Franz Paul Höller (* 10. Dezember 1909 in Graslitz, Österreich-Ungarn; † 1. Januar 1972 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Er war von 1938 bis 1945 Propagandaleiter des Reichsgaus Sudetenland. 1944 wurde er von der tschechoslowakischen Exilregierung in London als Kriegsverbrecher eingestuft.Tschechoslowaken nennen deutsche Kriegsverbrecher. Eine Liste mit Namen, die man sich merken muss. In: American Reconstruction vom 4. August 1944, New York, S. 3.

Leben und Wirken Höller stammte aus dem böhmischen Teil des Erzgebirges. Er war der Sohn des Rechnungsführers Franz Robert Höller und dessen Ehefrau Julie geborene Graf und kam im Haus Graslitz Nr. 860 zur Welt.Eintrag im Kirchenbuch von Graslitz Nach dem Schulbesuch studierte er an der Karls-Universität in Prag Kunstgeschichte und Germanistik. Danach war er kulturpolitisch tätig und schrieb 1934 seinen ersten Roman.

Nach der Eingliederung des Sudetenlandes der Tschechoslowakei in das Deutsche Reich im Oktober 1938 wurde er Gaupropagandaleiter der NSDAP im neu gebildeten Reichsgau Sudetenland, nachdem er 1933 bereits der SS und zum 1. November 1938 dann der NSDAP beigetreten war (Mitgliedsnummer 6.766.918).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/16070280

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Höller Chefredakteur des Hessischen Bund-der-Vertriebenen-Organs „Wegweiser für Heimatvertriebene“ und war als Journalist tätig.

Publikationen (Auswahl) Kameraden der Zeit. Sudetendeutsche Gedichte. Kraft, Karlsbad-Drahowitz, Leipzig, 1936 (Ausg. 1935). Kantate des Lebens. Gedichte und Chöre. Kraft, Karlsbad-Drahowitz, 1937. Von der SdP in die NSDAP. Ein dokumentarischer Bildbericht von der Befreiung des Sudetenlandes und vom Einzug der deutschen Truppen in das Protektorat Böhmen und Mähren. Geleitwort von Konrad Henlein. Kraft, Karlsbad-Drahowitz, Leipzig, 1939. Schill. Ein Schauspiel. Karlsbad-Drahowitz, Adam Kraft, 1939. Görtz, Kanzler von Schweden. Tragödie. Kraft, Karlsbad, Leipzig, 1941. Herz in Böhmen. Gedichte. Prag u. a., 1943.

Literatur Höller, Franz, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 255 Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 3430f. online

Weblinks Eintrag bei Rathay-Biographien Biographie bei der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Einzelnachweise

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