Der General-Anzeiger der Stadt Mannheim und Umgebung war eine Tageszeitung, welche zwischen 1886 und 1916 in Mannheim (Baden-Württemberg) und Umgebung unter diesem Titel erschien. 1916 wurde das Blatt in Mannheimer General-Anzeiger umbenannt. Ab 1925 erschien die Zeitung unter dem Titel Neue Mannheimer Zeitung (NMZ). Sie bestand bis 1943, als sie im Zuge der nationalsozialistischen Pressegleichschaltung mit dem Hakenkreuzbanner zusammengelegt wurde.
Geschichte Der General-Anzeiger erschien zunächst unter dem Namen Mannheimer Stadt-Anzeiger, dann unter dem Namen Badische Volkszeitung, welche im Jahre 1884 von Dr. Hermann Julius Haas, ehemaliger Bürgermeister Weinheims, gegründet wurde. Der Namenswechsel zum General-Anzeiger erfolgte zwei Jahre später, im Februar 1886. Wiederum ein Jahr später, im März 1887, übernahm der General-Anzeiger das Mannheimer Journal und bezog dessen Druckerei im Katholischen Bürgerhospital in E 6, wodurch er zur ältesten Zeitung in Mannheim avancierte. Dabei folgte das Blatt stets einer nationalliberalen Stoßrichtung. mini|Namenswechsel 1924: Die ganzseitige Imagewerbung im Fachblatt Der Zeitungs-Verlag vom 2. Januar 1925 zeigt ein reiferes Paar bei der gemeinsamen Lektüre. Die Anzeige nennt die beiden Titel der Zeitung: Das Blatt hatte just 1924 den Namen gewechselt. General-Anzeiger war der alte Name, nun musste Neue Mannheimer Zeitung bekannt gemacht werden. Illustration von Ludwig Hohlwein. Von 1916 bis 1924 firmierte der General-Anzeiger dann unter dem neuen Namen Mannheimer General-Anzeiger. 1924 wechselte der General-Anzeiger abermals seinen Namen zu Neue Mannheimer Zeitung, fünf Jahre später, am 19. Oktober 1929, erfolgte dann der Umzug. Neuer Sitz der Redaktion und der Druckerei war ab dann das Bassermannhaus in R 1.
1939 übernahm die NMZ dann auch das Mannheimer Tageblatt. Damit war sie die einzige in Mannheim erscheinende Zeitung, die neben dem offiziellen Propagandaorgan der NSDAP weiterhin zugelassen blieb. Aufgrund der nationalsozialistischen Kontrolle über die Presse stellte sie jedoch kein oppositionelles Blatt dar. Nach schweren Kriegsschäden an den Verlagsgebäuden beider Zeitungen wurde sie 1944 „auf Kriegsdauer“ mit dem Hakenkreuzbanner vereinigt.
Die Nachfolge der Neuen Mannheimer Zeitung trat dann 1946 der Mannheimer Morgen mit dem Bezug des Gebäudes in R 1 an.
Weblinks Sämtliche Ausgaben der Zeitung kostenlos abrufbar bei MARCHIVUM Druckschriften digital. Gesamte Zeitung 1885-1943 Badische Volks-Zeitung 1885-1886 General-Anzeiger der Stadt Mannheim 1885-1888; 1901-1916 General-Anzeiger der Stadt Mannheim - Mannheimer Journal 1888-1901 Mannheimer General-Anzeiger 1916-1924 Neue Mannheimer Zeitung 1924-1943
Literatur
Karl Seyfried: Mannheimer Zeitungen und ihre Geschichte. Mannheimer Verlagsanstalt GmbH. Mannheim 1969 Udo Leuschner: Zeitungs-Geschichte: Die Entwicklung einer Tageszeitung über zwei Jahrhunderte: vom "Intelligenzblatt" zum Kabelfernsehprojekt am Beispiel Mannheims. Die Arbeitswelt GmbH. Berlin 1981, ISBN 3-88114-225-8 Konrad Dussel: Wie erfolgreich war die nationalsozialistische Presselenkung? in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 58. Jahrgang, Heft 4. München 2010. ISSN 0042-5702
Einzelnachweise
Kategorie:Deutschsprachige Tageszeitung Kategorie:Medien (Mannheim) Kategorie:Ersterscheinen 1886 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1916 Kategorie:Zeitung (Baden-Württemberg, Erscheinen eingestellt)