stele aus Rochlitzer Porphyr mit der Inschrift „Die Toten mahnen uns“ gebildet. Unmittelbar um diese Stele sind in einem Rondell zehn Gedenkplatten (Nrn. 1–10) am Boden angeordnet. An der linken Innenseite der Ringmauer befinden sich 22 Grabplatten, Grabsteine und Stelen (Nrn. 11–33), die an prominente Sozialdemokraten und Kommunisten aus der Zeit der Monarchie und der Weimarer Republik erinnern. An der rechten Innenseite der Ringmauer verschließen einheitliche Grabplatten aus rotem Stein die 60 Mauernischen mit den Urnen prominenter Persönlichkeiten der DDR (Nrn. 34–94). Weitere 53Jürgen Hofmann: Zentralfriedhof Friedrichsfelde Berlin. Stadtwandel Verlag Berlin 2006, ISBN 3-937123-73-3, S. 18 (= Die Neuen Architekturführer, Band 91). Urnen sind in einem Sammelgrab vor der Großen Gedenktafel auf der rechten Seite der Ringmauer bestattet (Nr. 95). Die meisten von ihnen wurden im August 1946 auf den Zentralfriedhof Friedrichsfelde überführt und enthalten die Überreste von Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus, die im Zuchthaus Brandenburg-Görden enthauptet und im Krematorium Brandenburg verbrannt wurden. Die letzten Beisetzungen in der Gedenkstätte der Sozialisten fanden 1981 bis 1988 in zwei der insgesamt vier Erweiterungsmauern statt, die 1976Jürgen Hofmann: Zentralfriedhof Friedrichsfelde Berlin. Stadtwandel Verlag Berlin 2006, ISBN 3-937123-73-3, S. 20 (= Die Neuen Architekturführer, Band 91). im Südwesten der Ringmauer errichtet wurden. Hier sind zehn Urnen eingemauert (Nr. 96–105).
Die Gräberanlage Pergolenweg befindet sich außerhalb der Ringmauer und erstreckt sich an der nördlichen, nordöstlichen und östlichen Seite der Gedenkstätte. Sie umfasst heute insgesamt 338 Grabstellen (Nrn. 106–444), welche in vier Abteilungen (Bereiche B, C, D, E) angeordnet wurden, die mit Hecken, Bäumen und Sträuchern gärtnerisch gestaltet sind. Die Bestattung von Urnen verdienter Persönlichkeiten außerhalb der eigentlichen Gedenkstätte der Sozialisten begann im Januar 1952, als Ernst Wildangel östlich hinter der Ringmauer beigesetzt wurde und weitere Bestattungen dort folgten (Bereich B). Nachdem Ende 1957 alle Grabstellen in diesem Bereich belegt waren, fanden weitere Ehrenbestattungen bis 1967 entlang der Friedhofswege nördlich der Ringmauer statt (Bereich C). 1967 und 1968 wurden erste Ehrengräber auch entlang der Wege nordöstlich der Gedenkstätte angelegt (heute Bereich D). Von 1968 bis 1972 fanden die Ehrenbestattungen am Pergolenweg fast ausnahmslos wieder im Bereich C statt; warum danach keine neuen Gräber mehr dort angelegt wurden, ist unbekannt. Auf dem Areal nördlich und nordöstlich der Gedenkstätte (Bereiche D und E) existierten hingegen bis Anfang der 1960er Jahre noch zahlreiche ältere private Grabstätten aus der Zeit vor Gründung der DDR. Um Platz für weitere Ehrenbestattungen am Pergolenweg zu schaffen, wurden diese Gräber auf Beschluss der SED in mehreren Etappen geöffnet und die Leichen ohne Rücksprache mit den Angehörigen verlegt.Tomas Kittan: Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde – Die SED ließ meine Oma und meinen Opa aus ihren Gräbern holen. In: B.Z., 19. Februar 2018; bz-berlin.de abgerufen am 18. Februar 2022. Selbst der Grabstein des seinerzeit als Helden gefeierten Volkspolizisten Helmut Just wurde entfernt. Die solcherart gewonnenen Flächen wurden in die Gräberanlage Pergolenweg einbezogen und schrittweise neu mit Ehrengräbern belegt. Von 1972 bis 1983 erfolgten die Ehrenbestattungen im Bereich D der Gräberanlage und danach im angrenzenden Bereich E, wo neue Grabstellen noch bis zur Wende 1989 vergeben wurden. Im Unterschied zur Gedenkstätte der Sozialisten konnten in der Gräberanlage Pergolenweg auch Ehepartner und nahe Verwandte der auf SED-Beschluss mit einem Ehrengrab geehrten Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte finden. So sind am Pergolenweg die Ehefrauen zahlreicher prominenter Persönlichkeiten der DDR beigesetzt, deren Urnen sich im Mittelrondell oder in der Ringmauer der Gedenkstätte befinden. Die Beisetzungen am Pergolenweg erfolgten ebenfalls ausschließlich in Urnen (maximal vier pro Grab), wobei alle Gräber als Erdgräber angelegt und mit genormten Grabsteinen gekennzeichnet wurden. Für die Gestaltung dieser Grabsteine waren zehn verschiedene Modelle aus rotem Stein zugelassen.Katalog der 1952 bis 1989 in der Gräberanlage Pergolenweg verwendeten Grabsteinformen (Wikimedia Commons) Seit der Wende 1989 werden in der Gedenkstätte der Sozialisten und in der Gräberanlage Pergolenweg keine neuen Nutzungsrechte mehr vergeben, jedoch können in den bereits bestehenden Grabstellen am Pergolenweg weiterhin die Urnen naher Angehöriger beigesetzt werden. Die existierenden Grabstellen haben Bestandsschutz. Im Frühjahr 2008 kehrte der seinerzeit zwecks Einrichtung von Bereich E der Gräberanlage Pergolenweg versetzte Grabstein des Volkspolizisten Helmut Just an seinen ursprünglichen Standort zurück und markiert nun wieder seine tatsächliche Ruhestätte.
