Charles III. de Bourbon (eigentlich Charles bâtard de BourbonSchwennicke oder Charles, Bâtard de Vendôme;Pattou * 1554;Schwennicke; Catholic Hierarchy nennt 1558 als unsicheres Geburtsjahr; Pattou:* 1563 † 15. Juni 1610 im Kloster Marmoutier) war ein französischer Kleriker am Ende des 16. Jahrhunderts. Er war von 1597 bis 1604 Erzbischof von Rouen.
Er ist zu unterscheiden von Charles III. de Bourbon-Montpensier, der von 1521 bis 1523 Herzog von Bourbon und Auvergne war.
Leben Charles III. de Bourbon war ein unehelicher Sohn von Antoine de Bourbon, König von Navarra, und Louise de La Béraudière du Rouhet, d. h. ein Halbbruder von König Heinrich IV. von Frankreich.
Am 13. März 1569 geriet er in der Schlacht bei Jarnac in Gefangenschaft.Bryson, S. 133 Später im gleichen Jahr wurde er – im Alter von 15 Jahren – Bischof von Comminges; das Amt gab er 1579 auf. 1590 wurde er Bischof von Lectoure,Catholic Hierarchy; Schwennicke schreibt fälschlich „Bf von Soissons“ dieses Amt gab er 1594 auf – in beiden Ämtern war er mehr ein Kommendatar-Administrator als ein echter Bischof, und er versuchte, im Gegensatz zu seinen beiden gleichnamigen Vorgängern, nicht, in das politische oder religiöse Leben einzugreifen. Sein Halbbruder Heinrich IV. wollte ihn 1591 als Erzbischof von Reims etablieren, konnte aber den Guise nicht die Kontrolle über dieses kirchliche Benefiziat entreißen.
Nachdem der Dichter Philippe Desportes den erzbischöflichen Stuhl in Rouen abgelehnt hatte, wurde Charles de Bourbon ausgesucht, eilig zum Priester geweiht, am 26. März 1597 zum Erzbischof von Rouen ernanntCatholic Hierarchy; Schwennicke nennt das Jahr 1594, das aber das Sterbejahr seines Vorgängers war; von 1594 bis 1597 war das Amt vakant und am 29. Dezember 1597 zum Bischof geweiht.Catholic Hierarchy: 28. Dezember 1597; nach Pattou fand die Priesterweihe vor der Ernennung zum Erzbischof statt, Schwennicke nennt dafür den 26. Dezember 1597 Er behielt diese Position, bis er am 1. Dezember 1604 zugunsten Kardinal Joyeuse zurücktrat, ohne sich in seiner Amtszeit besonders für seine Erzdiözese interessiert zu haben. Er war anschließend bis zu seinem Tod Abt von Marmoutier bei Tours,Pattou falsch: Abt von Marmoutier im Elsass (Maursmünster) wo er am 15. Juni 1610 starb und auch bestattet wurde.
Im Auftrag Heinrichs IV. schloss er am 31. Januar 1599 in Schloss Saint-Germain-en-Laye die Ehe seiner Halbschwester Catherine de Bourbon mit Herzog Heinrich II., dem späteren Herzog von Lothringen und Bar; nachdem er kurz vorgeschlagen hatte, die Zeremonie privat im Arbeitszimmer des Königs abzuhalten, führte Charles, der überstimmt wurde, die Zeremonie dann doch wie vorgesehen durch.Pitts, S. 224 Im gleichen Jahr wurde er zum Kanzler und Siegelbewahrer im Orden vom Heiligen Geist ernannt; diese Position gab er 1606 auf.
Literatur Detlev Schwennicke, Europäische Stammtafeln, Band 3.2, 1983, Tafel 331 Charles Lelong, L'abbatiale de Marmoutier au Xe siècle, Bulletin Monumental, Band 145, Nr. 2, 1987, S. 165–171 Joseph Bergin, The Making of French Episcopate (1589–1661), Yale University Press 1996 (ISBN 978-0300067514), S. 403 und 581 David Bryson, Queen Jeanne and the Promised Land: Dynasty, Homeland, Religion and Violence in Sixteenth-Century France. Brill 1999, S. 133 Vincent Joseph Pitts, Henri IV of France: His Reign and Age, The Johns Hopkins University Press, 2009, S. 224
Weblinks
Ètienne Pattou, Maison Royale de Bourbon, S. 3 (online, abgerufen am 13. Februar 2022)
Anmerkungen
Kategorie:Familienmitglied einer unebenbürtigen Linie des Hauses Bourbon Kategorie:Außerehelicher Abkömmling (Frankreich) Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (16. Jahrhundert) Kategorie:Erzbischof von Rouen Kategorie:Offizier des Ordens vom Heiligen Geist Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1554 Kategorie:Gestorben 1610 Kategorie:Mann