Gräber und Denkmäler im Mittelrondell der Gedenkstätte der Sozialisten Im zentralen Bereich der Gedenkstätte, in einem Rondell rings um die vier Meter hohe Stele aus Rochlitzer Porphyr mit der Inschrift „Die Toten mahnen uns“ angeordnet, erinnern zehn Gedenkplatten am Boden an: Nr.Name TodesjahrAnmerkungAbbildung Lage 1 Inschrift „Rosa Luxemburg / ermordet / 15. Januar 1919“ – symbolisches Grab 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 2 Inschrift „Karl Liebknecht / ermordet / 15. Januar 1919“ – symbolisches Grab. Sohn von Wilhelm Liebknecht (Nr. 25), Ehemann von Sophie Liebknecht und Vater von Robert Liebknecht (Nr. 188) 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 3 Inschrift „Ernst Thälmann / ermordet / 18. August 1944“ – symbolisches Grab, da Leiche im KZ Buchenwald verbrannt. Ehemann von Rosa Thälmann (Nr. 67), Vater von Irma Gabel-Thälmann (Nr. 424) 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 4 Inschrift „Rudolf Breitscheid / ermordet / 24. August 1944“ – symbolisches Grab, Leiche im KZ Buchenwald verbrannt, angebliche Asche unter seinem Namen auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bestattet 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 5 Inschrift „Franz Künstler / gestorben / 10. September 1942“ – symbolisches Grab, bestattet auf dem Friedhof Baumschulenweg 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 6 Inschrift „Franz Mehring / gestorben / 28. Januar 1919“ 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 7 Inschrift „John Schehr / ermordet / 1. Februar 1934“ – gemeinsam getötet mit Rudolf Schwarz (Nr. 34), Erich Steinfurth (Nr. 35) und Eugen Schönhaar (Nr. 36) 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 8 Inschrift „Walter Ulbricht / gestorben / 1. August 1973“ 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 9 Inschrift „Otto Grotewohl / gestorben / 21. September 1964“ – Ehemann von Johanna Grotewohl (Nr. 311) 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell 10 Inschrift „Wilhelm Pieck / gestorben / 7. September 1960“ – Ehemann von Christine Pieck, Vater von Arthur, Eleonore und Elly Pieck, Schwiegervater von Theodor Winter (alle Nr. 114) und bis 1954 von Richard Staimer (Nr. 386) 115x115px|zentriert Bereich A – Mittelrondell
Gräber und Denkmäler an der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten An der linken Innenseite der Ringmauer befinden sich 22 Grabplatten, Grabsteine und Stelen, die an prominente Sozialdemokraten und Kommunisten aus der Zeit der Monarchie und der Weimarer Republik erinnern und ihren heutigen Standort zumeist erst bei der Neuerrichtung der Gedenkstätte der Sozialisten ab 1950 erhielten.
Nr.Name TodesjahrAnmerkungAbbildung Lage 11 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 12 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 13 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 14 Margarete Wengels († 1931) 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 15 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 16 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 17 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 18 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 19 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 20 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 21 Klara Weyl († 1941) 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 22 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 23 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 24 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 25 Vater von Karl Liebknecht (Nr. 2) und Großvater von Robert Liebknecht (Nr. 188) Einziges Grab in diesem Bereich des Friedhofs, das bei Errichtung der Gedenkstätte der Sozialisten am ursprünglichen Standort belassen wurde. 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 26 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 27 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 28 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 29 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 30 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 31 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 32 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links 33 Einzelgrab 115x115px|zentriert Bereich A – Ringmauer links
Urnengräber in Ringmauer und Erweiterungen der Gedenkstätte der Sozialisten